Begraben: Frauenkirche, München
Ältester Sohn des Kaisers
LUDWIG IV. DER BAYER aus seiner 1. Ehe mit der Beatrix
von Schlesien-Glogau, Tochter von Herzog Heinrich III.
Lexikon des Mittealters: Band V Spalte 2193
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Ludwig V. der Brandenburger, Herzog von Ober-Bayern,
Graf von Tirol
------------------------------------ Markgraf von
Brandenburg
* Mitte Mai 1315, + 16. September 1361
Zorneding bei München
Begraben: München, Dom
1. oo 30. November 1324 Margarethe, Tochter König Christophs II. von Dänemark
2. oo 10. Februar 1342 Margarethe „Maultasch“
Ludwig wurde 1323 von seinem Vater LUDWIG IV. mit der Mark Brandenburg belehnt und erhielt durch seine zweite Ehe Tirol. Nach 1347 mußte er sich in Brandenburg gegen den von König KARL IV. unterstützten falschen Woldemar behaupten und in Tirol gegen die Bischöfe von Brixen und Trient und den aufständischen Adel durchsetzen. Der von ihm 1349 als Gegen-König aufgestellte Graf Günther von Schwarzburg konnte sich nicht lange halten. Durch die zweite bayerische Landesteilung von 1349 übernahm Ludwig der Brandenburger gemeinsam mit Ludwig VI. und Otto V. zu Brandenburg und Tirol auch Ober-Bayern. Die Belehnung mit Brandenburg (zusammen mit seinen Halbbrüdern) und Tirol durch KARL IV. erfolgte erst im Frieden von Bautzen 1350. 1351 trat Ludwig V. Brandenburg an Ludwig VI. und Otto V. ab und behielt nur Ober-Bayern und Tirol.
Literatur:
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NDB XV, 382-385 - S. v. Riezler, Geschichte Baierns
II, 1880 [Neudruck 1964], II 344, 473-479; III, 1889 [Neudruck 1964], 3-60
- Spindler II², 162f, 192-211 -
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 495
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Ludwig V., der Ältere, Herzog von Bayern, Markgraf
und Kurfürst von Brandenburg
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* 7. 1315, + 17/18.9.1361
Zorneding b. München
Begraben: Frauenkirche, München
Vater:
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Kaiser LUDWIG DER BAYER (1283-1347)
Mutter:
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Beatrix von Glogau (um 1290-1322)
1. oo Margarethe von Dänemark (+ 1340)
2. oo 1342 Margarethe Maultasch (um 1318-1369)
1323 mit der Mark Brandenburg belehnt.
Sein Pfleger und Vormund war nominelle bis 1330 Graf
Berthold von Henneberg.
Durch seine Heirat mit Margarethe
Maultasch Belehnung mit Tirol und Kärnten.
Von da ab Regierung Brandenburgs durch Statthalter.
Große Unzufriedenheit mit der Wittelsbachsichen
Regierung in der Mark.
1357 Aussöhnung Ludwigs
und
seiner Gemahlin mit der Kirche.
Schlug Kaiser KARL IV.,
der Schloß Tirol einnehmen wollte, in die Flucht.
Literatur:
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ADB 19; O. Mayr, D. Stammburg Schloss Tirol, o. J.
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Rall, Hans und Marga: Seite 65,66-67
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."
Herzog Ludwig V. der Brandenburger
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* Mitte Mai 1315, + 18.9.1361
?
Zorneding
Grabstätte: Dom in München
1. oo 30.11.1324 in Wordingborg
MARGARETE
* um 1305, + zwischen Ende März und Ende Mai 1340
?
