Wie funktionierten Handwerk und Handel im Mittelalter?

Im frühen Mittelalter gab es noch fast keine reinen Handwerker, denn die Bauern betrachteten das Handwerk als reinen Nebenerwerb. Erst als man vermehrt in die Städte zog, entwickelte sich auch das Handwerk zu einer eigenständigen Branche. Die Menschen in den Städten entwickelten neue Bedürfnisse und daraus ergaben sich verschiedene neue Berufsbilder. Das Bauhandwerk florierte, aber auch Schneider, Kunsthandwerker und Töpfer kamen zu immer mehr Ansehen in der Bevölkerung. Einen Handwerksberuf konnte aber nicht jeder ergreifen, denn nur Nachwuchs aus mittelständischen und wohlhabenden Familien durfte in eine Handwerkslehre gehen, wenn er ehelich geboren worden war. Weiterlesen →

Die Bedeutung von Gold im Mittelalter

Das Gelbe, wie man Gold im Mittelalter auch nannte, hatte bereits im Altertum eine große Bedeutung. Schon 550 vor Christus wurden in Lydien die ersten Münzen aus Silber und Gold geprägt und man nimmt an, dass in China bereits lange vorher Münzen benutzt wurden, die auch Gold enthielten. Im Mittelalter wurde das Gold natürlich ebenfalls als Zahlungsmittel neben Silber genutzt und man begann, es nicht nur durch Goldwäscherei zu gewinnen, sondern wagte sich auch an den Bergbau. Im heutigen Deutschland diente der Eisenberg in Westfalen als Goldlieferant und auch südlich von Kassel betrieb man ab dem 13. Jahrhundert den Bergbau um Gold zu gewinnen. Allerdings war die Gewinnung des Gelben hier in Deutschland nicht sehr ergiebig und man nutzte vor allem Münzen, die bereits früher geprägt worden waren. Unter der römischen Herrschaft wurden viele Goldbestände Europas angezapft, denn das riesige Reich brauchte große Mengen, die vor allem durch Eroberungskriege gewonnen worden waren. Weiterlesen →

Sport vom Mittelalter bis heute

Körperliche Ertüchtigung in Form von Sport ist eine der gesellschaftlichen Aktivitäten, die sich schon in frühester Menschheitsgeschichte entwickelten.

Schon in der Antike gab es sportliche Wettkämpfe, die zu Ehren der Götter abgehalten wurden. Doch erst ab dem Mittelalter begann sich der Sport so, wie wir ihn heute kennen zu entwickeln.

Die Entwicklung der Sportgeschichte

Im Frühen Mittelalter eröffnete sich der Sport den Menschen als solches und wurde vor allem in Form von langen Wanderungen sowie Jagden praktiziert. Diese Form des Sportes wurde für die Selbstdarstellung der aristokratischen Schichten genutzt. Die Entwicklung des Schulsportes zu dieser Zeit war jedoch kaum vorhanden. Im Hochmittelalter erfuhr der Sport durch den Ritterstand einen kräftigen Aufschwung. Auf ritterlichen Turnieren wurde hauptsächlich zur Unterhaltung des Volkes der körperlichen Ertüchtigung nachgegangen. In der Zeit vom 14. bis zum 19. Jahrhundert entwickelte sich der Sport erheblich weiter und etablierte sich als fester Teil der Kultur. Weiterlesen →

Hexenverfolgung im Mittelalter

Im Mittelalter begann man einige Aspekte des Glaubens an die Magie in das Strafrecht zu übertragen. Damit begann auch die Hexenverfolgung, die das Mittelalter zu einer sehr düsteren Zeitepoche werden ließ. Die Schuld für persönliches Unglück schrieb man nun den Hexen zu und man dichtete ihnen grausamste Handlungen an um ihre Bestrafung zu rechtfertigen.

