4. und jüngster Sohn des Landgrafen
Hermann I. von Thüringen aus dem Hause der LUDOWINGER
aus seiner 2. Ehe mit der Sophie
von Bayern, Tochter von Herzog
Otto I.
Schwennicke Detlev: Tafel 145
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"
KONRAD
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+ Rom 24.VII.1240
Begraben: Marburg Elisabeth-Kirche
1231/34 Landgraf
1234 Ritter des Deutschen Ordens
1239-1240 Hochmeister des Deutschen Ordens
KONRAD
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* 1204, + 1241
Landgraf von Hessen-Gudensberg
Konrad bekriegte den Erzbischof von Mainz, verwüstete
Fritzlar und wurde deshalb zeitweise gebannt. Er war ab 1233 Deutsch-Ordensritter
und 1239 als Nachfolger Hermanns von Salza Hochmeister. Er legte
den Grundstein zur Elisabethkirche/Marburg und erreichte die Heiligsprechung
seiner Schwägerin Elisabeth.
Konrad holte den Deutschen Orden nach Thüringen. Er starb in
Italien, wollte beim Papst in Rom vermitteln.
So war Hessen mit Kräften, die vom Süden und
Norden des Landes aufeinander zustrebten, und solchen, die beide Teile
zu trennen wünschten, am Beginn der 30-er Jahre förmlich aufgespeichert,
und es konnte niemand überraschen, wenn sie sich entluden. Den letzten
Anstoß hat offenbar die Erbauung der starken mainzischen Burg
Heiligenberg am rechten Fuldaufer gegenüber Felsberg gegeben.
Diese Festung lag zwischen Felsberg, Gudensberg, Maden und Melsungen und
nahm zugleich mit Fritzlar die erstgenannten Städte und das Herz der
Grafschaft Hessen in die Zange. Landgraf Konrad,
der seit 1231 in Hessen herrschaftliche Rechte ausübte, griff 1232
Fritzlar an, belagerte es und nahm am 15. September die Stadt ein. Bei
der Plünderung der Peterskirche tat sich der landgräfliche Ministeriale
Friedrich von Treffurt besonders hervor. Unter den Gefangenen, die eingebracht
wurden, befanden sich Bischof Heinrich von Worms, Propst Heinrich von Heiligenstadt
und Propst Gumbert von Fritzlar. Wahrscheinlich erlitt Heiligenberg das
gleiche Schicksal wie Fritzlar. Das mainzische Landsberg wurde so gründlich
zerstört, dass es sich nie wieder aus den Trümmern erhob. Erzbischöfliche
Truppen führten einen Schlag gegen die hessisch-thüringisch Verbindungslinie
der LUDOWINGER; sie zerstörten - wohl von Heiligenstadt aus
- Witzenhausen. So waren die beiden Themen der ludowingischen
Politik, Herstellung der Verbindung zwischen Ober- und Niederhessen und
Verbindung des Ganzen mit Thüringen, die beiden Ziele, um welche die
Gegner in diesem Kriege rangen. Auch hier - wir dürfen dies abermals
sagen - wurden sie nicht erreicht, eine Entscheidung mit militärischen
Mitteln nicht erzwungen, sondern erst im Fortgang des Geschehens mit den
Mittel der Politik nachgetragen. Der Friedensschluß war ein Kompromiß
und bezeugte das offensichtlich vorhandene militärische Gleichgewicht
der Gegner. Auf der Grundlage des in seinen Bestimmungen nicht bekannten
Vertrages, den Siegfried III. und Ludwig
IV. 1219 in Fritzlar errichtet hatten, verglichen sich beide Parteien.
In einem Punkte, der zugleich nochmals eines der Hauptziele des Krieges
hervortreten läßt, mußte Landgraf
Konrad allerdings nachgeben: Er verlor die Stadt Wolfhagen zwar
nicht, mußte sie aber von Mainz zu Lehen nehmen, mit dem Recht der
Lehensfolge in männlicher und weiblicher Linie seines Bruders
HEINRICH
RASPE und seines Neffen Hermann II.
Der Krieg war zu einem unpassenden Zeitpunkt ausgebrochen.