Berlin
Grabstätte: Franziskanerkirche in Berlin
Eltern: Christoph II., König von Dänemark, und Eufemia, Tochter des Herzogs Boguslav IV. von Pommern
2. oo 10.2.1342 auf Schloß Tirol
MARGARTE, genannt Maultasch
* 1318, + 3.10.1369
Schloß Maultasch /Tirol Wien
Grabstätte: Minoritenkirche zum Heiligen Kreuz in Wien
Eltern: Heinrich, Herzog von Kärnten, und Gräfin Beatrix, Tochter des Grafen Amadeus V. von Savoyen
Margarete hatte Mitte September 1330 in Insnbruck den Markgrafen Johann Heinrich von Mähren geheiratet. Diese Ehe wurde 1341 vom Kaiser als nichtig (nicht vollzogen) erklärt, 1359 auch vom Papst annulliert.
Ludwig regiert als
Markgraf von Brandenburg von 1323/24 bis 1351 (bis 1333 durch Vertretung),
als Graf von Tirol von 1342 bis 1361, als Herzog von Ober-Bayern 1351 bis
1361. Gemeinsam mit seinen Brüdern regiert er 1347 bis 1349 alle WITTELSBACHER
Hoheitsbereiche
(einschließlich Holland).
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“
Nach dem Aussterben der ASKANIER (1323) wurde Ludwig von seinem Vater mit der Mark Brandenburg belehnt, folgte unter der Vormundschaft des fähigen Grafen Berthold VII. von Henneberg und mußte bedeutende Verluste hinnehmen, unter anderem die Altmark an die WELFEN, Uckermark an Pommern und die Nieder-Lausitz an die WETTINER. Er mußte 1332 nach der Schlacht bei Kremmen die brandenburgischen Hoheitsansprüche über Pommern aufgeben, wurde 1342 durch den Vater auch Graf von Tirol und behauptete es gegen das verdrängte Haus LUXEMBURG. Er folgte 1347 als Senior in Bayern und 1349 nach Erbquerelen und Teilung mit den Brüdern in Ober-Bayern. Er setzte den Thronkrieg gegen KARL IV. fort und schloß 1349/50 Frieden mit ihm, der dafür den "Falschen Waldemar" aufgab und bekam alle Reichslehen bestätigt. Er blieb aber KARLS Gegner, da die bayerische Linie in der "Goldenen Bulle" von 1356 nicht mit der Kurwürde bedacht wurde, die an die pfälzischen Vettern ging, was zum völligen Auseinanderleben beider Linien führte. Er trat 1351 Brandenburg den Halbbrüdern ab, um sich dem geschlossenen Komplex Bayern-Tirol besser widmen zu können. Er reiste 1356 nach O-Preußen, hatte stets gute Beziehungen zu den HABSBURGERN, denen er zeitweise wegen völliger Verschuldung die Herrschaft in Ober-Bayern abtrat. Er wurde 1359 aus dem päpstlichen Bann getan, verbündete sich mit den Ghibellinen (VISCONTI und DELLA SCALA) und war dem Vater sehr ähnlich, fähig, tapfer, arbeitsam, aber politisch auch nicht konsequent. Ludwig starb auf einem Ritt nach München.
Veldtrup Dieter: Seite 235-237,289
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik"
Am 16. Mai 1335 hatte Ludwig
der Brandenburger mit Abgesandten des polnischen Königs
in Frankfurt an der Oder eine Übereinkunft getroffen, die neben dem
Bündnis gegen jedermann eine Ehe zwischen Kasimirs
älterer Tochter Elisabeth und
Ludwig,
dem Bruder des Brandenburgers vorsah.
Man einigte sich darauf, dass Elisabeth
eine Heimsteuer in Höhe von 10.000 Schock Prager Groschen erhalten
solle; Ludwig sollte ihr 2.000 Mark
jährlicher Einkünfte hauptsächlich aus den Vogteien Landsberg
und Soldin zukommen lassen; als Zeitpunkt der copulatio, also des symbolischen
Beilagers, wurde der 29. September 1338 bestimmt.
Inzwischen war nämlich am 11. Oktober 1347 LUDWIG
DER BAYER gestorben. Dass die WITTELSBACHER
KARLS Königtum nicht hinnehmen würden, war vorauszusehen.
