Begraben: Kloster Strausberg
2. Sohn des Markgrafen Albrecht II. von Brandenburg
und der Mathilde von der Lausitz, Tochter von Markgraf Konrad
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1573
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Otto III., Markgraf von Brandenburg
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* um 1215, + 9. Oktober 1267
Brandenburg
Begraben: Kloster Strausberg
2. Sohn Markgraf Albrechts II.
oo Beatrix von Böhmen
Er übernahm faktisch die Herrschaft in Brandenburg zusammen mit seinem Bruder Johann I. ab 1231 und hatte bedeutenden Anteil an der Stabilisierung der durch Regentschaft zerrütteten Landesherrschaft. Mit seiner Heirat begannen enge Beziehungen des askanischen Hauses zu Böhmen; unter anderem wurde er 1262 mit der Markgrafschaft Ober-Lausitz belehnt. Bereits 1234 gründete er ein Franziskanerkloster in Görlitz, u.a. unterstützte er 1254/55 (mit seinem Schwiegervater König Ottokar) den Deutschen Orden in Preußen und erscheint auch später als Förderer der Bettelorden. Nach dem Tod König WILHELMS (1256) wurde Otto III. von einigen sächsischen Fürsten für die deutsche Königswürde vorgeschlagen.
Quellen und Literatur:
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G. Sello, Chronica Marchionum Brandenburgensium, FBPrG
I, 1988 - ADB XXIV, 659 - J. Schultze, Die Mark Brandenburg, I, 1961, 137-175.
OTTO III. "DER FROMME"
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* um 1217, + 1267
Folgte 1220 gemeinsam mit seinem Bruder Johann I., eroberte und sicherte Uckermark, Prignitz und Stargard (= Mecklenburg-Strelitz) und Wustrow und gewann vom Haus WETTIN nach jahrelangem Streit Köpenick und Teltow. Er schloß sich 1238/39 einer antikaiserlichen Koalition mit Böhmen, Schleswig, Bayern und Österreich an, achtete stets auf gute Beziehungen zu Böhmen, zog mit König Ottokar II. 1254/55 nach O-Preußen und half ihm 1261 in der Schlacht bei Kroissenburg gegen Ungarn. Er bekam die Ober-Lausitz als böhmisches Lehen und gewann unter anderem noch Neumark und Lebus. Er war 1257 deutscher Thronkandidat, wählte aber ALFONS X. VON KASTILIEN mit und teilte 1258/60 mit dem Bruder und wurde Stifter der jüngeren brandenburgisch-askanischen Linie zu Salzwedel, wobei das Senioratsprinzip gelten sollte. Er stritt viel mit den Erzbischöfen von Magdeburg und den Bischöfen von Halberstadt und war zeitweise dort gefangen. Er förderte die deutsche Besiedlung.
1243
oo Beatrix von Böhmen, Tochter des Königs
Wenzel I.
+ 1286
Erbin von Bautzen-Ober-Lausitz
Ottos I. nacheinander regierende Söhne, Otto
II. (1184-1205) und Albrecht II. (1205-1220), begannen damit
noch recht verhalten, doch die Söhne des letzteren, Johann I. und
Otto III., eilten, nachdem sie mündig geworden waren, in seltener
brüderlicher Einigkeit und Gemeinsamkeit von Erfolg zu Erfolg, ohne
die weitere innere Ausgestaltung zu vernachlässigen. Neben territorialen
Zugewinnen reichte ihr Aufbauwerk von der Anlage großer, stattlicher
Anger- und Straßendörfer bis zur umfassenden Förderung
und Neugründung zahlreicher rechtlich relativ frier Städte wie
Spandau, Berlin, Frankfurt/Oder und Prenzlau. Ihre gemeinsame Regierung
endete erst 1258/60, als offenbar die Erben - jeder besaß mehrere
Söhne - auf abgegrenzte Besitzungen drängten. So entstanden vorübergehnd
zwei Linien, deren Territorien miteinander verzahnt wurden, so daß
die Gefahr einer Aufspaltung der Mark Brandenbureg in zwei Fürstentümer
gering blieb. Beide Linien setzten auch nach dem Tode der beiden Brüder
- Johann starb 1266, Otto 1267 - im wesentlichen die bisherige
Politik fort.
