Johann III. der Friedfertige            Herzog von Jülich-Berg (1511-1539)
---------------------------------           Herzog von Kleve (1521-1539)
10.11.1490-6.2.1539                     Graf von Mark-Altena und Ravensberg
 

Ältester Sohn des Herzogs Johanns II. von Kleve und der Mechthild von Hessen-Marburg, Tochter von Landgraf Heinrich III.
 

Thiele, Andreas: Tafel 485
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

JOHANN III. DER FRIEDFERTIGE
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* 1490, + 1539

Johann III. folgte 1511 seinem Schwiegervater als Herzog von Jülich-Berg-Ravensberg und 1521 seinem Vater als Herzog von Kleve und Graf von Mark-Altena und 1528 seinem Cousin Philipp in Ravenstein. Er vereinigte damit alle niederrheinischen Herzogtümer in seiner Hand, blieb den Reichstagen wegen zunehmender Religionsstreitigkeiten fern, förderte reformatorische Bemühungen, toleriete auch die Reformation unter dem Einfluß des Schwiegersohnes, blieb aber katholisch. Er wurde 1530 alleiniger Kreisdirektor des niederländisch-westfälischen Kreises und wurde damit führende Kraft. Er bekämpfte mit Hessen 1534-1536 die Widertäufer in Münster, geriet in immer größere Abhängigkeit von den Landesständen und mußte getrennte Verwaltung der Herzogtümer anerkennen. Er wurde zunehmend Gegner Kaiser KARLS V. wegen der sich anbahnenden Erbfrage Geldern-Zütphen, wo er von den dortigen Ständen als Erbe anerkannt wurde.

 X.1510
  oo MARIE VON JÜLICH-BERG, Tochter und Gesamterbin des Herzogs Wilhelm IV. (II.)
       * 1491, + 1543



Fraser Antonia: Seite 329-332
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"Die sechs Frauen Heinrichs VIII."

