Ältester Sohn des Grafen
Ludwig I. der Bärtige in Thüringen aus dem Hause der
LUDOWINGER
und der Cäcilie
von Sangershausen, Tochter von Graf Berthold
Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 26
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XI. 76. ADELHEID
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* ca. 1060, + 1110 18. X. oder 17. XI.
Gemahl:
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a) 1081
FRIEDRICH
I. VON PUTELENDORF, Pfalzgraf von Sachsen
+ 1185 25. II.
b) 1088 5. II.
LUDWIG DER SALIER, Graf von Thüringen
+ 1123 6. oder 8.V.
Anmerkungen: Seite 137
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X. 72-77.
E. G. Wolters, Gfn von Stade, Stader Arch. N. 1,2.
LUDWIG DER SPRINGER
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+ als Mönch zu Reinhardsbrunn 6../8.V.1123
Begraben: Reinhardsbrunn
1100 Graf von SCHAUENBURG
erbaut die Wartburg, gründet mit Graf Berenger,
seinem Bruder, um 1085 Kloster Schönrain bei Langenprozelten/Main,
stiftet um 1085 Kloster Reinhardsbrunn
oo 1087
ADELHEID
+ 18.X. oder 17.XI.1110
Begraben: Reinhardsbrunn
Witwe von Friedrich III., Graf von Goseck
Tochter von Lothar Udo III. (II.) Graf von Stade, Markgraf
der Nordmark
LUDWIG II. "DER SPRINGER"
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+ 1123
Ludwig II. der Springer rebellierte 1073-1075 zusammen mit seinem Bruder Beringer, unterwarf sich nach der Schlacht bei Homburg/Unstrut und folgte dem Vater. Er vermehrte seinen Besitz in vielen Fehden, besonders gegen die Erzbischöfe von Mainz, begründete rigoros die Vormacht der Familie in Thüringen und schuf sich reichsunmittelbaren Besitz. Ludwig errichtete unter anderem die Wartburg zur Sicherung des Besitzes, den er auch durch Rodungen vergrößerte. Er war nach 1104 Stütze Kaiser HEINRICHS V. Er ging später aber doch zur sächsischen Oppositiion über und war 1113 und 1114-1116 inhaftiert. Ludwig II. floh der Sage nach mit einem Sprung (mit Pferd) aus Burg Giebichenstein in die Saale (Beiname), gründete das Hauskloster Reinhardsbrunn und starb dort als Mönch.
oo 1088
ADELHEID
VON STADE
+ 1110
Tochter des Markgrafen Lothar Udo II. von der Nordmark,
Witwe des Pfalzgrafen Friedrich III. von Sachsen (von Ludwig ermordet!)
Patze, Hans/Schlesinger, Walter: Seite 11-13
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"Geschichte Thüringens"
Sein SohnLudwig der Springer
hat zu den vorhandenen, für die Zeit typischen Elementen adliger Herkunft
ein Reformkloster, Reinhardsbrunn, hinzugefügt. Nach der Sage, welche
sich im Kern bereits in der Reinhardsbrunner Chronik findet, wurde die
Stiftung des Klosters durch die Beteiligung des Grafen an der Ermordung
des Pfalzgrafen Friedrich III. von Sachsen aus dem Hause GOSECK
verursacht.
Ob die Witwe und ihr künftiger Gemahl zum Gattenmord zusammengewirkt
haben, wie die Chronik erzählt, läßt sich nicht mit Bestimmtheit
sagen. Der zum Tode verurteilte Graf rettete sich durch einen Sprung von
der Burg Giebichenstein in die Saale. Der Beiname "der
Springer" haftet ihm in der Geschichte an. Ein vor dem kühnen
Sprung geleistetes Gelübde an den heiligen Ulrich löste er durch
die Gründung der Ulrichskirche in Sangerhausen ein, doch erlegte ihm
Herrand von Ilsenburg für einen Verstoß gegen das Fastengebot
noch die Gründung eines Klosters auf. Der Graf folgte dem Gebot, indem
er bei seiner Burg Schauenburg 1085 das Kloster Reinhardsbrunn stiftete
und es mit Mönchen aus Hirsau unter Abt Giselher besetzte. Wie in
dem kurz vorher von ihm ausgestatteten Priorat Schönrain galt in Reinhardsbrunn
die freie Vogtswahl.
Die kleine, für die Zeit typische, aus Burg, Kloster
und Waldweilern bestehende, im nicht abgegrenzten Eremus gegründete
Herrschaft kollidierte sehr bald mit einem gleichartigen Gebilde. 1143
gründete Graf Sizzo III. aus dem Raum Ohrdruf seit langen ansässigen
Geschlecht der Grafen von Schwarzburg-Käfernburg bei Altenbergen ein
Zisterzienserkloster, das er seinem Neffen Eberhard aus Morimund unterstellte.