Darüber hinaus zeigte sich ihr gestiegenes Ansehen
darin, dass 1256/57 Markgraf Otto III., der jüngere der beiden
so erfolgreichen Brüder, einer der Königsanwärter war,
doch gab er die Kandidatur wieder auf.
Assing Helmut: Seite 17,33,104,121
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"Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter.
Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften."
Entscheidende Bedeutung besitzen unseres Erachtens die
Vorgänge, die zur Entstehung der Städte Berlin und Cölln
führten. Sicher scheint zu sein, daß die endgültige Stadterhebung
Berlins unter Johannn I. und Otto III. vor 1237 erfolgte,
also der Zeit um 1220 angehört.
Doch ist fraglich, on Brietzen und Umgebung schon im
12./13. Jahrhundert zur Zauche gehörten, denn 1375 erfahren wir zum
erstenmal, daß es so war. Gegen die Zugehörigkeit Brietzens
zur Zauche im 13. Jahrhundert spricht, daß zwar 1258, als die Markgrafen
Johann I. und Otto III. die Mark Brandenburg teilten,
Otto
und seine Nachkommen unter anderem die Zauche erheilten, daß aber
die Söhne Johanns über Brietzen verfügten. Somit
ist die erwähnte Chronik kein sicherer Beleg dafür, daß
die
ASKANIER hier die deutsche Herrschaft begründeten.
1240 übereigneten die Markgrafen Johann I. und
Otto
III. der Stadt Spandau einen "locum, qui Bens dicitur, qui fuerat Advocati
Alberti et filii sui Borchardi".
Zumindest bis 1225 waren Johann I. und Otto
III., die 1220 ihrem Vater in der Markgrafschaft gefolgt waren, unmündig.
Einige Jahre danach, 1229, standen sie zwar im Kampf mit dem Erzbistum
Magdeburg, doch ging er für sie unglücklich aus. Der Sieger,
Erzbischof Albrecht II., zeigte sich nach dem Kampf sehr großzügig,
udn das dürfte als Indiz dafür gewertet werden, daß er
kurz zuvor keine Gebietsverluste durch die jungen Markgrafen erlitten hatte.
Hoensch, Jörg K.: Seite 23,34,75,81,115,118,126,130,149,204
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"Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König."
Doch auch Dichten und Singen, Schachspielen und Tanzen
gehörten zur "Berufsausbildung" des jungen Ritters - und hierfür
bot die prunkvolle Hofhaltung unter König
Wenzel I. die günstigsten Voraussetzungen, der es sich
nicht nehmen ließ, bei den Eheschließungen seiner Töchter
Bozena/Beatrix
im Juni 1243 mit dem
Markgrafen Otto III. von Brandenburg und Agnes
im Jahr 1244 mit dem Markgrafen Heinrich dem Erlauchten von Meißen
sowie der schließlich 1246 vollzogenen Heirat des Thronfolgers
Vladislav mit Gertrud von Babenberg den Reichtum und die Macht
seiner Länder vorzuführen.
Wider Erwarten aber konnte der König, nicht zuletzt
dank des unermüdlichen Eintretens von Papst Innozenz IV., langsam
das verlorengegangene Territorium zurückgewinnen. Der Markgraf
von Brandenburg und der Herzog von Braunschweig, die sächsischen
Verwandten udn auch Gegen-König WILHELM
zeigten sich zur Unerstützung Wenzels I.
bereit, der zudem seine Anhänger im Lande zu sammeln wußte.
Die Weihnachtstage verbrachte er, von den Herzögen
Heinrich III. von Breslau und Boleslaw II. von Liegnitz "mit großen
Ehrenbezeugungen empfangen und mehrere Tage mit seinem ganzen Heere auf
das Anständigste verpflegt", in Breslau, wo seine Schwäger, die
Markgrafen Otto III. von Brandenburg und Heinrich der Erlauchte von
Meißen zu ihm stießen. Da in diesem besonders kalten Winter
Flüsse, Moore und Sümpfe zugefroren waren, standen zahlreiche,
sonst unpassierbare Verbindungswege zur Verfügung, die höhrere
Marschgeschwindigkeiten zuließen und den schnelleren Schlittentransport
erlaubten. So ist es nicht ausgeschlossen, daß der König schon
am 17. Januar 1255 Elbing erreichte, danach bis Balge vordrang, sich bei
einer Massenbekehrung unterworfener Heiden als Taufpate zur Verfügung
stellte und schließlich den Ordensbrüdern sogar noch nahelegen
konnte, mit den von ihm gestifteten Geldern eine preußische Fliehburg
auf der Waldhöhe Twangste am rechten Ufer des Pregel zu einem festen
Kastell auszubauen. Doch weil am 6. Februar 1255 Premysl
Otakar schon wieder in dem rund 650 Kilometer entfernten Troppau
urkundete, haben die zwar gesicherten, aber nur schwer in Einklang miteinander
zu bringenden Datumsangaben Spekulationen um diesem ersten Preußen-Kreuzzug
des Königs begünstigt.
