Begraben:Nikolai-Kapelle zu Northeim
Einziger Sohn des Grafen
Siegfried III. von Boyneburg aus dem Hause
NORTHEIM und der Adelheid
Thiele, Andreas: Tafel 171
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band I, Teilband 1"
SIEGFRIED IV.
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* um 1095, + 1144
Siegfried IV. folgte 1107 seinem Vater, beerbte 1117 den Cousin Otto III. von Northeim und hielt damit allen Besitz des Hauses zusammen. Er hatte ein sehr gutes Verhältnis zu Erzbischof Adalbert von Mainz und Kaiser LOTHAR III. und besaß so starken Einfluß in Sachsen und im Reich. Er beerbte 1122 die mit den WINZENBURGERN verwandten Grafen von Reinhausen mit Leinegau und Diemelgebiet, 1124 die ERPONEN im Waldeckschen Bereich mit Ittergau, Hofgeismar und Warburg. Er hielt zuletzt eine dem Großvater gleich starke Position und erwarb unter anderem die Vogteien Heiligenstadt/Eichsfeld, Flechtheim, Gandersheim, Bursfelde und Helmarshausen. Er stand 1138 im Thronkrieg gegen die STAUFER, die ihm 1138 alle Reichslehen zugunsten des Hauses WINZENBURG absprachen. Er führte gegen dieses Krieg, schlug es zurück und schloß später eine Erbeinigung mit ihm, wodurch alles an WINZENBURG fiel. Er war den WELFEN in Sachsen an Macht und Besitz ebenbürtig.
oo RICHZA N.
+
Ihre zweite Ehe: oo Heinrich, Graf von Winzenburg und
Northeim, + 1146)
Vor allem hatte der Inhaber der Vogtei, Graf Siegfried IV. von Boyneburg, der letzte NORTHEIMER, die Abtei Korvey schwer geschädigt. Auch er hatte sich in gewalttätiger Weise über die Rechte der Reichsabtei hinweggesetzt, dem Kloster 1143 seinen Halbbruder Heinrich als Abt aufgezwungen und es außerdem wirtschaftlich geschädigt.
Bernhardi, Wilhelm: Seite 386
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III."
Graf Siegfried von Bomeneburg, ein Enkel Ottos
von Northeim, war am 27. April 144 gestorben und bei seinen
Ahnen zu Northeim beigesetzt worden. Ob seine Ehe mit Richenza,
deren Herkunft nicht bekannt isat, kinderlos blieb, läßt sich
nicht mit Sicherheit bestimmen. Die Gräfin
Guda von Arnstein kann seine Tochter oder seine Schwester gewesen
sein.
Wohl aber hinterließ er einen unehelichen Sohn
namens Konrad. Da sein Bruder Heinrich Geistlicher und Abt
von Corvey, seine Schwester
Judith Äbtissin von Kemnade war, und die Gräfin Guda
von Arnstein sich gleichfalls dem klösterlichen Leben gewidmet
hatte und keine Kinder besaß, erlosch mit Siegfried von Bomeneburg
das altberühmte nordheimische Geschlecht [40 Ann.
Palid. (M.G.S.XVI, 81) 1144: Sifridus comes de Boumeneburch obiit.
- Ann. Magdebg. (M.G.S. XVI, 187) 1144: Sifridus comes de Bouminiburch
etiam obiit, et in ambobus (auch in Rudolf von Stade)
cessavit miserabiliter deducta antiquitus prolis successio. - Chron.
Sanpetr. Seite 27 (vgl. Ann. Pegav. M.G.S. XVI, 258) 1144: Sigefridus
comes de Boemeneburg obiit. - Chron. Mont. Ser. (MGS XXIII, 146)
1144: Sifridus comes de Hamburc obiit. Quidam libri habent
de Boumeneburc. - Irrig melden die Ann. Stederburg. (M.G.S. XVI, 207)
seinen Tod mit dem des Papstes
Coelestin und des Grafen Rudolf von Stade zu 1145. - Seiner Beisetzung
zu Northeim gedenkt Henr. Bodo, Syntag. (Meibom. Script. II, 503): Sifridus
filius Sifridi ... sine liberis mortuus et in capella cium patribus
in Northeim sepultus quiescit. - Necrol. Amelungsborn. (Dürre,
Beitr. zur Geschichte von Amelungsb., Progr. d. Gymnas. zu Holzminden 1876,
Seite 5): 5 Kal. Maii. Obiit pie memorie comes Sifridus de Homborch,
qui de rebus propriis mansterium Amelungsbornenese fundavit. - Der
17. Oktober, den Schrader, Dynastenst. Seite 129, und nach ihm Giesebrecht
K.-Z. IV, 211, geben, stammt aus den gefälschten Fasti Corbeienses.