Eben damals wurde die Kanonisation der heiligen
Elisabeth betrieben. Damit mag es zusammenhängen, dass
Conrad von Marburg den Frieden vermittelte und Papst
Gregor IX. - nicht der Kaiser - ihn bestätigte. Hatte Konrad
sein
Ziel auch nicht erreicht, so war ihm doch auch eine entscheidende Niederlage
erspart geblieben.
Er suchte nun mit diplomatischen Mitteln für das,
was ihm militärisch nicht gelungen war, ein Äquivalent zu schaffen,
indem er mit dem Grafen Gottfried IV. und Berthold I. von Ziegenhain ein
Schutz- und Trutzbündnis derselben Art schloß, wie es mit den
Battenbergern schon bestand. Durch die Ehe von Ludwigs III. Sohn
Friedrich
mit Lukardis von Ziegenhain hatten die Landgrafen mit der Herrschaft
Wildungen weitere Ziegenhainer Allode erhalten.
HEINRICH RASPE statuierte
1234, also ein Jahr nach dem Vertrag mit den ZIEGENHAINERN, ein Exempel,
wie man sich der Macht gegen Mitbewerber zu bedienen habe. Das Opfer waren
wieder einmal die Grafen von Gleichen, gemeint war zweifellos auch der
Erzbischof von Mainz. HEINRICH RASPE
war "der Schlechtigkeiten überdrüssig, die er vom
Grafen von Gleichen erlitten hatte"; er lud ihn vor (das Landgericht).
Wahrscheinlich erschien der Graf nicht. Daraufhin belagerte und eroberte
er die Burg Velseck, vermutlich ein landgräfliches Lehen. 23
Gefangene wurden enthauptet. Was mit dem Grafen geschah, ist unbekannt.
Mit dieser Gewalttat nicht genug, der Landgraf versuchte sich der Erfurter
Vogtei zu bemächtigen, hatte damit aber auf die Dauer keinen Erfolg.
Der Erzbischof hätte politisch mit Blindheit geschlagen
sein müssen, wenn ihn das Vorgehen gegen seinen bedeutendsten Vasallen,
der Angriff auf Fritzlar, Heiligenberg und Landsberg, das Vordringen HEINRICH
RASPES in Richtung Gießen, die Bündnisse mit den
Grafen von Battenberg und Ziegenhain nicht zu Abwehrmaßnahmen veranlaßt
hätten. Sie ließen nicht auf sich warten und fallen noch in
das Jahr 1234, das durch folgende Ereignisse als Höhe- und zugleich
Wendepunkt der landgräflichen Politik gekennzeichnet ist: Am 18. Mai
Zerstörung des Schlosses Velseck, am 1. Juli Übertragung
des Franziskushospitals in Marburg an den Deutschen Orden, am 18. November
Eintritt Landgraf Konrads in den Deutschen
Orden und zu einem unbestimmten Termin, wahrscheinlich gegen Ende des Jahres
1234, Abschluß des Vertrages zwischen Siegfried III. von Mainz und
Graf Widekind von Battenberg(-Wittgenstein).
Seit 1236 ist auch im Eichsfeld und in Niederhessen eine
lebhaftere politische Tätigkeit zu beobachten. HEINRICH
RASPE kaufte 1236 alle offenen Güter des Stiftes Quedlinburg
samt dem Patronat der Kirchen in der Mark Duderstadt für 1.120 Mark
auf. Wenn sich der Landgraf verpflichtete, die Äbtissin, falls sie
wegen dieser Abmachung belästigt werden sollte, zu verteidigen, so
kann kein Zweifel sein, dass man mit einem Einspruch von Mainz rechnete,
dem es unangenehm sein mußte, wenn sich die LUDOWINGER festsetzten,
wo Mainz und seine Vasallen, die Grafen von Gleichen, seit langem unbestritten
das Feld behaupteten.