Immerhin war es HEINRICH RASPE
nach der Heirat mit der Tochter Ottos von Braunschweig und durch eine am
25. März 1252 vollzogene Nachwahl, an der letztlich auch der Herzog
von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg mitwirkten, gelungen,
seine Stellung in N-Deutschland etwas zu konsolidieren.
Immerhin hatten auch König
Daniil Romanovic von Halic-Wolhynien, der Krakauer
Herzog Boleslaw Wstydliwy und Leszek
Czarny (der Schwarze) von Leczyca dem Ungarn-König Truppenhilfe
zugesagt. Premysl Otakar konnte mit
der Unterstützung durch seine Verwandten Heinrich III. von Breslau,
Wladyslaw von Oppeln, Otto III. von Brandeburg sowie den beiden
SPANHEIMERN Ulrich III. von Kärnten und dem Elekt Philipp rechnen.
Am 12. Juli 1260 eröffneten die Ungarn, noch bevor König
Otakar alle Einheiten im Raum Groißenbrunn im südlichen
Marchfeld zusammegezogen hatte, den entscheidenden Waffengang und wurden
dank der Kampfkraft der etwa 7.000 gepanzerten Reiter im österreichisch-böhmischen
Heer vernichtend geschlagen. Das vom Palatin Lorant im namen König
Belas IV. vor Preßburg unterbreitete Friedensangebot führte
Anfang August zum Abschluß eines von Otto von Brandenburg
und Ulrich von Kärnten ausgehandelten Präliminarfriedens.
Gleichzeitig wurde Einvernehmen über eine Eheverbindung
zwischen Belas IV. jüngerem Sohn,
Bela,
mit Kunigunde, einer Tochter des Markgrafen Otto III. von Brandenburg
und
Nichte des Böhmen-Königs erzielt.
Neben dem Markgrafen Otto III. von Brandenburg,
der mit seiner Gemahlin, Premysl Otakars Schwester
Bozena/Beatrix und den Kindern erschienen war, nahm auch die
piatische
Verwandtschaft, angeführt von Herzog Heinrich von Breslau, an den
Krönungsfeierlichkeiten für
Kunigunde
von Cernigov-Halic teil (1261).
Immerhin hielt es Premysl Otakar
II. für politisch sinnvoll, sich unter Verzicht auf Bautzen
und Görlitz vonseinem Schwager Otto III. die brandenburgische
Kurstimme übertragen und das Recht einräumen zu lassen, vor einer
Verlobung von dessen Kindern konsultiert zu werden.
Der dringenden Bitte um Entlastung des Deutschen Ordens,
der sich auf die Verteidigung seiner festen Burgen beschränken mußte,
kamen im Winter 1265/66 immerhin der Herzog von Braunschweig und der Landgraf
von Thüringen, im Jahr darauf Premysl Otakars
Schwager,
der Markgraf Otto III. von Brandenburg, nach.
Auch die Mißachtung der mit den brandenburgischen
ASKANIERN und mit den WETTINERN getroffenen Vereinbarungen über
gegenseitige Konsultation und gemeinsames Vorgehen in Reichsangelegnehieten
muß den König schwer verstimmt haben. Doch nach dem Tode Ottos
III. von Brandenburg im Jahre 1267 hatten sich die einst engen
Kontakte zu den Nachfolgern Otto IV. mit dem Pfeile und Otto
V. dem Langen spürbar gelockert.
Thorau, Peter: Teil I Seite 205,312,323,325
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"Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König
Heinrich (VII.)"