Bereits am 10. Juli 1144 nennt Erzbischof Heinrich von Mainz in einer Urkunde
für Amelungsborn Siegfried einen Verstorbenen (Schrader, Dynastenst.
Seite 232, No. 9). - Über Siegfrieds Verwandte vgl. den Excurs:
Graf Sigifrid und Heinrich I., Abt von Corvei.].
Sehr ansehnlich war sein Eigentum in Allodialgütern
gewesen, von denen er einen Teil zur Stiftung des Zisterzienserklosters
Amelungsborn verwendet hatte. Nicht weit davon lag seine Besitzung
Homburg, von der öfter den Namen führte. Außerdem gehörten
ihm noch Northeim, Hitfeld, Ninover in der späteren Grafschaft Dassel,
Elrichshofen und zahlreiche kleinere und größere Güter.
Eine beträchtliche Reihe von Ministerialen war ihm zu Dienst verpflichtet
oder zahlte einen jährlichen Zins. Vom Reich trug er die südlich
von Eschwege in Hessen gelegene Bomeneburg
zu Lehen sowie die Vogtei über das Kloster Corvey, die in seiner
Familie erblich gewesen zu sein scheint. Andere Lehen besaß er vom
Erzbistum Mainz und vom Bistum Hildesheim.
Jordan Karl: Seite 33
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"Heinrich der Löwe"
Wenige Wochen nach der Ermordung Rudolfs von Stade starb
am 27. April 1144 Graf Siegfried IV. von Boyneburg
(bei
Eschwege), der letzte männliche Sproß des angesehenen Geschlechts
der NORTHEIMER. Er verfügte
über einen Herrschaftsbereich, der dem seines Großvaters Otto
von Northeim kaum nachstand und der sich hauptsächlich von
der mittleren Leine und der Oberweser bis in den Raum von Eschwege erstreckte.
Siegfried
besaß
aber nicht nur einen großen Teil der Allodialgüter seiner Familie,
sondern auch fast alle Grafschafts- und Vogteirechte, die die NORTHEIMER
im Laufe der Zeit in ihrer Hand vereinigt hatten.
Neben seiner Witwe Richenza
waren seine einzige Tochter Guda
und seine Schwester Richenza
seine nächsten Erben. Aber auch Heinrich
der Löwe konnte als Enkel der Kaiserin
Richenza, einer NORTHEIMERIN, Erbansprüche auf
die Hoheitsrechte
Siegfrieds,
der sein Großonkel war, anmelden. Wenn er sie damals noch nicht geltend
machte, so lag dies zweifellos darin begründet, dass er zu dieser
Zeit im Ringen um die STADER Erbschaft stand, die ihm wohl noch wertvoller
erschien.
Das Erbe der BOYNEBURGER
trat zunächst jene Dynastie an, die neben ihnen im südlichen
Sachsen eine starke Machtposition besaß. Das waren die Grafen im
Leinegau, die ursprünglich südlich von Göttingen in Reinhausen
und auf den Gleichen saßen, die sich aber seit Anfang des 12. Jahrhunderts
meist nach der Winzenburg nannten, die sie von den Bischöfen von Hildesheim
zu Lehen trugen. Der führende Kopf des Geschlechts war damals Graf
Hermann II. Sein jüngerer Bruder Heinrich
von Assel vermählte sich bald nach Siegfrieds
Tod
mit dessen Witwe
Richenza und erhielt dadurch einen Teil der Erbgüter.
Den weitaus größten Teil des Nachlasses hat aber Hermann,
der über große Mittel verfügte, von Siegfrieds
Erben
käuflich erworben.
oo 1. Richenza von Immenhausen, Tochter des Grafen
Dudo
-
1145
2. oo Heinrich I. von Plesse
Graf von Winzenburg
- 1146
Kinder:
Guda Erbin der Allodien
-17.8. um 1156
oo Ludwig III. Graf von Arnstein
-25.10.1185
Sie wandelten wegen ihrer Kinderlosigkeit Arnstein in eine Prämonstratenserabtei um und traten dort beide 1139 ein und starben dort.
Illegitim:
Konrad
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Literatur:
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Annalen von Magdeburg
- Annalista Saxo: Reichschronik
Seite 176 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte
Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 Seite 69,79,115,
298,328,373,386,408,489,553,937 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher
der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker &
Humbolt Leipzig 1879 Seite 254,349,527, 600,605 - Chronik
des Albert von Stade - Die Salier und das Reich, hg. Stefan
Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 333,335,338,349,361/Band
II Seite 491,499 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche
Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen
1977, Seite 174,179 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher
Taschenbuch Verlag München, Seite 33,87, 104,128,144 - Kölner
Königschronik - Lange, Karl-Heinz:
Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und
Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels
im Hochmittelalter Dissertation Kiel 1958 Seite 149-159 - Partenheimer
Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des
Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001
Seite 70-74,76,94,229,238,240,248,252,254,287 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 171
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