Gegen die Gründung prostetierte bezeichnenderweise Ludwigs
des Springers Sohn Udo
I. von Naumburg beim Abt von Morimund, und Abt Ernst von Reinhardsbrunn
bat Papst Lucius
II., die Verlegung des Klosters an einen Ort zu veranlassen. Der
Abt befürchtete Grenzstreitigkeiten mit der zu nahe gelegenen Zisterze,
die 1152 von ihrem Standort bei Altenbergen, wo sie archäologisch
nachgewiesen werden konnte, ins Tal beim damaligen Vorwerk Radkers im heutigen
Georgenthal verlegt wurde. Dies muß nicht auf Grund der Drohungen
aus Reinhardsbrunn geschehen sein, aber wir dürfen als gesichert betrachten,
dass mehrere der Urkundenfälschungen des Klosters Reinhardsbrunn angefertigt
wurden, um diese Gründung durch die in den Fälschungen enthaltenen
Grenzbeschreibungen nachträglich rechtlich gegen Georgenthal abzusichern,
dessen Grenzbeschreibung von 1143 sich an die desludowingischen
Hausklosters genau anlehnt.
Wichtige Erwerbungen, die in den Fälschungen genannt
werden, an deren Existenz aber nicht zu zweifeln ist, machte Reinhardsbrunn
im Mechterstädt, wo Bifang erworben wurde, und in den Wäldern
Windefelt und Elisis, die Gebhard von Nordeck, der - was stimmen mag -
mit einer Tochter Ludwigs des Bärtigen vermählt gewesen
sein soll, stiftete. Auch zum Gebiet dieser Schenkung, die die Grundlage
der Cella s. Blasii wurde, gehörte ein Bifang. Durch die Stiftung
von Cella s. Blasii und deren Übertragung an Reinhardsbrunn beherrschten
die LUDOWINGER - vermöge der Vogtei über ihr Hauskloster
- den Paß, auf dem die Straßen von Meiningen und von Bamberg
den Thüringer Wald überwanden: Die LUDOWINGER konnten
die Straße kontrollieren, bevor sie nördlich des Gebirges das
Gebiet der Grafen von Schwarzburg-Käfernburg erreichte.
Die große Ost-West-Verbindung des Reiches, die
Hohe Straße von Frankfurt nach Erfurt, beherrschten die LUDOWINGER
durch
die Wartburg, die nach der Aufgabe der
Schauenburg ihre weithin
sichtbare Stammburg werden sollte. Die Erbauung dieser Burg, die zuerst
1080 genannt wird, ist zweifellos Ludwig dem Springer
zu danken, doch wissen wir nicht, ob der Graf bei Eisenach Rechte besaß,
die ihm die Gründung der Burg gestatteten. Die Erzählung der
Reinhardsbrunner Chronik läßt auf das Gegenteil schließen:
Auf der Jagd sei Ludwig
auf
den Wartberg gekommen, von seinem Eigengut ließ er Erde auf den Gipfel
tragen, dann stießen 12 Ritter ihre Schwerter in den Boden und gelobten,
das Land gehöre dem Grafen. Diese Gründungssage deutet auf Besitzergreifung
durch Eroberung. Die Wartburg und ihr Zubehör
trennten den im Südwesten gelegenen großen Hersfelder Wildbann
von dem sich um die Mark Lupnitz im Norden lagernden Wildbann des Klosters
Fulda.
Für die territoriale Ausbreitung der LUDOWINGER
über das Thüringer Becken hinweg entscheidend und damit eine
Voraussetzung ihres Aufstiegs war die Ehe Ludwigs des Bärtigen
mit Cäcilie von Sangerhausen, die ihrem Mann 7.000 Hufen Erbgut
zugebracht haben soll. Durch die Ehe seines Sohnes mit Adelheid,
der Witwe des Pfalzgrafen Friedrich III., faßten die LUDOWINGER
auch an der unteren Unstrut Fuß. Die beiden entfernten Besitzkomplexe
territorial zu verbinden, blieb eine Aufforderung an das politische Geschick
der Familie.
1088
oo 2. Adelheid von Stade, Tochter des Grafen Lothar
Udo II.
um 1065-18.10.1110
Kinder:
Hermann
1089-13.7.1114 oder 1116
Ludwig I.
um 1090-12.1.1140
Heinrich Raspe I. Graf von Gudensberg
- 1130
Udo I. Bischof von Naumburg (1125-1148)
um 1095- 1148
Kunigunde
um 1090-1118
oo Wichmann Graf in Sachsen
-
Cäcilia
- 1141
oo Gerlach I. Graf von Veldenz
- vor
1141
Adelheid
um 1090- 1146
oo Ulrich III. Graf von Weimar-Orlamünde
um 1065-13.5.1112
Konrad
- nach
26.7.1110
Literatur:
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Annalista Saxo:
Reichschronik. Seite 69,89,96,120,122,124,128,129 - Brandenburg
Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt
an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 26 - Bruno: Das Buch vom
Sächsischen Krieg. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1986 - Chronik
von St. Peter zu Erfurt - Fenske, Lutz:
Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen.
Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 53,69,81,111,129,141,142,144,149,156,159
A. 324,180,186 A.467,221,229,237,241-248,251-255,262,331,334,344-346,348
- Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer
und slawischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 59,189,193
- Kaestner, Wilhelm: "Ludwig II. der Springer, Graf von Thüringen
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Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 - Patze,
Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau
Verlag Köln/Graz 1962 Seite 170-178,184-193 - Patze,
Hans/Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau
Verlag Köln/Graz 1967 Seite 11-13 - Schwarz,
Hilmar: Die Ludowinger Aufstieg und Fall des ersten thüringischen
Landgrafengeschlechts, Wartburg-Stiftung 1993 - Schwennicke
Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
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Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 178 -