Obwohl sich "Herzog Heinrich von Sachsen" in den letzten
Jahren durchaus um die Aufrechterhaltung und Durchsetzung des Friedens
verdient gemacht hatte, war es zwischen ihm und seinen askanischen
Rivalen Herzog Albrecht I. von Sachsen
zu einer ernsthaften Auseinandersetzung
um die brandenburgischen Angelegenheiten gekommen: Markgraf Albrecht
II. von Brandenburg hatte bei seinem Tod 1220 zwei minderjährige
Söhne zurückgelassen. FRIEDRICH II.,
dem als König nach Lehnsrecht die Reichstitel über die beiden
Brüder Johann I. und Otto III. zustand, hatte von seinem
Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern die Lehnsvormundschaft und den Nießbrauch
der Lehnseinkünfte, das sogenannte Angefälle, Erzbischof Albrecht
von Magdeburg übertragen. Die private Vormundschaft war an den Grafen
Heinrich I. von Anhalt als nächsten Schwertmagen gefallen; er
war ein Vetter ihres Vaters und der ältere Bruder Herzog Albrechts
I. von Sachsen. Mit dessen Einwilligung als Privatvormund kaufte Mechthild
von Landsberg, die Mutter der beiden minderjährigen Markgrafen,
dem Erzbischof 1221 die Lehnsvormundschaft mitsamt dem Angefälle ab.
Gemäß einem 1196/97 geschlossenen Vertrag war Albrecht von Magdeburg
aber nach wie vor Lehnsherr der Allodialgüter der märkischen
ASKANIER. Als der Erzbischof aufgrund einer zwiespältigen Wahl
im Bistum Brandenburg 1221 nach Italien reiste und sich nicht mehr um die
Belange der beiden Halbwaisen kümmern konnte, nutzte der ASKANIER
Herzog Albrecht von Sachsen zum Schaden Johanns I. und Ottos
III. die Lage für sich aus. Diese Übergriffe führten
nicht nur zu einem Zerwürfnis zwischen Heinrich von Anhalt und
Albrecht
von Sachsen, sondern riefen auch den WELFEN
Heinrich von Braunschweig auf den Plan; er war in zweiter Ehe mit Agnes,
der Schwester der verwitweten Markgräfin Mechthild, verheiratet
und hatte seine Tochter aus dieser Ehe seinem Neffen und Erben Otto von
Lüneburg averlobt. Aus dieser Mächtekonstellation und den damit
einhergehenden Zwistigkeiten wird sich der kaiserliche Auftrag und die
Aufforderung des königlichen Hofes erklären.
Wohl aber fällt auf, daß Pfalzgraf Heinrich
von Braunschweig und sein Neffe Otto von Lüneburg sowie Herzog
Albrecht von Sachsen und die beiden jungen Markgrafen von Brandenburg
dem Hoftag in Nordhausen fernblieben. Bei den Brandenburger Markgrafen
könnte ihre Minderjährigkeit die Erklärung sein. Es darf
über nicht übersehen wwerden, daß sie mit den WELFEN
verschwägert waren, die in engen verwandtschaftlichen Beziehungen
zum dänischen Königshaus standen.
Nach den Erfolgen Waldemars
sahen sich die nordelbischen Verbündeten nach weiterer Unterstützung
für ihren Kampf gegen den dänischen König um. Weder von
Kaiser
FRIEDRICH II. noch von König HEINRICH
beziehungsweise
dem Reich stand irgendwelche Hilfe in Aussicht. An die benachbarten Markgrafen
von Brandenburg konnte man sich schwerlich wenden: vielleicht weniger,
weil die beiden vereint regierenden Brüder Johann I. und Otto
III. erst zwölf und dreizehn Jahre alt waren, als vielmehr, da
sie mit Otto von Lüneburg verschwägert waren und man deshalb
eher fürchten mußte, sie könnten an seiner Seite in den
Krieg eintreten [Zu ihrem Alter vgl. Schultze, Die Mark Brandenburg, Seite
138. Ihre Schwester Mechthild war die Verlobte Ottos von Lüneburg,
und ihre Tante Agnes war 1211 mit Pfalzgraf Heinrich von Braunschweig vermählt
worden; vgl. hierzu Bauch, Die Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg,
Seite 11. Bauchs Meinung (ebd., Seite 9 f. und Seite 16), der Kaiser habe
1226 die Belehnung der beiden jungen Markgrafen in der Absicht, sie zu
verärgern, nicht wahrgenommen, scheint wenig überzeugend. Selbst
wenn man FRIEDRICH II. die "berechnende
Schlauheit eines Italieners" unterstellt, so ist es doch etwas weit hergeholt
zu glauben, FRIEDRICH habe erreichen
wollen, daß die BRANDENBURGER sich dem dänischen Lager
anschließen, um so einen Grund zu haben, "sie ihrer Lehen verlustig
zu erklären" und diese seinem Haus zu sichern, weil man solche Pläne
bei FRIEDRICH, "der nach einer absoluten
Kaisermacht strebte, sehr wohl vermuten darf."].
