Ludwig V. der Ältere                              Herzog von Bayern (1347-1361)
---------------------------                            Markgraf von Brandenburg (1322-1351)
Mitte Mai 1315-18.9.1361                      Graf von Tirol (1342-1361)
                      Zorneding

Begraben: Frauenkirche, München
 

Ältester Sohn des Kaisers LUDWIG IV. DER BAYER aus seiner 1. Ehe mit der Beatrix von Schlesien-Glogau, Tochter von Herzog Heinrich III.
 

Lexikon des Mittealters: Band V Spalte 2193
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Ludwig V. der Brandenburger, Herzog von Ober-Bayern, Graf von Tirol
------------------------------------  Markgraf von Brandenburg
* Mitte Mai 1315, + 16. September 1361
                            Zorneding bei München

Begraben: München, Dom

1. oo 30. November 1324 Margarethe, Tochter König Christophs II. von Dänemark

2. oo 10. Februar 1342 Margarethe „Maultasch“

Ludwig wurde 1323 von seinem Vater LUDWIG IV. mit der Mark Brandenburg belehnt und erhielt durch seine zweite Ehe Tirol. Nach 1347 mußte er sich in Brandenburg gegen den von König KARL IV. unterstützten falschen Woldemar behaupten und in Tirol gegen die Bischöfe von Brixen und Trient und den aufständischen Adel durchsetzen. Der von ihm 1349 als Gegen-König aufgestellte Graf Günther von Schwarzburg konnte sich nicht lange halten. Durch die zweite bayerische Landesteilung von 1349 übernahm Ludwig der Brandenburger gemeinsam mit Ludwig VI. und Otto V. zu Brandenburg und Tirol auch Ober-Bayern. Die Belehnung mit Brandenburg (zusammen mit seinen Halbbrüdern) und Tirol durch KARL IV. erfolgte erst im Frieden von Bautzen 1350. 1351 trat Ludwig V. Brandenburg an Ludwig VI. und Otto V. ab und behielt nur Ober-Bayern und Tirol.

Literatur:
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NDB XV, 382-385 - S. v. Riezler, Geschichte Baierns  II, 1880 [Neudruck 1964], II 344, 473-479; III, 1889 [Neudruck 1964], 3-60 - Spindler II², 162f, 192-211 -
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 495
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Ludwig V., der Ältere, Herzog von Bayern, Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
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* 7. 1315, + 17/18.9.1361
                 Zorneding b. München

Begraben: Frauenkirche, München

Vater:
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Kaiser LUDWIG DER BAYER (1283-1347)

Mutter:
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Beatrix von Glogau (um 1290-1322)

  1. oo Margarethe von Dänemark (+ 1340)

  2. oo 1342 Margarethe Maultasch (um 1318-1369)

1323 mit der Mark Brandenburg belehnt.
Sein Pfleger und Vormund war nominelle bis 1330 Graf Berthold von Henneberg.
Durch seine Heirat mit Margarethe Maultasch Belehnung mit Tirol und Kärnten.
Von da ab Regierung Brandenburgs durch Statthalter.
Große Unzufriedenheit  mit der Wittelsbachsichen Regierung in der Mark.
1357 Aussöhnung Ludwigs und seiner Gemahlin mit der Kirche.
Schlug Kaiser KARL IV., der Schloß Tirol einnehmen wollte, in die Flucht.

Literatur:
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ADB 19; O. Mayr, D. Stammburg Schloss Tirol, o. J.
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Rall, Hans und Marga: Seite 65,66-67
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."

