Begraben: Jakobinerkloster Den Haag
Jüngster Sohn des Grafen
Albrecht I. von Holland-Bayern-Straubing aus seiner 1. Ehe mit
der Margarete
von Brieg, Tochter von Herzog Ludwig I.
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 510
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Johann von Bayern, Elekt von Lüttich, Regent von
Holland und Seeland
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* 1374, + 6. Januar 1425
Le Quesnoy/Hennegau im Haag
Entstammte als dritter Sohn Herzog
Albrechts der Straubinger Linie der WITTELSBACHER,
durchlief eine kirchliche Laufbahn als Kanoniker in Cambrai, Dompropst
in Köln (1389), dann - mit Unterstützung Bonifaz' IX. - Elekt
von Lüttich (14. November 1389), lehnte den Empfang der höheren
Weihen aber beharrlich ab, wohl in Hoffnung auf eine weltliche Herrschaft.
Seine autoritäre Politik stieß in Lüttich auf erbitterten
Widerstand: 1395 erstmals vertrieben, 1404 Zusammenschluss der 17 Städte
des Fürst-Bistums Lüttich und Grafschaft Loon (Looz) unter dem
Einfluss der Zünfte zur Verteidigung ihrer Privilegien, 1406 grundsätzliche
Erklärung, daß alle Städte von der Ladung vor das Gericht
des Elekten ausgenommen seien. Der von Städten und Adel abgesetzteJohann
von Bayern konnte den Aufstand nur mit militärischer Unterstützung
übermächtiger Verbündeter, des Grafen
Wilhelm und des Herzogs von Burgund Jean (Johann
Ohnefurcht),
in der blutigen Schlacht von Othee niederschlagen (23. September 1408).
Die nachfolgenden Repressionsmaßnahmen haben Johann
von Bayern den Beinamen 'Sans Pitie' (Ohnegnade) eingetragen.
Neben der Administration des Straubinger Stammbesitzes (seit Oktober 1392,
zumeist durch Viztume) trat er unter dem Druck König
SIGISMUNDS in Holland und
Seeland als Konkurrent seiner Nichte
Jakobäa auf (Huldigung als Regent, 10. November 1417). SIGISMUND
übertrug ihm am 27. April 1418 die Nachfolge der Grafenwürde,
während Johann von Bayern auf
das Fürst-Bistum Lüttich verzichtete (22. Mai). Bereits 1417
hatte Johann von Bayern die LUXEMBURGERIN
Elisabeth
von Görlitz geheiratet. Doch dämpfte Herzog Philipp der
Gute von Burgund die Aspirationen Johanns
durch Verpflichtung auf eine gemeinsame Regentschaft mit Johann
IV. von Brabant (1419). Da dieser aber die versprochene Entschädigungssumme
nicht aufzubringen vermochte, kamen ganz Holland
und Seeland als Pfandschaft 12 Jahre an Johann
von Bayern. Er fand im Lande weitgehend Anerkennung, war um
Wiederherstellung einer geordneten Verwaltung bemüht und entfaltete
im Haag höfisches und kulturelles Leben. 1424 trafen Johann
von Bayern und Philipp die
wechselseitige Vereinbarung, dass bei erbenlosem Tod des einen die Anwartschaft
für Holland und Seeland auf den anderen
übergehen solle. Nach Johanns unerwartetem
Tod, dem Gerücht zufolge durch Gift, konnte Burgund vollen Nutzen
aus dem geschlossenen Erbvertrag ziehen.
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 394
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Johann III., Herzog von Bayern, erwählter Bischof
von Lüttich, Graf von Holland
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* 1373, + 5./6.1.1425
Le Quesney Den Haag
Begraben: Jakobinerkloster Den Haag
Vater:
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Albrecht I. (1336-1404)
Mutter:
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Margarethe von Brieg (+ 1386)
oo 1419 Elisabeth von Görlitz (1390-1451)
Herzog von Nieder-Bayern und den Niederlanden.
1389 zum Bischof von Lüttich gewählt und 1390
ernannt.
Jedoch nur Subdiakonsweihe.
1418 Aufgabe des Bistums Lüttich.
Seit 1397 Verwaltung seines bayerischen Stammlandes.
Er war ein Förderer der Kunst.
An seinem Hof war Jan van Eyck zwei Jahre beschäftigt.
Berüchtigt wegen seiner Härte gegen die Rebellen
von
Holland, deshalb sein Beiname „ohne Gnade“.
Starb an den Folgen eines Giftanschlags.
Literatur:
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NDB 10; Riezler.
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Johann III. ohne Gnade
war Domherr zu Cambrai und zuerst dort Bischofs-Kandidat. Er nahm nie die
Weihen, besaß keine bischöfliche Würde und Bildung, war
ganz und gar weltlich eingestellt und war Anhänger des zu seiner Zeit
schon ganz entarteten Rittertums. Er versuchte die städtischen Freiheiten
Lüttichs einzuschränken und wurde verjagt. Die Stadt stellte
1406-1408 Dietrich von Horn als Gegenbischof auf. 1408 kamJohannmit
burgundischer Hilfe zurück, besiegte seine Gegner in der Schlacht
bei Othee und statuierte ein barbarisches Exempel. Er nahm der Stadt alle
Vorrechte, unzählige Konfiskationen und Hinrichtungen fanden statt.
Er machte die Feldzüge des Bruders gegen die Friesen mit, resignierte
1417 als Bischof und ließ sich vom Kaiser seine Erbansprüche
in Holland bestätigen und begann einen
brutalen Erbkrieg gegen seine Nichte Jakobäa.
Er verlor 1417 die Schlacht bei Gorkum, ging zu den Kabeljaus über
und schloss zuletzt Frieden mit ihr und huldigte ihr mit seinem Besitz.
Er wurde dafür als Mitregent und Erbe anerkannt und besaß die
Herrschaften Woerden, Voorne, Briel und Goyland. Bis zu seiner Ermordung
war er ein kraftvoller Schutzwall gegen die burgundische Expansion, trat
seine Erbansprüche dem Stiefsohn ab und stützte ihn auch gegen
Burgund.
1417
oo 2. Elisabeth von Luxemburg-Görlitz, Tochter
des Herzogs Johann
x 11.1390-3.8.1451
Kinder:
Illegitim
Katharina
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oo Otto Graf von Arkel
-
Tochter
-
oo Johann von Egmont zu Waterlingen
- 1415
Literatur:
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Calmette Joseph: Die großen Herzöge
von Burgund, Diederichs Müncchen 1996, Seite 34,168 - Hoensch,
Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie
gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000
Seite 252 - Hoensch Jörg K.: Kaiser Sigismund, Verlag
C.H.Beck München 1996, Seite 188,236,272,352,471,583,598 - Schnith
Karl (Hrsg.): Frauen des Mittelalters in Lebensbildern, Verlag Styria Graz-Wien-Köln
1997, Seite 371,374-379 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen
Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang
des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München
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