Begraben: Seligenthal, Landshut
Jüngster Sohn des Kaisers
LUDWIG IV. DER BAYER aus dem Hause der WITTELSBACHER
aus seiner 2. Ehe mit der Margarethe
von Holland, Tochter von Graf Wilhelm III.
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1574
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Otto V. der Faule, Markgraf von Brandenburg
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* 1346, + 15. November 1379
Wolfstein an der Isar
Begraben: Kloster Seligenthal
oo Katharina von Luxemburg
Der 6. Sohn Kaiser LUDWIGS IV. wuchs unter der Vormundschaft seines Bruders Ludwigs des Älteren in den Niederlanden auf, bis er zusammen mit seinem Bruder Ludwig dem Römer (+ 1365) 1360 in Prag mit der Mark Brandenburg belehnt wurde. Unter beherrschendem Einfluß seines Schwiegervaters Kaiser KARLS IV. verkaufte er die an diesen bereits verpfändete Lausitz. Verpfändete Kernbereiche der Mark versuchte er vor allem durch Taktieren in den Kämpfen um die Hegemonie in N-Deutschland zurückzuerlangen. Durch den Widersdtand der Stände und die Politik KARLS IV. in aussichtslose Position gebracht, trat er im Vertrag von Fürstenwalde 1373 Brandenburg gegen eine Entschädigung von 500.000 Gulden an den Kaiser ab.
Literatur:
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ADB XXIV, 663-669 - J. Schultze, Die Mark Brandenburg,
II, 1961, 132-160 - H. K. Schulze, Karl IV. als Landesherr der Mark Brandenburg,
JGMODtl 27, 1978.
Begraben: Seligenthal, Landshut
Vater:
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Kaiser LUDWIG der BAYERN (1283-1347)
Mutter:
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Margarethe von Holland (um 1293-1355)
oo Katharina von Böhmen (1342-1395)
Seit der Teilung der bayerischen Hausmacht 1349 unter
der Vormundschaft seines Bruders Ludwig des Brandenburgers.
Erhielt von seinem Bruder Ludwig
V. die Mark Brandenburg.
War dort unbeliebt und wurde vertrieben.
Verkaufte die Mark für 200.000 Gulden an
Kaiser KARL IV., kehrte heim und vergnügte sich, da sich
seine Gattin weigerte, Prag zu verlassen, auf Schloß Wolfstein
bei Landshut mit einer Müllerin (nach V. Arnpeck)
Literatur:
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ADB 24; Riezler.
13. OTTO V.
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* 1340
oder 1342, + 15.11.1379
München
Schloß Wolfstein an der Isar
Grabstätte: Zisterzienserinnenkloster Seligenthal bei Landshut
oo vor dem 1.11.1366
KATHARINA
* August 1342, + 26.4.1395
Prag
Wien
Grabstätte: Stephansdom in Wien
Eltern: KARL IV., römisch-deutscher
Kaiser, und Blanka, Tochter des Herzogs Karl I. von Valois
OTTO V. DER FAULE
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* München 1340 oder 1342, + Schloß Wolfstein
an der Isar
Begraben: Seligenthal
1347 Herzog von BAYERN
1349/51in OBER-BAYERN
1349/1360 Markgraf von BRANDENBURG
1365/73 Alleinherr der MARK
1375/76 in NIEDER-BAYERN
oo Prag 19. III 1366
KATHARINA VON BÖHMEN
(LUXEMBURG)
* Prag VIII 1342,
+ Perchtoldsdorf 26. IV 1395
Begraben: Wien St. Stephan
Witwe von Rudolf IV. Herzog von Österreich, Tochter
von Kaiser KARL IV.
OTTO V. "DER FAULE"
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* 1346, + 1379
Otto V. der Faule folgte 1347 mit unter Vormundschaft und blieb auch nach seiner Volljährigkeit zurückgesetzt. Er wurde 1351 Mitregent und 1365 Kurfürst-Markgraf von Brandenburg in einem völlig zerrütteten und verarmten Land, ohne etwas an der miserablen Verwaltung ändern zu können und wollen. Er war träge und genußsüchtig, stritt ständig mit Pommern, Mecklenburg und Sachsen-Lauenburg um alte Lehensrechte und Besitzungen, stand wie Ludwig gegen seinen Halbbruder Stephan und forderte vergeblich eine Mitherrschaft in Bayern. Er versuchte die Nachfolge Kaiser KARLS IV. in Brandenburg zu verhindern, was 1371-1373 zum Krieg gegen ihn führte. Im Vertrag von Fürstenwalde (15.-18.8.1372) verzichtete der WITTELSBACHER gegen eine Entschädigung von 500.000 Gulden für immer auf seine Rechte an der Mark Brandenburg zu Gunsten der Söhne KARLS IV. Otto erhielt das Kurrecht auf Lebenszeit und wurde mit Besitzungen in der Ober-Pfalz und Renten abgefunden.
oo 1366
KATHARINA VON BÖHMEN,
* 1342, + 1395
Tochter des Kaisers KARL IV.
Witwe des Herzogs Rudolf IV. von Österreich-Kärnten
KARL war im Jahre
1342 zum zweiten Mal Vater einer Tochter geworden, die den Namen Catharina
erhalten hatte. Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt; wahrscheinlich
kam sie in der 2. Jahreshälfte (eventuell am 19. August) in Prag zur
Welt.
