Ältester Sohn des Herzogs Johanns II. von Kleve
und der Mechthild von Hessen-Marburg, Tochter von Landgraf Heinrich
III.
Thiele, Andreas: Tafel 485
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs-
und Grafenhäuser II"
JOHANN III. DER FRIEDFERTIGE
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* 1490, + 1539
Johann III. folgte 1511 seinem Schwiegervater als Herzog von Jülich-Berg-Ravensberg und 1521 seinem Vater als Herzog von Kleve und Graf von Mark-Altena und 1528 seinem Cousin Philipp in Ravenstein. Er vereinigte damit alle niederrheinischen Herzogtümer in seiner Hand, blieb den Reichstagen wegen zunehmender Religionsstreitigkeiten fern, förderte reformatorische Bemühungen, toleriete auch die Reformation unter dem Einfluß des Schwiegersohnes, blieb aber katholisch. Er wurde 1530 alleiniger Kreisdirektor des niederländisch-westfälischen Kreises und wurde damit führende Kraft. Er bekämpfte mit Hessen 1534-1536 die Widertäufer in Münster, geriet in immer größere Abhängigkeit von den Landesständen und mußte getrennte Verwaltung der Herzogtümer anerkennen. Er wurde zunehmend Gegner Kaiser KARLS V. wegen der sich anbahnenden Erbfrage Geldern-Zütphen, wo er von den dortigen Ständen als Erbe anerkannt wurde.
X.1510
oo MARIE VON JÜLICH-BERG, Tochter und Gesamterbin
des Herzogs Wilhelm IV. (II.)
* 1491, + 1543
Wenn überhaupt jemand, so war es die klevische
Herrscherfamilie gewesen, die das Rennen gemacht hatte. Im Jahr 1530
hatte Herzog Johann III., bekannt als "der Friedensbringer",
eine Heirat zwischen seinem Sohn und Mary vorgeschlagen.
1532 hatte sein Hofmarschall den englischen Hof besucht. Die Existenz mehrerer
unverheirateter Töchter bedeutete, daß auch deren Namen in der
hektischen Aufregung nach Königin Janes Tod
genannt worden waren, obwohl Botschafter Huttons abschätzige Bemerkungen
über Anna von Kleves "Abstammung"
und "Schönheit" nicht vergessen werden dürfen. Im Juni 15638
war für kurze Zeit eine Doppelhochzeit zwischen
Mary und Wilhelm, dem Erben des Herzogtums Kleve, sowie
zwischen König Heinrich und einer
noch unbezeichneten Partnerin erwogen worden.
Die Eheschließung Herzog
Johanns III. von Kleve-Mark mit Maria, der Erbin
der benachbarten Herzogtümer Jülich und Berg, brachte
dann 1521 mit Düsseldorf als Hauptstadt all diese Territorien zusammen.
Dem Herzogspaar wurden vier Kinder geboren. Anna,
am 22. September 1515 zur Welt gekommen, war die zweite - drei Jahre jünger
als ihre Schwester Sybilla. Nach Anna
kam Juli 1516 Wilhelm und zuletzt Amalie, geboren 1517.
Die Vorfahren Annas von Kleve waren
gewiß nicht unbedeutend. Väterlicherseits konnte sie durch Edward
I. und dessen 1. Gattin Eleonore von
Kastilien königlich-englische Herkunft für sich beanspruchen.
Beider Tochter Margaret hatte den Herzog
von Brabant geheiratet.
Der nächste Schritt territorialer Vergrößerung
Kleves erfolgte im Sommer 1538, als Herzog Johanns Erbe Wilhelm
von den Bewohnern Gelderns als ihr neuer Herzog anerkannt wurde, da ihm
seine Mutter aus Jülich-Berg ihren Anspruch übertragen hatte.
Der wahre Einfluß am Hof Johanns
III. von Kleve, eines gebildeten ud kultivierten Menschen, war
der des Erasmus von Rotterdam und nicht der Luthers.