Die Inquisition sollte eigentlich Heiden bekehren

Im 13. Jahrhundert kam in Europa die Inquisition auf. Man verfolgte in Prozessen, die von einem Geistlichen geleitet wurden, Personen, die einer Lehre folgten, die nicht der christlichen entsprach. Die Häretiker, wie die Ketzer damals auch genannt wurden, sollten bekehrt werden und wer sich nicht zu Gott bekennen wollte, wurde nicht selten mit harten Strafen belegt. In Deutschland gab es vor allem im Rheinland, in Thüringen und Westfalen viele Hexenprozesse, die oft tödlich für die Angeklagten endeten. Vor allem wenn die Hexe nicht gestehen wollte, dass sie dem Teufel verfallen war und so auch keine Reue zeigen wollte, wurden extreme Strafen verhängt. Wurden Mitverschwörer verraten, konnte der Angeklagte mit einem milderen Urteil rechnen und die Menge stürzte sich im nächsten Prozess auf die Mitverschwörer. Bis ins 18. Jahrhundert hinein folterte man die Angeklagten um ihnen die Wahrheit zu entlocken und auch die Halsgerichtsordnung konnte daran nicht viel ändern. Man verzichtete zwar auf Gottesurteile, doch die Protestanten griffen zu den sogenannten Hexenproben. Die Wasserprobe, die Wiegeprobe und das Stechen von Hexenmalen (Muttermale) galten als probate Mittel zur Erkennung von Hexen. Die Denunziationen führten zu einer weiteren Welle von Hexenprozessen, denn die öffentliche Beschuldigung konnte das Vermögen des Denunzianten vergrößern. Weiterlesen →

Die Architektur der Städte im Mittelalter

Nach 1100, als man in Deutschland wieder neue Städte gründete, war vor allem die Lage entscheidend. Städte entstanden entweder entlang von wichtigen Handelsrouten oder in der Nähe von Burgen, Schlössern oder Klöstern. Die Menschen versprachen sich Vorteile vom Leben in der Stadt und die Baukunst der damaligen Zeit kann man heute noch in vielen Städten sehen.

Die Architekturstile

Gotik und Romanik waren im Mittelalter Architekturstile, die sich aus vorherigen Baustilen entwickelt hatten und vor allem prunkvolle und große Bauten wurden so aufwändig gebaut. Im Alltag verwendete man eher zweckmäßige Baustile und legte sehr wenig Wert auf Optik. Die Fachwerkhäuser aus dieser Zeit zeigen, dass man kleine Räume und Fenster bevorzugte und eher spartanisch lebte. Funktionalität stand im Vordergrund und erst im Hochmittelalter bauten die Patrizierfamilien große Steinhäuser in den Städten und verzierten ihre Heime mit den Elementen der Kirchenbauten. Der Freisinger Dom gehört zu den schönsten Sakralbauten im Stil der Romanik und der Hauptaltar mit seinen Deckenfresken beeindruckt garantiert jeden Besucher. Die Romanik konnte sich nördlich der Alpen von ca. 1000 bis weit ins 13. Jahrhundert halten und zeigt die typischen Rundbögen und die Überwölbung riesiger Räume. Bedenkt man mit welchen Arbeitsmitteln damals hantiert wurde, beeindrucken alle prächtigen Bauwerke aus dem Mittelalter, die der Zeit trotzen konnten, noch weitaus mehr. Weiterlesen →

Wovon die mittelalterliche Literatur handelte – allgemeine Merkmale

Die Heldendichtung gehört zu den bekanntesten literarischen Themen des Mittelalters. Man beschäftigte sich vor allem mit geschichtlichen Ereignissen, die anschließend in Gedichtform verpackt wurden, damit sie leicht vorzutragen waren, denn Lesen konnten damals nur Geistliche und Adlige. Der Minnesang war ein bedeutendes literarisches Mittel und auch der Höfische Roman hatte im Mittelalter eine große Bedeutung. Später erst beschäftigte man sich mit dem Rittertum und erst danach konnten die Volksbücher ihren Siegeszug antreten. Im Wesentlichen unterteilt man die Literatur des Mittelalters in folgende Gruppen: Althochdeutsche Literatur, Minnesang, Höfische Romane, Spruchdichtung, Heldendichtung, Artusroman, Volksbücher Weiterlesen →