HEINRICH RASPE unternahm
einen Schritt, der die politischen Verhältnisse an der sächsischen
Grenze der Landgrafschaft und der Grafschaft Hessen beruhigen und zweifellos
noch bestehende Reminiszenzen aus den Zeiten der Freundschaften und Feindschaften
seines Vaters Hermann I. mit OTTO IV. ein
für allemal beseitigen sollte. Er beabsichtigte, seinen Neffen Hermann
mit
der Tochter des Herzogs
Otto von Braunschweig zu vermählen und erhielt, damit der
Zwist durch die Ehe beendet würde, auf Verwendung Konrads von Hildesheim
von Gregor IX. den erforderlichen Dispens. Die Ehe kam offenbar
nicht zustande.
Überblickt man diese Entwicklungen, so entsteht
deutlich der Eindruck, dass die zunächst sehr erfolgreiche landgräfliche
Politik seit 1234, wenn man vom Erwerb der Quedlinburger Güter auf
dem Eichsfeld absieht, gegenüber Mainz keine Fortschritte mehr gemacht
hat, seit 1237 befindet sie sich sogar offenkundig in der Defensive. Der
Ausweg, den die Landgrafen aus dieser Situation suchen, erinnert an den
Wechsel der politischen Generallinie unter Ludwig IV. nach seinem
Zusammenstoß mit Mainz 1219. Sie treten ebenfalls in Verbindung zum
Deutschen Orden.
Die Landgräfin
Elisabeth hatte sich 1228 in Marburg niedergelassen und das
Hospital des heiligen Franziskus gegründet, in dem sie sich selbst
als Krankenpflegerin betätigte. Rasch hatten sich ihre körperlichen
Kräfte erschöpft . Am 17. November 1231 starb sie und wurde zwei
Tage später in der Kapelle des Hospitals begraben. Obwohl schon am
11. August 1232 ein Protokoll über die Wunder, die an ihrem Grabe
geschehen waren, fertiggestellt worden war, kam das Verfahren einer Heiligsprechung
zum Stillstand, als Conrad von Marburg, der es mit Nachdruck betrieben
hatte, 1233 ermordet wurde. Der Schutz des Hospitals wurde im Oktober 1233
von Papst Gregor IX. dem Bischof Conrad von Hildesheim übertragen.
Den Kult Elisabeths zu fördern,
blieb HEINRICH RASPE und seinem Bruder
Conrad vorbehalten. Die Annales breves
domus ordinis Theutonici Marburgensis berichten, dass sich 1233 Deutschordensbrüder
in Marburg niedergelassen hatten. Im Sommer 1234 erschien
Conrad am päpstlichen Hofe in Rieti und erreichte, dass
Gregor das Franziskushospital nebst dem Patronatsrecht über die Kirchen
der Stadt dem Deutschen Orden übertrug. Gleichzeitig bestätigte
FRIEDRICH
II. die Besitzungen des Hospitals. Am 11. Oktober 1234 forderte
Gregor, nach einer zweiten Reise Conrads
an die Kurie, den Bischof von Hildesheim und die Äbte von Georgenthal
und Hersfeld auf, die Protokolle über die Wunder der Heiligen, die
Siegfried von Mainz und Conrad von Hildesheim aufgenommen hatten, einzusenden.
Am 13. Oktober 1234 erklärte sich HEINRICH
RASPE bereit, beim Eintritt seines Bruders Conrad
in den Deutschen Orden dessen Schulden durch eine Rente an den Orden abzugelten
und diesem für den Unterhalt seines Bruders eine Rente von 300 Mark
anzuweisen. Am 6. November 1234 statteten HEINRICH
und Hermann II. den Deutschen Orden mit großen
Ländereien in Riethgen, Griefstedt, Willstedt (Wü.), Fischstedt
(Wü.), Günstedt, Mardorf, Werflo (Wü.) und Marburg aus.
Am 30. Mai 1235 war der Bau der künstlerisch modernsten und größten
Ordenskirche des Reiches bereits im Gange, und auf den 1. Juni ist die
Urkunde datiert, durch die Gregor IX. Elisabeth
von Thüringenin die Zahl der Heiligen aufnahm. Am 1. Mai
1236 hob Kaiser FRIEDRICH II. im grauen
Büßergewand die Heilige aus dem Grab und setzte seine Krone
auf ihr Haupt .
