Begraben: Basilika in Stuhlweißenburg
Einziger Sohn des Herzogs Albrecht
IV. von Österreich aus dem Hause
HABSBURG und der Johanna von Bayern-Holland,
Tochter von Herzog Albrecht IV.
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 314
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ALBRECHT II.
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10.8.1397-27.10.1439
Eltern: Herzog Albrecht IV. von Österreich und Herzogin Johanna von Bayern(-Straubing)
oo Elisabeth von Luxemburg, einzige Tochter Kaiser SIGISMUND
Sohn:
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Ladislaus Postumus, König von Ungarn und Böhmen
Als österreichischer Herzog durch den Abwehrkampf
gegen die Hussiten und eine energische Reformpolitik (Landfriedenssicherung,
zentralistische Gerichtsreform, Konsolidierung der Finanzen, refomatorische
Landeskirchenpolitik) hervorgetreten, betrieb ALBRECHT,
seit 1421 Schwiegersohn Kaiser SIGISMUNDS,
mit der Übernahme des luxemburgischen
Erbes eine an SIGISMUND und orientierte
Politik, in der vor allem die böhmischen und ungarischen Verhältnisse
sein Handeln bestimmten. War die Übernahme der Stephanskrone
nach Verhandlungen mit ungarischen Ständevertretern ohne nennenswerte
Opposition erfolgt, so sah sich ALBRECHT
trotz gemäßigter Haltung (Anerkennung der Prager Kompaktaten)
mit einer hussitischen Gegenpartei konfrontiert, die den jüngeren
Bruder
König Wladyslaws III. von Polen,
Kazimierz,
als Gegen-König erhob, was trotz mehrheitlicher Zustimmung der böhmischen
Stände zum Königtum ALBRECHTS
zu Kriegshandlungen in Böhmen und Schlesien führte. Waffenstillstand
und Friedensverhandlungen mit Polen unter Einschaltung des Konzils von
Basel erlaubten es, im Sommer 1439 in Ungarn gegen die andrängenden
Türken vorzugehen. In ihrer Abwehr erlickte ALBRECHT
eine seiner Hauptaufgaben, wurde darin aber von den ungarischen Ständen
nur unzureichend unterstützt. ALBRECHT
starb, nachdem er während des Feldzugs an der Ruhr erkrankt
war, auf der Rückreise nach Wien in Langendorf (Neszmely) an der Donau
bei Gran.
Am 18. März 1438 in Frankfurt einhellig zum deutschen
König gewählt, hat ALBRECHT
nie das engere Reichsgebiet betreten und alle mit der Reichsregierung zusammenhängenden
Aufgaben an seine Räte und die Mitglieder der Reichskanzlei delegiert.
Dabei konnten unter anderem Kaspar Schlick und Konrad von Weinsberg bedeutenden
Einfluß ausüben, nicht nur in den kirchlichen Fragen, bei denen
sich ALBRECHT der Neutralitätspolitik
der Kur- und Reichsfürsten anschloß und die Mainzer Akzeptation
(vom 26. März 1439) bestätigte, sondern vor allem auch in der
Diskussion um die Reichsreform auf den Reformreichstagen zu Nürnberg
(Juli und Oktober 1438), die aber trotz der städtefreundlichen Haltung
der königlichen Parteigänger ergebnislos blieben. Ansätze
einer Verwaltungsreform und Bestrebungen zur Erneuerung der königlichen
Rechte im Reich kennzeichnen seine Politik als deutscher König, über
die wegen seiner kurzen Herrschaft kein abschließendes Urteil möglich
ist, deren Tendenz vielmehr indirekt und aus der Bewertung der Maßnahmen
als österreichischer Landesfürst erschlossen werden muß.
Quellen:
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RTA 13, 1925; 14, 1935 - Das Reichsregister Kg. Albrechts
II., bearb. H. Koller, 1954 - RI XII, 1975 [umfassende Literatur]
Literatur:
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NDB I, 154f. - W. Wostry, König Albrecht II. 1437-1439,
1-2, 1906-1907 - R. Urbanek, Vek podebradsky I. (Ceske dejiny III-I), 1915
- G. Koller, Princeps in ecclesia. Untersuchungen zur Kirchenpolitik Herzog
Albrechts V., 1964, AÖG 124 - G. Hödl, Reichsregierung und Reichsreform
unter König Albrecht II. Eine Bestandsaufnahme, ZHF 1, 1974.
KÖNIG ALBRECHT II.
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* 16.8.1397, + 27.10.1439
Wien
Neszmely bei Gran
Grabstätte: Basilika in Stuhlweißenburg
oo 28.9.1421 in Prag
ELISABETH, Prinzessin
von Böhmen und Ungarn aus dem Hause LUXEMBURG
* um 1409, + 25.12.1442
Prag
Raab
Grabstätte: Basilika in Stuhlweißenburg/Unagrn
Eltern: SIGISMUND, Römischer Kaiser, König von Böhmen und Ungarn, und Barbara, Gräfin von Cilli aus dem Hause der Grafen Cilli/Steiermark, Tochter Hermanns II., Graf von Cilli
WAHLSPRUCH: Amicus optimae vitae possessio = Ein Freund, das beste Besitztum des Lebens
18.12.1437 in Ofen zum König von Ungarn gewählt.
27.12.1437 in Prag im St-Veits-Dom zum König
von Böhmen gekrönt
1.1.1438 in Stuhlweißenburg in der Basilika zum
König von Ungarn gekrönt
18.3.1438 in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen
König gewählt. Eine Krönung ALBRECHTS
II. zum römisch-deutschen König erfolgte nicht. Die
deutsche Königskrone und die römische Kaiserwürde
blieben seit ALBRECHT II. mit Ausnahme
der Zeit von 1742 bis 1745 beim Haus HABSBURG
bzw.
HABSBURG-LOTHRINGEN.
Als Herzog Albrecht IV.
starb, hinterließ er neben seiner Tochter
28.9.1421
oo Elisabeth von Luxemburg, Tochter
des Kaisers SIGISMUND
um 1409-14.12.1441
Kinder:
Anna
12.4.1432-14.11.1462
Wien Altenburg
20.6.1446
oo Wilhelm Markgraf von Meißen
30.4.1425-17.9.1482
Georg
16.2.1435-16.2.1435
Wien Wien
Elisabeth
um 1437-30.8.1503
Wien Grodno
10.2.1456
oo Kasimir IV. König von Polen
30.11.1427-7.6.1492
Ladislaus V. Postumus
22.2.1440-23.11.1457
Komarom Prag
Literatur:
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Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter.
Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin
Köln 1994, Seite 160,163-169,180,187 - Reifenscheid, Richard:
Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I. Verlag Styria Graz Wien Köln,
1982, Seite 11,62-69,83 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln
Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998
Tafel 41 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag
Frankfurt/Main 1993 -