Doch da Ludwig der Brandenburger sich
nicht selbst um die Nachfolge seines Vaters bemühen konnte, weil er
wegen seiner Ehe mit Margarethe
Maultasch gebannt war, versuchte er, in Eduard
III. von England einen Gegenkandidaten zu KARL
aufzubauen, der auch tatsächlich am 10. Januar 1349 in Oberlahnstein
gewählt wurde. Diese Tatsache allein gefährdete KARLS
zu
dieser Zeit keineswegs unangefochtene Stellung im Reich, so dass ihm nun
mehr denn je daran gelegen sein mußte, die mächtigen Fürstenfamilien
des Reiches hinter sich zu bringen.
Veldtrup Dieter:
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik"
Ludwig V. der Brandenburger Herzog von Bayern
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* 21.5.1315, + 18.9.1361
Zorneding bei München
Begraben: Frauenkirche zu München
Sohn von König LUDWIG IV.
DEM BAYERN und seiner 1. Frau Beatrix
von Schweidnitz
1.) – Siegburg 13.7.1323, ~ symbolisches Beilager Werdingborg um 15.12.1324
Margarete
von Dänemark
* ca. 1315 (Juli 1311/Juli
1316), + vor 31.5.1340
Berlin
Begraben: Franziskanerkirche Berlin
Tochter von König Christoph
II. und der Euphemia von Pommern-Wolgast
2.) ? – Regensburg Juli/Aug. 1331
Jutta
(Judith, Bona) von Luxemburg
* 20.5.1315, + 11.9.1349
Prag
Tochter von König Johann von Böhmen und seiner 1. Frau Elisabeth von Böhmen
3.) – Nürnberg 23.8.1332
Anna
von Luxemburg
* 27.3.1323, + 3.9.1338
Neuburg
Tochter von König Johann von Böhmen und seiner 1. Frau Elisabeth von Böhmen
4.) 1. oo 6.10.1333
Margarete
von Dänemark
* ca. 1315 (Juli 1311/Juli
1316), + vor 31.5.1340
Berlin
Begraben: Franziskanerkirche Berlin
Tochter von König Christoph II. und der Euphemia von Pommern-Wolgast
5.) 2. oo Schloß Tirol 10.2.1342 (nach kaiserlicher Dispensation), 1341 nachträgliche Dispens wegen Verwandtschaft im 3. Grade und kirchliche Legitimierung der Ehe München 2.9.1359
Margaretha
Maultasch
* 1318, + 13.10.1369
Wien
Begraben: Minoritenkirche zum H. Kreuz zu Wien
Tochter von Herzog Heinrich VI.
und seiner 2. Frau Adelheid von Braunschweig-Grubenhagen
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30.11.1324
1. oo Margarete von Dänemark, Tochter des
Königs Christoph II.
um 1305- März/Mai
1340
Berlin
10.2.1342
2. oo 2. Margarete Maultasch von Tirol, Tochter
des Herzogs Heinrich VI.
1318-3.10.1369
Schloß Maultasch
Wien
Geliebte:
Agnes von Flavon
Kinder:
1. Ehe
Elisabeth
- nach 1345
2. Ehe
Meinhard II.
9.2.1344-13.1.1363
Hermann
März 1343- nach 1360
Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher
auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 94,114,159,
211,221,240,248,253,256,269 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger.
Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung
1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 64,79,83,94,114,134,140,148,153,155,156,158
- Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach
Bechtle Verlag Esslingen München 1989 Seite 71,124,295,297,305,307,309,323
- Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth
I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 59,64-68 - Schnith
Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien
Köln 1997 Seite 276,284,294,300,305,308-325,327,385 - Seibt
Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch
Verlag GmbH & Co. KG, München 1994 - Spindler Max: Handbuch
der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum
bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
München Band II Seite 162f,192-211 -