Begraben: Gernrode, Stiftskirche
Jüngerer Sohn des Grafen
Thietmar und der Hildegard, Schwägerin des Grafen Erwin
von Merseburg
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1349
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Gero I., Markgraf der sächsischen Ostmark seit 937
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+ 20. Mai 965
Begraben: Gernrode, Stiftskirche
Vater:
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Graf Thietmar, Erzieher und Vertrauter König
HEINRICHS I., wie dessen erste Gemahlin Hatheburg,
dem Merseburger Grafenhaus angehörend
Bruder:
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Graf
Siegfried (+ 937), mit der Vertretung des Königs (legatio)
in Sachsen und dem Grenzschutz betraut
oo Judith
Söhne:
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Gero
(+ 959)
Siegfried
(+ 959), oo Hathui,
Tochter der BILLUNGERS
Wichmann
der Ältere, Äbtissin von Gernrode (+ 1014)
Neffen:
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Gero,
Erzbischof von Köln, + 976
Thietmar,
Markgraf an der mittleren Saale und Mulde, + nach 979
Schon zu Lebzeiten seines Bruders ist Gero als Graf im Nordthüringgau und Schwabengau bezeugt, wo auch die Masse seiner Eigengüter lag. 937 bestellte ihn OTTO DER GROSSE zu Siegfrieds Nachfolger in der legatio und der Grenzhut. Er überging dabei den eigenen Halbbruder Thangmar, Hatheburgs Sohn, der sich deshalb dem Aufstand Eberhards von Franken anschloß. Geros markgräflichen, vornehmliche militärischen Auftrag erstreckte sich auf die slavischen Gebiete zwischen Saale, Elbe und Oder einschließlich der Heveller, wo seine Erfolge Bistumsgründungen in Havelberg und Brandenburg ermöglicht haben (948). Im Süden grenzte sein Wirkungsbereich an Böhmen, im Norden an die Mark Hermann Billungs. Neben diesem war Gero herausragender Helfer bei der Ostpolitik OTTOS DES GROSSEN. In seine Zeit gehörten die Anfänge einer Burgwardverfassung an der Grenze und im Slavenland jenseits von Saale und Elbe. 963 unterwarf er Lusici (Nieder-Lausitz) und Selpoli (nördlich davon) sowie den Polen-Fürsten Mieszko, der für einen Teil seines Herrschaftsgebietes (links der Warthe) dem reich tributpflichtig und "amicus imperatoris" wurde. Geros Verhältnis zum König scheint sich beim Aufstand Liudolfs getrübt zu haben, von dem er 951eine Güterschenkung annahm. Auch leistete er dem eidbrüchigen Wichmann dem Jüngeren Fluchthilfe (G. Althoff). Seit 953 wurde (anstelle Geros?) Hermann Billung mehrfach vom König zum Stellvertreter in Sachsen (procurator) bestellt. Gero kämpfte jedoch 954 vor Regensburg mit dem König gegen die Aufständischen: Seine Pilgerfahrt nach Rom (950 und 961) standen im Zusammenhang mit seinen Klostergründungen auf Allodialgut am Ostharz in Frose (Benediktiner 950, Kanonissen 959) und Gernrode (Kanonissen).
Literatur:
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NDB VI 312ff [W. Schlesinger] - R. Schölkopf, Die
sächs. Gf.en (919-1024), 1957, 42ff. - K. Schmid, Neue Q. zum Verständnis
des Adels im 10. Jh., ZGO 108, 1960, bes. 211ff. - R. Wenskus, Sächs.
Stammesadel und frk. Reichsadel, AAG, phil.-hist. Kl. 3. Folge Nr. 93,
1976, 386ff. - G: Althoff, Adels- und Kg.sfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung,
MMS 47, 1984, 86ff.