Herzog
Johanns Kirchengesetze von 1533 wurden Erasmus zur Beratung
und Zustimmung vorgelegt: im April gewährte ihm Johann eine
Pension. Auf Empfehlung Erasmus' wurde der humanistische Gelehrte Konrad
von Heresbach zum Hauslehrer des jungen Wilhelm von Kleve ernannt.
Herzog
Johanns Instinkt für Machtausgleich wird deutlich durch
die Verheiratung seiner ältesten Tochter Sybilla im Jahr 1527
mit Johann Friedrich von Sachsen, der später den Schmalkaldischen
Bund anführen würde, doch Johann
selbst, der sich vielleicht
an seinen Beinamen "Friedensbringer" erinnerte, trat der Liga nicht bei.
Unglücklicherwiese war Maria von Jülich-Berg
keine
Isabella von Kastilien, noch
hatten die aufregenden Ideen der Renaissance, die die Erziehung von Frauen
(oder zumindest Prinzessinnen) betrafen, hier Einfluß nehmen dürfen.
Es hat den Anschein, als wäre Maria selbst strenggläubige
Katholikin gewesen und hätte sich den liberalen Reformideen ihres
Vaters und ihres Mannes nicht unterworfen. Wie dem auch sei, gewiß
war sie strenggläubig und hatte eine strenge Vorstellung von der Erziehung
ihrer Töchter - "eine, die sehr genau auf ihre Kinder sieht", denen
sie niemals erlaubt, sich "weit von ihrem Ellenbogen" zu entfernen. Während
Wilhelm von Kleve durch Konrad von Heresbach unterrichtet wurde,
konnte seine nur zehn Monate ältere Schwester Anna
in keiner anderen als ihrer Muttersprache lesen und schreiben.
Im Februar 1539 starb Herzog Johann "der Friedensbringer"
und hinterließ seinem zweiundzwanzigjährigen Sohn Wilhelm
die nun miteinander verschmolzenen Kleve-Geldern-Gebiete. Sein Tod war
ein Verlust, zumindest für den Staat Kleve.
Ennen, Edith: Seite 210
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"Frauen im Mittelalter."
Zu einem Musterbeispiel territorialer Zusammenschlüsse
durch Erben und Heiraten wird der Niederrhein. Das rechtsrheinisch gelegene
Berg fällt 1329 nach dem Aussterben der Ravensberger Linie an die
in Jülich regierende Jüngere bergische Linie; in Kleve kommt
1347 mit dem Grafen von der Mark ebenfalls eine jüngere Linie des
bergischen Hauses zur Herrschaft. 1423 stirbt der in Jülich regierende
Zweig der bergischen Familie aus. Das Herzogtum Jülich fällt
den Herzog Adolf von Berg zu, diese Vereinigung Jülich-Berg ist endgültig.
Im Jahr 1510 kam es dann zu der großen Düsseldorfer Hochzeit:
Die Erbtochter Maria von Jülich-Berg heiratet den Jung-Herzog
Johann von Kleve-Mark, der 1521 zur Regierung kam und 1524 auch Herzog
von Jülich-Berg wurde.
1.10.1510
oo Maria von Jülich-Berg, Erbtochter des
Herzogs Wilhelm IV.
3.8.1491-19.8.1543
Kinder:
Sibylle
17.7.1512-21.2.1554
Düsseldorf Weimar
1526
oo Johann Friedrich I. Kurfürst von Sachsen
30.6.1503-3.3.1554
Anna
22.9.1515-16.7.1557
6.1.1540
oo 4. Heinrich VIII. König von England
- 1540 28.6.1491-21.8.1547
Wilhelm IV. der Reiche
28.7.1516-5.1.1592
Literatur:
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Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H.
Beck München 1994, Seite 210 - Fraser Antonia: Die sechs Frauen
Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 225,316,329-332
- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-,
Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 485 -