Ältester Sohn des Herzogs Albrechts II. von Sachsen-Wittenberg
und der Agnes von Habsburg, Tochter
von König RUDOLF I.
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1080
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Rudolf I., Herzog, Kurfürst von Sachsen-Wittenberg
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+ 21. März 1356
Sohn Herzog Albrechts II.
War beim Tod des Vaters noch nicht mündig, so daß die Mutter Agnes von Habsburg die Vormundschaft führte. In die Anfangsjahre seiner Regierungszeit fiel der Streit mit den verwandten Herzögen von Sachsen-Lauenburg um die sächsische Kurstimme, den Rudolf I. durch Teilnahme an der Wahl König HEINRICHS VII. 1308 für sich entschied. Seine Beteiligung an der Königswahl FRIEDRICHS VON ÖSTERREICH 1314 brachte ihn in Spannungen zu LUDWIG DEM BAYERN, vor dem er aus der eigenmächtig besetzten Alt- und Mittelmark weichen mußte. Den 1329 erworbenen Pfandbesitz der Nieder-Lausitz konnte er nicht auf Dauer halten. 1338 nahm er am Kurverein von Rhense teil, 1348 anerkannte er den 'falschen Woldemar' in der Mark Brandenburg. Kaiser KARL IV. bestätigte ihm 1355 den Besitz der sächsischen Kurstimme (in der Goldenen Bulle von 1356 erneut festgelegt). Mit den benachbarten Fürsten von Anhalt und dem Markgrafen Friedrich II. von Meißen schloß er 1326 ein Bündnis zum Schutz des Landfriedens. 1330 stiftete er das Kollegiatstift Allerheiligen an der Schloßkapelle zu Wittenberg.
Literatur:
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G. v. Hirschfeld, Gesch. der Sächs.-Askan. Kfs.en
(1180-1422), VjsHSG, 1884, 39-50.
RUDOLF I.
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* um 1274, + 1356
Sohn des Herzogs Albrecht III. von Sachsen-Wittenberg
Folgte 1298 zu Wittenberg-Brehna und setzte die Auseinandersetzungen mit den LAUENBURGER Vettern um Kurrechte und Lehensrechte fort, blieb habsburgischer Parteigänger, wählte 1314 König FRIEDRICH III. mit gegen LUDWIG IV. VON BAYERN, den Sachsen-Lauenburg mitwählte. Er stritt auch mit dem BRANDENBURGER Vetter Markgraf Waldemar um Besitz und Lehensrechte, versuchte 1319 sein Erbe anzutreten und scheiterte an Kaiser LUDWIG IV. Er ging später trotzdem mit ihm zusammen, war dessen Gesandter und 1338 Mitglied des Kurvereines von Rhense, dem Höhepunkt antipäpstlicher deutscher Haltung. Er schloß verschiedene Landfriedensbündnisse mit den Nachbarn gegen das sich verstärkende Raubritterunwesen, ohne viel dagegen zu erreichen. Er ging eng mit den anhaltinischen Vettern zusammen und versuchte in deren Streitigkeiten zu vermitteln. Er unterstütze zusammen mit diesen 1348 den "Falschen Waldemar" in Brandenburg und anerkannte ihn gegen die WITTELSBACHER, erhoffte sich dadurch doch noch Erbansprüche und erhielt sie auch von diesem Waldemar bestätigt. Er unterstützte 1346 Kaiser KARL IV., verlor trotzdem die sächsischen Lehensansprüche über Pommern und Mecklenburg, gewann Teile der sächsischen Pfalzgrafschaft mit Allstedt/Kyffhäuser und hielt etliche Jahre Pfalzgraf Ruprecht II. gefangen, der Waldemar bekämpft hatte. Er war auch Vogt von Quelinburg.
um 1300
1. oo Judith von Brandenburg, Tochter des Markgrafen
Otto V. zu Salzwedel
+ 1331
1333
2. oo Agnes von Lindau, Tochter des Grafen Ulrich
I. von Lindau-Ruppin
+ 1343
1329
2. oo Margarete von Polen, Tochter des Königs
Wladyslaw I.
-9.4.1331
1333
3. oo Agnes von Lindau, Tochter des Grafen Ulrich
I.
-9.5.1343
Kinder:
1. Ehe
Rudolf II.
-6.12.1370
Agnes
-4.1.1338
oo Bernhard III. Fürst von Anhalt
-20.8.1348
Beatrix
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oo Albrecht II. Fürst von Köthen
- 1362
Otto Mitregent
-18.5.1350
Elisabeth
- 1353
oo Waldemar I. Fürst von Zerbst
-3.9.1367
3. Ehe
Wenzel
-15.5.1388
Helene
-2.4.1367
1353
oo Johann I. von Hardegg-Plain Burggraf von Magdeburg
- 1394
Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher
auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 57,83,113,
115,197,228 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 30,56,100,111,151 - Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer.
Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München
1989 Seite 89,92,234,274,330 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser
in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH&Co. KG München
1994 Seite 143,160,224,225,254,321 - Stoob Heinz: Kaiser Karl IV.
und seine Zeit. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 64,67,93,198
- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main
1993 Tafel 160 -