GERO DER GROSSE
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* um 890, + 965
Wird Graf im Nordthüringengau (= Großraum
Magdeburg), Schwabengau (= Raum Quedlinburg/Aschersleben), Hassegau
(= Raum Merseburg/Eisleben), Frisonofeld (= Harzgebiet), Morazianigau
(= Raum Fläming), im Gau Serimunt (= Raum Bernburg/Dessau)
und im Zitizigau (= Raum Delitzsch/Bitterfeld), wird 936 Markgraf
mit
umfassendem Oberbefehl ('Legatio') in diesem Raum und in allen anderen
östlichen Marken; folgt zusammen mit Markgraf Hermann I. Billung durch
König
OTTO DEN GROSSEN dem Markgrafen Siegfried von Merseburg;
seine Ernennung ist Anlaß für die Rebellion des Prinzen
Thankmar, der auf diesen Rang Ansprüche erhob als Siegfrieds
nächster Verwandter. Da ständig Kriegszustand herrscht, wächst
Geros
Legatenposition weit über ihren Rahmen hinaus zur machtvollen Landesherrschaft;
wichtigste Stütze OTTOS DES GROSSEN
im östlichen Reich; er entgeht etlichen Mordanschlägen und unterwirft
in vielen Feldzügen die Slawengebiete bis zur Oder hin und macht 962/63
sogar Polen tributpflichtig. Gründet die Bistümer Havelberg und
Brandenburg und wird Vogt dieser Riesendiözesen; reist 950
und 963 nach Rom; hilft 954 den Aufstand Herzog
Liudolfs niederzuschlagen und entsetzt Regensburg; 955 Schlacht
an der recknitz: endgültige Unterwerfung der Slawen zwischen Elbe
und Oder; wird Graf in den neuen Gauen Lusizi und Selpui (= Raum
Nieder-Lausitz/Cottbus) und stiftet das Hauskloster Gernrode.
GERO
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+ 20.V. 965
Begraben: Gernrode Stiftskirche
937 GRAF im NORDTHÜRINGGAU
939 MARKGRAF
941 GRAF im SCHWABENGAU und MARKGRAF der SÄCHSISCHEN
OSTMARK
946 GRAF der MAGDEBURGER MARK
946 DUX et MARCHIO
gründet Kloster Frose und 961 Kloster Gernrode
oo JUDITH
+
Das Jahr 965.
Im J. d. g. M. 965 feierte der Kaiser Weihnachten in Pavia und begab sich nach beendetem Fest und nachdem er die Reichsangelegenheiten in Italien geordnet, gleich in die Heimath. Ihm kamen seine Söhne, König Otto und Erzbischof Willihelm, auf der Grenze von Franken und Alamannien auf dem Landgut Heimbodesheim entgegen und empfingen ihn dort mit großer Freudigkeit. Von da ging er weiter nach Worms, wo ihm sein Bruder, Erzbischof Brun, am Tage der Reinigung St. Maria entgegen kam und so blieb er die ganze Fastenzeit in Franken und feierte in Inglenheim das Osterfest mit großer Freude. Von da fuhr er zu Schiffe nach Köln, dort kamen ihm seine Mutter, Frau Mathilda, und seine Schwester, die Königin Gerbirga, und deren Sohn, der König Lothar, entgegen, die er dort mit gebührender Liebe und Ehre aufnahm; und so schlug er den Weg nach Sachsen ein. Auch jenen abgesetzten Benedict brachte er von der Stadt Rom mit sich nach Franken und vertraute ihn dem Erzbischof Adaldag zur Bewachung an. Auch die beiden Töchter Berengars hielt er im Palaste der Frau Kaiserin mit geziemender Ehre. In demselben Jahre fallen einige von den Langobarden nach gewohnter Weise vom Kaiser ab und führen Adalbert nach Italien zurück. Da sandte der Kaiser Burchard, den Herzog der Alamannen, nach Italien. Der schiffte, um mit ihm zu schlagen, wo er ihn auch finden möchte, mit den dem Kaiser getreuen Langobarden und Alamannen hinab auf dem Po und landeten mit seinem Schiffe in der Gegend, wo jener sich aufhalten sollte. Als sie so eben den Fluß verließen, griff Adalbert sie an, dabei fiel sein Bruder Wido mit sehr vielen Anderen. Adalbert aber entkam, kaum durch die Flucht entronnen und ging nach gewissen Berggegenden, wo er vor dem Kaiser verborgen bleiben könne. Der Herzog also, froh über diesen Sieg, kehrte ins Vaterland zurück und zeigte dem Kaiser an, was ihm begegnet war. Inzwischen begab sich Wido, der Bischof von Modena, mit einem Auftrage Adalberts nach Sachsen zum Kaiser, indem er mit der Schlauheit des Fuchses sich für einen Getreuen des Kaisers ausgab und sich rühmte, er wolle ihm die Ungetreuen verrathen; doch ward ihm weder sein Anblick noch seine Anrede zu Theil, sondern nachdem ihm erlaubt war mit Schande heimzukehren, ward er in den Alpen jenseits Curia verhaftet, nach Sachsen zurückgeschickt und im Slavenlande in Gewahrsam gebracht. Uodo, der Bischof von Straßburg, starb, dem Erchanbold folgte. In demselben Jahre starb der Herr Papst Leo. Da gehen die Gesandten der Römer, nämlich der Protoscriniar Azo und Marinus, Bischof der Kirche von Sutri, den Kaiser in Sachsen an, wen er wolle zum römischen Bischof einzusetzen, und sie werden ehrenvoll aufgenommen und entlassen. Und Otger der Bischof von Speier und Liuzo, der Bischof von Cremona, werden vom Kaiser mit ihnen nach Rom gesendet. Da wird von dem ganzen römischen Volke Johannes der Bischof der Kirche von Narnia gewählt, und