Albrecht erklärte
sich bereit, sein Bündnis mit den Ungarn aufzugeben und anstelle der
ungarischen Erbnichte die kaiserliche Tochter gleichen Namens zu heiraten.
Diese war jedoch mit Otto von Brandenburg
verlobt - der nun mit Catharina,
der verwitweten Kaiser-Tochter entschädigt werden sollte, die Albrecht
nicht heiraten konnte, weil sie vorher mit seinem Bruder verheiratet gewesen
war. Wohl um ihr Einverständnis einzuholen, hatte KARL
sie auf der Rückreise von Ungarn aufgesucht; aber sie muss erst nach
längerem Zögern eingewilligt haben. Sie beugte sich schließlich
den Wünschen ihres Vaters - jedoch scheint die Ehe nicht glücklich
geworden zu sein. Catharina folgte
ihrem Mann nicht in die Mark und lebte bis 1373 am Prager Hof; und dass
sie nach Ottos Tod ihren Witwensitz
in Österreich nahm und an der Seite ihres ersten Mannes begraben wurde,
sagt viel über ihr Verhältnis zu ihrem zweiten Mann aus, der
nach Lindners hartem, aber im Kern zutreffenden Urteil ein „unreifer
Einfaltspinsel“ war und seiner ihm geistig überlegenen Frau nicht
das Wasser reichen konnte.
Mit diesen Arrangement schien allen Beteiligten gedient.
Otto
konnte eine Frau heiraten, die ihm fast gleichaltrig war und bei der er
nicht noch Jahre bis zur Vollziehung der Ehe warten musste. Den größten
Vorteil jedoch zog KARL selbst: Was
die Ehe von Otto und Catharina
betrifft, so wird ihm immer wieder vorgeworfen, er habe seine
ältere Tochter, die aus der Ehe mit Rudolf
von Habsburg keine Kinder hinterlassen hatte und deswegen „als
unfruchtbar bereits erprobt“ gewesen sei, aus Berechnung mit Otto
verheiratet, um den im Erbverbrüderungsvertrag von 1363 geregelten
Erbanfall der Mark an Böhmen um so sicherer zu machen.
So konnte am 19. März in Prag die festliche Doppelhochzeit
von KARLS beiden Töchtern stattfinden:
Catharina
heiratete Otto von Brandenburg, und
Elisabeth
hielt das symbolische Beilager mit Albrecht
ab.
CATHARINA VON LUXEMBURG
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* 19.8.1342, + 26.4.1395
Prag
Perchtoldsdorf
Begraben: Stephansdom zu Wien
Tochter von König KARL IV. und seiner 1. Frau Blanka von Valois
1.) – Prag 10.9.1343
WILHELM
I. HERZOG VON BAYERN-HOLLAND
* 12.5.1330, + 15.4.1388
Frankfurt/Main Quesnoy
Begraben: Minoritenkirche zu Valenciennes
2.) – Charmes 14.7.1344
RUDOLF
IV. HERZOG VON ÖSTERREICH
* 1.11.1339 + 27.7.1365
Mailand
Begraben: zunächst S. Giovanni in Concha, später Stephansdom zu Wien
3.) Siegen 20.9.1344
BALTHASAR
MARKGRAF VON MEISSEN
* 21.12.1336, + 18.5.1406
Weißenfels Wartburg
4.) – Seefeld 5.6.1348 nach Generaldispens Avignon 9.5.1346, ~ symbolisches Beilager Prag 4.1353, 1. oo
RUDOLF
IV. HERZOG VON ÖSTERREICH
* 1.11.1339, + 27.7.1365
5.) ~ Prag 6.2.1366 Dispens wegen
Verwandtschaft im 3./4. Grad Avignon 23.2.1366
2. oo Prag 19.3.1366
OTTO
DER FAULE MARKGRAF VON BRANDENBURG
* 1341, + 15.11.1379
München Schloß Wolfstein an der Isar
Begraben: Zisterzienserinnenkloster
Seligenthal bei Landshut
Literatur:
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Adalbert Prinz von Bayern: Die Wittelsbacher.
Geschichte unserer Familie. Prestel Verlag München 1979 Seite 89-91
- Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher auf dem Kaiserthron.
Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 270 - Bosl, Karl:
Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 -
Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 134,139,158, 165,170 - Nöhbauer, Hans F.: Die Wittelsbacher.
Eine europäische Dynastie - eine deutsche Chronik Scherz Verlag Bern
und München 1979 Seite 16,71,72 - Rall, Hans und Marga: Die
Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln
1986 Seite 62 - Reiser, Rudolf: Die Wittelsbacher 1180-1918 Verlag
F. Bruckmann KG, München 1979 Seite 21,23 - Reiser, Rudolf:
Die Wittelsbacher in Bayern. Franz Ehrenwirth Verlag GmbH Co. & KG.
1978 Seite 57-59 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln
Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998
Tafel 104 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346
bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1994
Seite 279,280,281,310,327,331,332 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen
Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang
des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München
- Stoob Heinz: Kaiser Karl IV. und seine Zeit. Verlag Styria Graz
Wien Köln 1990 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G.
Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 122a - Veldtrup, Dieter:
Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten
Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger
Warendorf 1988 Seite 275-285,291,385/86 -