Soweit esrichtlich, spricht keine Quelle davon, daß
die königlichen Truppen bei der Besetzung Braunschweigs (1227) auf
Widerstand stießen. Sie wurden vielmehr kurze Zeit später von
den Braunschweigern im Kampf gegen den welfischen
Anhang unterstützt. Es liegt deshalb die Vermutung nahe, daß
man die Soldaten bewußt eingelassen hatte, vielleicht weil den Bürgern
versprochen worden war, ihre Stadt ans Reich zu nehmen. Dem eilends heranziehenden
Otto von Lüneburg, dem noch seine jugendlichen Schwäger Johann
I. und Otto III. von Brandenburg Unterstützung zuführten,
blieb zunächst nichts anderes übrig, als mit seinen Mannschaften
bei dem unweit der Stadt gelegenen Kloster Riddagshausen in Stellung zu
gehen. Wahrscheinlich zu schwach, die Stadt zu belagern oder gar anzugreifen,
verlegte er sich aufs Verhandeln. Schließlich wurde er entweder von
Verrätern oder von welfisch gesinnten
Bürgern in den Stadtteil Hagen eingelassen. Er vermochte das dort
gelegene Tor im Sturm zu nehmen und in die Altstadt einzudringen. Nach
heftigen Straßenkämpfen gelang es Otto, sich der Burg und der
Stadt zu bemächtigen und die feindlichen Truppen hianuszudrängen.
Nach der Gefangennahme Ottos in der Schlacht bei Bornhöved
harrten die Braunschweiger an seiner Seite aus und leisteten den Aufständischen
Widerstand. Wie schon einmal erprobt, eilten zudem die beiden brandenburgischen
Markgrafen mit bewaffneter Macht herbei. Mit ihrer Hilfe bewahrte die Bürgerschaft
Otto von Lüneburg seine Stadt Braunschweig.
1243
oo Beatrix von Böhmen, Tochter des Königs
Wenzel I.
um 1225-27.5.1290
Breslau
Erbin von Bautzen-Oberlausitz
Kinder:
Johann III. der Prager
6.4.1244- 1268
Otto V. der Lange
um 1246-24.7.1298
Otto VI. der Kleine
um 1255-6.7.1303
Kunigunde
- um
1292
1264
1. oo Bela von Ungarn Herzog von Slawonien
- 1269
1278
2. oo Walram V. Herzog von Limburg
- 1280
Albrecht III.
um 1250-4.12.1300
Mathilde
-20.12.1316
1266
oo 3. Barnim I. Herzog von Pommern
um 1218-13./14.2.1278
Literatur:
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Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre
Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002 Seite 20 - Assing Helmut: Brandenburg,
Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim
Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln
Weimar Wien 1997 Seite 17,33,104,121 - Goez, Werner: Lebensbilder
aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag
Darmstadt 1998, Seite 466-479 - Hoensch, Jörg K.: Premysl
Otakar II. von Böhmen. Der goldene König. Verlag Styria Graz
Wien Köln 1989 Seite 23,34,75,81,115,118,126,130,149,204 - Partenheimer
Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des
Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001
Seite 151,194,325 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft
und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite
275 - Stürner Wolfgang: Friedrich II. Teil 2 Der Kaiser 1220-1250
Primus Verlag Darmstadt, 2000 Seite 283 - Thorau, Peter: Jahrbücher
des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker &
Humblot Berlin 1998, Seite 205,312,323,325 - Winkelmann Eduard:
Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt
1963, Seite 355,373,375,427,428,506,508,524 - Winkelmann Eduard:
Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt
1963, Seite 64, 65,69,331 -