Herzog Ludwig V. der Brandenburger
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* Mitte Mai 1315, + 18.9.1361
  ?                         Zorneding

Grabstätte: Dom in München

  1. oo 30.11.1324 in Wordingborg
         MARGARETE
          * um 1305, + zwischen Ende März und Ende Mai 1340
            ?                 Berlin

Grabstätte: Franziskanerkirche in Berlin

Eltern: Christoph II., König von Dänemark, und Eufemia, Tochter des Herzogs Boguslav IV. von Pommern

  2. oo 10.2.1342 auf Schloß Tirol
          MARGARTE, genannt Maultasch
          * 1318, + 3.10.1369
           Schloß Maultasch /Tirol Wien

Grabstätte: Minoritenkirche zum Heiligen Kreuz in Wien

Eltern: Heinrich, Herzog von Kärnten, und Gräfin Beatrix, Tochter des Grafen Amadeus V. von Savoyen

Margarete hatte Mitte September 1330 in Insnbruck den Markgrafen Johann Heinrich von Mähren geheiratet. Diese Ehe wurde 1341 vom Kaiser als nichtig (nicht vollzogen) erklärt, 1359 auch vom Papst annulliert.

Ludwig regiert als Markgraf von Brandenburg von 1323/24 bis 1351 (bis 1333 durch Vertretung), als Graf von Tirol von 1342 bis 1361, als Herzog von Ober-Bayern 1351 bis 1361. Gemeinsam mit seinen Brüdern regiert er 1347 bis 1349 alle WITTELSBACHER Hoheitsbereiche (einschließlich Holland).
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“

Nach dem Aussterben der ASKANIER (1323) wurde Ludwig von seinem Vater mit der Mark Brandenburg belehnt, folgte unter der Vormundschaft des fähigen Grafen Berthold VII. von Henneberg und mußte bedeutende Verluste hinnehmen, unter anderem die Altmark an die WELFEN, Uckermark an Pommern und die Nieder-Lausitz an die WETTINER. Er mußte 1332 nach der Schlacht bei Kremmen die brandenburgischen Hoheitsansprüche über Pommern aufgeben, wurde 1342 durch den Vater auch Graf von Tirol und behauptete es gegen das verdrängte Haus LUXEMBURG. Er folgte 1347 als Senior in Bayern und 1349 nach Erbquerelen und Teilung mit den Brüdern in Ober-Bayern. Er setzte den Thronkrieg gegen KARL IV. fort und schloß 1349/50 Frieden mit ihm, der dafür den "Falschen Waldemar" aufgab und bekam alle Reichslehen bestätigt. Er blieb aber KARLS Gegner, da die bayerische Linie in der "Goldenen Bulle" von 1356 nicht mit der Kurwürde bedacht wurde, die an die pfälzischen Vettern ging, was zum völligen Auseinanderleben beider Linien führte. Er trat 1351 Brandenburg den Halbbrüdern ab, um sich dem geschlossenen Komplex Bayern-Tirol besser widmen zu können. Er reiste 1356 nach O-Preußen, hatte stets gute Beziehungen zu den HABSBURGERN, denen er zeitweise wegen völliger Verschuldung die Herrschaft in Ober-Bayern abtrat. Er wurde 1359 aus dem päpstlichen Bann getan, verbündete sich mit den Ghibellinen (VISCONTI und DELLA SCALA) und war dem Vater sehr ähnlich, fähig, tapfer, arbeitsam, aber politisch auch nicht konsequent. Ludwig starb auf einem Ritt nach München.

Veldtrup Dieter: Seite 235-237,289
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik"