Wenn überhaupt jemand, so war es die klevische Herrscherfamilie gewesen, die das Rennen gemacht hatte. Im Jahr 1530 hatte Herzog Johann III., bekannt als "der Friedensbringer", eine Heirat zwischen seinem Sohn und Mary vorgeschlagen. 1532 hatte sein Hofmarschall den englischen Hof besucht. Die Existenz mehrerer unverheirateter Töchter bedeutete, daß auch deren Namen in der hektischen Aufregung nach Königin Janes Tod genannt worden waren, obwohl Botschafter Huttons abschätzige Bemerkungen über Anna von Kleves "Abstammung" und "Schönheit" nicht vergessen werden dürfen. Im Juni 15638 war für kurze Zeit eine Doppelhochzeit zwischen Mary und Wilhelm, dem Erben des Herzogtums Kleve, sowie zwischen König Heinrich und einer noch unbezeichneten Partnerin erwogen worden.
Die Eheschließung Herzog Johanns III. von Kleve-Mark mit Maria, der Erbin der benachbarten Herzogtümer Jülich und Berg, brachte dann 1521 mit Düsseldorf als Hauptstadt all diese Territorien zusammen.
Dem Herzogspaar wurden vier Kinder geboren. Anna, am 22. September 1515 zur Welt gekommen, war die zweite - drei Jahre jünger als ihre Schwester Sybilla. Nach Anna kam Juli 1516 Wilhelm und zuletzt Amalie,  geboren 1517. Die Vorfahren Annas von Kleve waren gewiß nicht unbedeutend. Väterlicherseits konnte sie durch Edward I. und dessen 1. Gattin Eleonore von Kastilien königlich-englische Herkunft für sich beanspruchen. Beider Tochter Margaret hatte den Herzog von Brabant geheiratet.
Der nächste Schritt territorialer Vergrößerung Kleves erfolgte im Sommer 1538, als Herzog Johanns Erbe Wilhelm von den Bewohnern Gelderns als ihr neuer Herzog anerkannt wurde, da ihm seine Mutter aus Jülich-Berg ihren Anspruch übertragen hatte.
Der wahre Einfluß am Hof Johanns III. von Kleve, eines gebildeten ud kultivierten Menschen, war der des Erasmus von Rotterdam und  nicht der Luthers. Herzog Johanns Kirchengesetze von 1533 wurden Erasmus zur Beratung und Zustimmung vorgelegt: im April gewährte ihm Johann eine Pension. Auf Empfehlung Erasmus' wurde der humanistische Gelehrte Konrad von Heresbach zum Hauslehrer des jungen Wilhelm von Kleve ernannt. Herzog Johanns Instinkt für Machtausgleich wird deutlich durch die Verheiratung seiner ältesten Tochter Sybilla im Jahr 1527 mit Johann Friedrich von Sachsen, der später den Schmalkaldischen Bund anführen würde, doch Johann selbst, der sich vielleicht an seinen Beinamen "Friedensbringer" erinnerte, trat der Liga nicht bei.
Unglücklicherwiese war Maria von Jülich-Berg keine Isabella von Kastilien, noch hatten die aufregenden Ideen der Renaissance, die die Erziehung von Frauen (oder zumindest Prinzessinnen) betrafen, hier Einfluß nehmen dürfen. Es hat den Anschein, als wäre Maria selbst strenggläubige Katholikin gewesen und hätte sich den liberalen Reformideen ihres Vaters und ihres Mannes nicht unterworfen. Wie dem auch sei, gewiß war sie strenggläubig und hatte eine strenge Vorstellung von der Erziehung ihrer Töchter - "eine, die sehr genau auf ihre Kinder sieht", denen sie niemals erlaubt, sich "weit von ihrem Ellenbogen" zu entfernen. Während Wilhelm von Kleve durch Konrad von Heresbach unterrichtet wurde, konnte seine nur zehn Monate ältere Schwester Anna in keiner anderen als ihrer Muttersprache lesen und schreiben.
Im Februar 1539 starb Herzog Johann "der Friedensbringer" und hinterließ seinem zweiundzwanzigjährigen Sohn Wilhelm die nun miteinander verschmolzenen Kleve-Geldern-Gebiete. Sein Tod war ein Verlust, zumindest für den Staat Kleve.

Ennen, Edith: Seite 210
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"Frauen im Mittelalter."

Zu einem Musterbeispiel territorialer Zusammenschlüsse durch Erben und Heiraten wird der Niederrhein. Das rechtsrheinisch gelegene Berg fällt 1329 nach dem Aussterben der Ravensberger Linie an die in Jülich regierende Jüngere bergische Linie; in Kleve kommt 1347 mit dem Grafen von der Mark ebenfalls eine jüngere Linie des bergischen Hauses zur Herrschaft. 1423 stirbt der in Jülich regierende Zweig der bergischen Familie aus. Das Herzogtum Jülich fällt den Herzog Adolf von Berg zu, diese Vereinigung Jülich-Berg ist endgültig. Im Jahr 1510 kam es dann zu der großen Düsseldorfer Hochzeit: Die Erbtochter Maria von Jülich-Berg heiratet den Jung-Herzog Johann von Kleve-Mark, der 1521 zur Regierung kam und 1524 auch Herzog von Jülich-Berg wurde.
 
 
 
 
 

1.10.1510
  oo Maria von Jülich-Berg, Erbtochter des Herzogs Wilhelm IV.
       3.8.1491-19.8.1543
 
 
 
 

Kinder:

  Sibylle
  17.7.1512-21.2.1554
  Düsseldorf Weimar

 1526
  oo Johann Friedrich I. Kurfürst von Sachsen
       30.6.1503-3.3.1554

  Anna
  22.9.1515-16.7.1557

6.1.1540
  oo 4. Heinrich VIII. König von England
- 1540  28.6.1491-21.8.1547

  Wilhelm IV. der Reiche
  28.7.1516-5.1.1592
 
 
 
 

Literatur:
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Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 210 - Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 225,316,329-332 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 485 -