Zeitreise – mittelalterliche Städte heute

Nachdem die Römer Deutschland verlassen hatten, verfielen ihre Städte und bis etwa 1100 wurden auch keine neuen angelegt. Die Menschen lebten auf ihrem Land und versorgten sich selbst. Stadtähnliche Ansammlungen von Menschen glichen eher Handelsplätzen und das Dorf galt als bevorzugte Umgebung. Ab 1100 baute man dann wieder Städte überall dort, wo sich die Menschen einen Vorteil davon versprachen. In der Nähe von Klöstern, Burgen, Schlössern und Flussmündungen entstanden überall im Land mittelalterliche Städte, von denen einige noch heute die typischen Merkmale aufweisen. Weiterlesen →

Literatur im Mittelalter

Im Mittelalter war vor allem die Dichtung populär denn nur Adelige und Mönche waren des Lesens mächtig. Im Minnesang ließ sich Geschriebenes gut merken und später vortragen und vor allem auf den Hoffesten waren die Minnesänger sehr beliebt. Sie sangen von erotischen Erfahrungen oder berichteten von Rittern und Adeligen, die wegen einer unerfüllten Liebe trauerten. Walter von der Vogelweide ist der wohl bekannteste Spruch- und Minnedichter aus dieser Zeit. Höfische Romane gab es ebenfalls und Tristan und Isolde ist ein berühmtes Beispiel dafür. Weiterlesen →

Welches Spielzeug gab es im Mittelalter?

Von Computer und Co. träumte man im Mittelalter sicherlich nicht, doch die Kinder hatten auch damals schon Träume und Wünsche. Die archäologischen Funde aus der Zeit bestehen meist aus Keramik, da organisches Material nur in Trockenheit oder unter Luftausschluss erhalten blieb. Trotzdem weiß man heute, dass die Kinder im Mittelalter genauso gern gespielt haben, wie die modernen Kids und Phantasie und Erfinderreichtum viele unterschiedliche Spiele hervorbrachten. Einige der noch heute genutzte Spielzeuge gab es auch schon im Mittelalter lediglich das Material hat sich geändert. Ein paar Spielideen finden moderne Kids eher merkwürdig, aber viele Spiele wurden von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen genutzt. Brettspiele beispielsweise galten im Mittelalter als Spiel für Erwachsene und Kinder bekamen eher Tand in die Hände wie man Spielwaren damals im Deutschen bezeichnete. Weiterlesen →

Mittelalterliche Bauweise

Der Bau von Häusern und anderen Bauwerken besitzt eine lange Tradition. Bereits im Mittelalter gab es zahlreiche Städte mit teilweise relativ vielen Einwohnern, die es erforderlich machten, zahlreiche Häuser als Wohnort für Familien zu bauen. Doch wie sah eigentlich die damals eingesetzte Bauweise aus?

Die Ständerbauweise als charakteristische Technik

Im 13. Jahrhundert entstand die Ständerbauweise, die vor allem für das Entstehen von Fachwerkhäusern verantwortlich war. Sie löste die Pfostenbauweise ab, die weniger Stabilität bot und somit schlechter umsetzbar war beziehungsweise nur den Bau kleinerer Gebäude ermöglichte. Die Ständer, die die Stabilität des Hauses gewährleisteten, waren dabei lange Pfosten, die vom Boden bis zum Dach reichten und somit das ganze Haus stabilisierten. Charakteristisch war auch, dass die verschiedenen Ständer mit Querbalken verbunden wurden. Diese verstärkten die Stabilität weiter und dienten zusätzlich als Auflage für Boden- und Dachkonstruktionen, die zwischen den Stockwerken angebracht werden mussten. Komplettiert wurde diese Bauweise von diagonalen Balken, die die Konstruktion abrundeten. Weiterlesen →