als Pontifex auf den apostolischen Stuhl gesetzt. Er verfolgte sogleich die Vornehmen unter den Römern mit hochmüthigerem Sinne als nöthig war, daher er in Kurzem erfahren mußte, daß sie ihm sehr feindlich und abgeneigt waren, denn er wird vom Stadtpräfekten und einem gewissen Rofred ergriffen, aus der Stadt vertrieben und in Campanien ins Gefängniß gesetzt. Endlich werden in diesem Jahre, da der Kaiser aus Italien zurückkehrte, Heinric dem Erzbischof von Trier Thiodric, ein Diakon derselben Kirche und Adalbero, dem Bischof von Metz, Diederic, ein Vetter des Kaisers zu Nachfolgern eingesetzt. Auch der Erzbischof Brun, der leibliche Bruder des Kaisers, ein des Herzogthums und des Bisthums im gleichen Maße sehr würdiger Mann, verschied am 11. Oktober, Folchmar folgte auf ihn im Bisthum. In demselben Jahre verschied Gero, der beste und vorzüglichste unter den Markgrafen unserer Zeit. König Lothar verband sich Frau Hemma in der Ehe.
Annalista Saxo: Seite 24
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"Reichschronik"
Das Jahr 965.
Zu den Zeiten desselben Kaisers gab es zwei Brüder
aus dem Orte Thüringens, der Wimmeri heißt: Graf Willehelm und
Poppo, der Kapellan des Kaisers. Wie gerecht und heilig dieser ehrwürdige
Priester gelebt, bezeugte Gott an seinem Ende. Sein Bruder Willehelm aber
lebte in ehrwürdigem
Greisenalter bis zu den Zeiten des Kaisers
Heinrich von Bavenberch.
Johann [XIII] vollendete in Magdaburg, was sein Vorgänger begonnen.
In demselben Jahre sandte der obengenannte Kaiser den Leib der heiligen Jungfrau Justa mit Ehren nach Sachsen.
Am 31. März dieses Jahres stürzte die Basilika der Halberstädter Kirche ein.
Der Bruder des Markgrafen Gero, Sigefrid, übergab einen Theil seines Erbgutes dem heiligen Vitus, indem er demselben an dem Orte, der Gronigge heißt, ein Kloster erbaute. Ihre Schwester, eine heilige Frau Namens Hidda, welche der Anbetung wegen nach Jerusalem zog und daselbst starb, gebar den Markgrafen Thietmar und Gero, den Kölner Erzbischof, welche auf ihrem Gute am Flusse Sala eine Abtei erbauten zur Ehre der heiligen Gottesmutter und des heiligen Märtyrers Ciprian, als Otto II Kaiser war.
CD "Starke Kaiser - Frühe Gründer. Die Ottonen
in Sachsen-Anhalt und Europa
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Bei einer im 19. Jahrhundert durchgeführten anthropologischen
Untersuchung wurde für Markgraf Gero eine Körperhöhe
von 1,83 Metern errechnet. Damit war Gero für die damalige
Zeit ein Riese.
oo Juditta
-
Kinder:
Siegfried Graf im Nordthüringengau
-24.6.959
(-25.VI.959 Isenburg)
952
oo Hadwig (Hathui), Tochter Wichmanns des Älteren
939-4.7.1014
(-9.VII.1014 Prinz von Isenburg)
Gero
-16.X. vor
959
Literatur:
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Adalbert: Fortsetzung des Regino Seite 226 - Althoff
Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung.
Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag
München 1984, Seite 23,28,82,86,89, 204 - Althoff Gerd: Die
Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Berlin Köln 2000 Seite 80,86,94,122,127,132,241 - Annalen
von Quedlinburg ad a. 1013 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite
24 - Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung
Bernburg 2002 Seite 77-78 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag
W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 59,76,78,83,98,106,138
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und Europa - DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig
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Seite 472/Band III Seite 489 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und
der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 254,256,265, 461,473
- Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung
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- Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten
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Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke
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von: Markgraf Gero. Ein Beitrag zum Verständnis der deutschen Reichsgeschichte
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Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 149 - Thietmar
von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe,
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und fränkischer Reichsadel. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen
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Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stutggart 1981
Seite 101,117,133,143,161,163,191,193,209,211,215,219,221,233 - Wies,
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