Für diese Kette von rasch aufeinander folgenden
Daten sind zwei Reichsfürsten verantwortlich, nicht der Kaiser. Auf
einem Punkt werden die widerstrebenden alten und neuen Elemente, die das
Zeitalter geprägt haben und sich hier einmalig verdichten, zusammengeführt.
Es bleibt denkwürdig, dass die hochadelige Frau das extreme Armutsideal
lebt und das Christentum vorbehaltloser begreift als der Adel je zuvor;
dass eben dies sie vor der ständisch denkenden Welt des Mittelalters
heiligt; dass der Landesfürst die schon Heilige kanonisieren läßt;
dass ein Reichsfürst sich dem politischen Ritterorden, der Heidenkrieg
und Ostsiedlung trägt, verbindet; dass der Kaiser der Heiligen die
tiefste Devolution bezeigt, um den Papst zu gewinnen. Es ist nicht möglich,
die Antriebe, die diesen Komplex von Erscheinungen geschaffen haben, in
christliche und politische zu sondern, nur ist festzuhalten, dass dem Ablauf
dieser Ereignisse die Landgrafen einen entscheidenden Impuls geben. Man
wird nicht einmal mit Sicherheit sagen können, ob zwischen dem Scheitern
der landgräflichen Politik, der außerordentlichen Verehrung
der heiligen Elisabeth und der Fürsorge für den Deutschen Orden
ein direkter Zusammenhang besteht. Papst und Kaiser stimmten der Verbindung
des Kultes der heiligen Elisabeth mit
dem Deutschen Orden zu. Die Erhebung der populärsten Heiligen ihrer
Zeit zur zweiten Patronin des Ordens nach der Gottesmutter, die Errichtung
der Elisabethkirche, der Eintritt eines Reichsfürsten in den Orden,
dies alles mußte das Ansehen des Ordens ganz ungewöhnlich steigern.
Um den maßgebenden Einfluß auf den Orden rangen Papst und Kaiser
seit geraumer Zeit. 1234 eben tat der Papst wieder einen Zug gegen den
Kaiser, indem er das Ordensland in das Eigentum des heiligen Petrus übernahm.
Ob vielleicht der Kaiser und Hermann von Salza den Landgrafen bestimmt
haben, in den Deutschen Orden einzutreten, um durch diesen Reichsfürsten
dem Überwiegen des päpstlichen Einflusses ein Gegengewicht entgegenzusetzen,
kann vermutet, aber nicht bewiesen werden.
Das Ausscheiden Conrads aus
Thüringen mochte auch mit der durch die bevorstehende Mündigkeit
Hermanns II. veranlaßt sein. Nach üblichem Brauch wäre
HEINRICH
RASPE dann in Hessen verblieben. Eine Dreiteilung der Fürstentümer
aber war nicht üblich. Conrad
erscheint als der Fortsetzer der Politik seines Bruders Ludwig IV.,
allerdings war dies jetzt, da der Papst über Preußen verfügte,
nur noch im Mantel des Deutschordensritters möglich. Dass mit solchen
Erwägungen zu rechnen ist, zeigt sich daran, dass Conrad
nach dem Tode Hermanns von Salza, des ehemaligen landgräflichen Ministerialen,
diesem als Hochmeister folgte. Aber der Tod schnitt auch auf diesem Feld
den LUDOWINGERN gnadenlos alle Möglichkeiten ab.
Über die Stellung HEINRICH
RASPES zum Kaiser nach der Erhebung der heiligen
Elisabeth besitzen wir keine direkten Nachrichten, und es scheint,
dass der Schatten, der auf dem Landgrafen durch die Übernahme des
Königtum gefallen ist, schon krampfhaft in seinen früheren Jahren
gesucht wird - nur um eine plausible und psychologisch einwandfreie Erklärung
für den Tag von Veitshöchheim zu finden. Dabei werden die spärlichen
Zeugnisse leicht überinterpretiert. So will Caemmerer aus der Vermählung
des Landgrafen mit Gertrud, der Schwester
des Herzogs Friedrich II. von Österreich, im Februar 1238 in
Wiener-Neustadt ein Abschwenken des Landgrafen auf die Seite des Papstes
entnehmen . Das ist möglich und doch nicht zu beweisen. Auch dass
HEINRICH
auf dem vom Reichsverweser Siegfried von Mainz Mitte März 1238 nach
Erfurt einberufenen Fürstentag, der überhaupt kaum besucht war,
nicht zu finden ist, hält Caemmerer für ein Zeichen seines Übertritts;
wir wissen es nicht. FRIEDRICH II.