Am 16. Mai 1335 hatte Ludwig der Brandenburger mit Abgesandten des polnischen Königs in Frankfurt an der Oder eine Übereinkunft getroffen, die neben dem Bündnis gegen jedermann eine Ehe zwischen Kasimirs älterer Tochter Elisabeth und Ludwig, dem Bruder des Brandenburgers vorsah. Man einigte sich darauf, dass Elisabeth eine Heimsteuer in Höhe von 10.000 Schock Prager Groschen erhalten solle; Ludwig sollte ihr 2.000 Mark jährlicher Einkünfte hauptsächlich aus den Vogteien Landsberg und Soldin zukommen lassen; als Zeitpunkt der copulatio, also des symbolischen Beilagers, wurde der 29. September 1338 bestimmt.
Inzwischen war nämlich am 11. Oktober 1347 LUDWIG DER BAYER gestorben. Dass die WITTELSBACHER KARLS Königtum nicht hinnehmen würden, war vorauszusehen. Doch da Ludwig der Brandenburger sich nicht selbst um die Nachfolge seines Vaters bemühen konnte, weil er wegen seiner Ehe mit Margarethe Maultasch gebannt war, versuchte er, in Eduard III. von England einen Gegenkandidaten zu KARL aufzubauen, der auch tatsächlich am 10. Januar 1349 in Oberlahnstein gewählt wurde. Diese Tatsache allein gefährdete KARLS zu dieser Zeit keineswegs unangefochtene Stellung im Reich, so dass ihm nun mehr denn je daran gelegen sein mußte, die mächtigen Fürstenfamilien des Reiches hinter sich zu bringen.

Veldtrup Dieter:
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik"
 

Ludwig V. der Brandenburger Herzog von Bayern
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* 21.5.1315, + 18.9.1361
              Zorneding bei München

Begraben: Frauenkirche zu München

Sohn von König LUDWIG IV. DEM BAYERN und seiner 1. Frau Beatrix von Schweidnitz
 

1.) – Siegburg 13.7.1323, ~ symbolisches Beilager Werdingborg um 15.12.1324

      Margarete von Dänemark
      * ca. 1315 (Juli 1311/Juli 1316), + vor 31.5.1340
                                         Berlin

Begraben: Franziskanerkirche Berlin

Tochter von König Christoph II. und der Euphemia von Pommern-Wolgast
 

2.) ? – Regensburg Juli/Aug. 1331

      Jutta (Judith, Bona) von Luxemburg
     * 20.5.1315, + 11.9.1349
       Prag

Tochter von König Johann von Böhmen und seiner 1. Frau Elisabeth von Böhmen

3.) – Nürnberg 23.8.1332

      Anna von Luxemburg
      * 27.3.1323, + 3.9.1338
                          Neuburg

Tochter von König Johann von Böhmen und seiner 1. Frau Elisabeth von Böhmen

4.) 1. oo 6.10.1333

      Margarete von Dänemark
      * ca. 1315 (Juli 1311/Juli 1316), + vor 31.5.1340
                                                      Berlin

Begraben: Franziskanerkirche Berlin

Tochter von König Christoph II. und der Euphemia von Pommern-Wolgast

5.) 2. oo Schloß Tirol 10.2.1342 (nach kaiserlicher Dispensation), 1341 nachträgliche Dispens wegen Verwandtschaft im 3. Grade und kirchliche Legitimierung der Ehe München 2.9.1359

     Margaretha Maultasch
     * 1318, + 13.10.1369
                  Wien

Begraben: Minoritenkirche zum H. Kreuz zu Wien

Tochter von Herzog Heinrich VI. und seiner 2. Frau Adelheid von Braunschweig-Grubenhagen
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 30.11.1324
  1. oo Margarete von Dänemark, Tochter des Königs Christoph II.
        um 1305- März/Mai 1340
                      Berlin

  10.2.1342
  2. oo 2. Margarete Maultasch von Tirol, Tochter des Herzogs Heinrich VI.
           1318-3.10.1369
      Schloß Maultasch Wien

Geliebte:
           Agnes von Flavon
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Elisabeth
       - nach 1345

2. Ehe

  Meinhard II.
  9.2.1344-13.1.1363

  Hermann
  März 1343- nach 1360
 
 
 
 

Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 94,114,159, 211,221,240,248,253,256,269 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 64,79,83,94,114,134,140,148,153,155,156,158 - Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München 1989 Seite 71,124,295,297,305,307,309,323 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 59,64-68 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 276,284,294,300,305,308-325,327,385 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1994 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Band II Seite 162f,192-211 -