hielt den Landgrafen - sofern er schwankend war - dadurch an seiner Seite,
dass er im November 1238 seine zweijährige Tochter
Margarete
dem 16-jährigen
Landgrafen
Hermann II. in Aschaffenburg verloben ließ. Die zweite Bannung
Kaiser
FRIEDRICHS am Palmsonntag vermochte
HEINRICH
RASPE nicht vom STAUFER
zu trennen, und gerade die Tatsache, dass der Landgraf und Conradmit
König
KONRAD, Siegfried von Mainz und Heinrich dem Erlauchten
von Meißen auf einem Fürstentag von Eger am 1. Juni 1239
einen Ausgleich zwischen Kaiser und Papst herzustellen suchten, zeigt doch,
dass sie eher auf seiten des Kaisers als der Kurie standen. Der Vermittlungsversuch
hatte keinen Erfolg, trug aber HEINRICH RASPE
die Bannung durch Albert von Behaim ein, der am 9. Mai noch versucht hatte,
den Landgrafen für den Papst zu gewinnen. Einen Streit zwischen dem
gebannten Heinrich von Meißen
und Hermann II. hatte
er dahin ausnutzen wollen, wenigstens den Sohn Ludwigs des Heiligen
zu gewinnen und damit eine politische Spaltung im Landgrafenhaus herbeizuführen.
RASPE war in den Augen Behaims der
schlimmste Verschwörer gegen die Kurie, ihn nannte er an erster Stelle,
wäre es ihm doch fast gelungen, Wenzel von
Böhmen auf die Seite des STAUFERS
zu ziehen, wenn Herzog Otto von Bayern dies nicht vereitelt hätte.
Die Beweise der Zuverlässigkeit des LUDOWINGERS müssen
dem Kaiser so ausreichend erschienen sein, dass er ihn zum Reichsprokurator
bestellte, nachdem Siegfried III. von Mainz im September 1241 von ihm abgefallen
war. Am 1. Mai 1242 ist er erstmals in seinem neuen Amt bezeugt. Man wirft
ihm vor, dass er sich, um sich mit der Kurie nicht zu verfeinden, passiv
verhalten habe. Indes hat auch Erzbischof Siegfried keine Aktivität
entfaltet; das war wahrscheinlich kaum möglich, weil FRIEDRICH
II. über KONRAD und
eine Anzahl bewährter Räte das Steuer selbst in der Hand hielt.
Außerdem war es begreiflich, wenn RASPE
in dem Augenblick, wo die territoriale Spannungen zu Mainz auch
noch mit reichspolitischen belastet wurden, sich sehr zurückhielt.
Dem Kaiser ist er vielleicht gerade deshalb, weil er den Erzbischof unter
Kontrolle halten konnte - soweit er dazu in der Lage war -, für das
Amt des Reichsprokurators besonders geeignet erschienen.
In den Jahren 1240/41 traten nun Ereignisse verschiedener
Art ein, die das erste thüringische Landgrafengeschlecht einer letzten
Scheinhöhe und dem völligen Zusammenbruch entgegenführten.
Am 24. Juli
starb in Rom HEINRICH RASPES
Bruder
Conrad, als er gleich
seinem großen Vorgänger zwischen Kurie und Kaiser vermitteln
wollte.
HEINRICHS Neffe Hermann
II. starb am 3. Januar 1241 im Alter von 19 Jahren. HEINRICHS
Gemahlin Gertrud
starb ebenfalls. So griff der Tod unerbittlich um sich und vernichtete
das Geschlecht. Der Landgraf schloß bald danach mit Beatrix
von Brabant eine dritte Ehe.
Literatur:
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Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite,
Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991, Seite 385,489,491 - Schwennicke
Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 145 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 179 - Wies, Ernst
W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen
1998, Seite 221 -