Otto III. der Fromme                    Markgraf von Brandenburg (1220-1267)
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1215-9.10.1267
         Brandenburg

Begraben: Kloster Strausberg
 

2. Sohn des Markgrafen Albrecht II. von Brandenburg und der Mathilde von der Lausitz, Tochter von Markgraf Konrad
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1573
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Otto III., Markgraf von Brandenburg
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* um 1215, + 9. Oktober 1267
                   Brandenburg

Begraben: Kloster Strausberg

2. Sohn Markgraf Albrechts II.

  oo Beatrix von Böhmen

Er übernahm faktisch die Herrschaft in Brandenburg zusammen mit seinem Bruder Johann I. ab 1231 und hatte bedeutenden Anteil an der Stabilisierung der durch Regentschaft zerrütteten Landesherrschaft. Mit seiner Heirat begannen enge Beziehungen des askanischen Hauses zu Böhmen; unter anderem  wurde er 1262 mit der Markgrafschaft Ober-Lausitz belehnt. Bereits 1234 gründete er ein Franziskanerkloster in Görlitz, u.a. unterstützte er 1254/55 (mit seinem Schwiegervater König Ottokar) den Deutschen Orden in Preußen und erscheint auch später als Förderer der Bettelorden. Nach dem Tod König WILHELMS (1256) wurde Otto III. von einigen sächsischen Fürsten für die deutsche Königswürde vorgeschlagen.

Quellen und Literatur:
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G. Sello, Chronica Marchionum Brandenburgensium, FBPrG I, 1988 - ADB XXIV, 659 - J. Schultze, Die Mark Brandenburg, I, 1961, 137-175.



Thiele Andreas: Tafel 222
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

OTTO III. "DER FROMME"
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* um 1217,  + 1267

Folgte 1220 gemeinsam mit seinem Bruder Johann I., eroberte und sicherte Uckermark, Prignitz und Stargard (= Mecklenburg-Strelitz) und Wustrow und gewann vom Haus WETTIN nach jahrelangem Streit Köpenick und Teltow. Er schloß sich 1238/39 einer antikaiserlichen Koalition mit Böhmen, Schleswig, Bayern und Österreich an, achtete stets auf gute Beziehungen zu Böhmen, zog mit König Ottokar II. 1254/55 nach O-Preußen und half ihm 1261 in der Schlacht bei Kroissenburg gegen Ungarn. Er bekam die Ober-Lausitz als böhmisches Lehen und gewann unter anderem noch Neumark und Lebus. Er war 1257 deutscher Thronkandidat, wählte aber ALFONS X. VON KASTILIEN mit und teilte 1258/60 mit dem Bruder und wurde Stifter der jüngeren brandenburgisch-askanischen Linie zu Salzwedel, wobei das Senioratsprinzip gelten sollte. Er stritt viel mit den Erzbischöfen von Magdeburg und den Bischöfen von Halberstadt und war zeitweise dort gefangen. Er förderte die deutsche Besiedlung.

 1243
  oo Beatrix von Böhmen, Tochter des Königs Wenzel I.
             + 1286

Erbin von Bautzen-Ober-Lausitz



Assing Helmut: Seite 20
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"Die frühen Askanier und ihre Frauen"

Ottos I. nacheinander regierende Söhne, Otto II. (1184-1205) und Albrecht II. (1205-1220), begannen damit noch recht verhalten, doch die Söhne des letzteren, Johann I. und Otto III., eilten, nachdem sie mündig geworden waren, in seltener brüderlicher Einigkeit und Gemeinsamkeit von Erfolg zu Erfolg, ohne die weitere innere Ausgestaltung zu vernachlässigen. Neben territorialen Zugewinnen reichte ihr Aufbauwerk von der Anlage großer, stattlicher Anger- und Straßendörfer bis zur umfassenden Förderung und Neugründung zahlreicher rechtlich relativ frier Städte wie Spandau, Berlin, Frankfurt/Oder und Prenzlau. Ihre gemeinsame Regierung endete erst 1258/60, als offenbar die Erben - jeder besaß mehrere Söhne - auf abgegrenzte Besitzungen drängten. So entstanden vorübergehnd zwei Linien, deren Territorien miteinander verzahnt wurden, so daß die Gefahr einer Aufspaltung der Mark Brandenbureg in zwei Fürstentümer gering blieb. Beide Linien setzten auch nach dem Tode der beiden Brüder - Johann starb 1266, Otto 1267 - im wesentlichen die bisherige Politik fort.
Darüber hinaus zeigte sich ihr gestiegenes Ansehen darin, dass 1256/57 Markgraf Otto III., der jüngere der beiden so erfolgreichen Brüder, einer der Königsanwärter war, doch gab er die Kandidatur wieder auf.

Assing Helmut: Seite 17,33,104,121
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"Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften."

Entscheidende Bedeutung besitzen unseres Erachtens die Vorgänge, die zur Entstehung der Städte Berlin und Cölln führten. Sicher scheint zu sein, daß die endgültige Stadterhebung Berlins unter Johannn I. und Otto III. vor 1237 erfolgte, also der Zeit um 1220 angehört.
Doch ist fraglich, on Brietzen und Umgebung schon im 12./13. Jahrhundert zur Zauche gehörten, denn 1375 erfahren wir zum erstenmal, daß es so war. Gegen die Zugehörigkeit Brietzens zur Zauche im 13. Jahrhundert spricht, daß zwar 1258, als die Markgrafen Johann I. und Otto III. die Mark Brandenburg teilten, Otto und seine Nachkommen unter anderem die Zauche erheilten, daß aber die Söhne Johanns über Brietzen verfügten. Somit ist die erwähnte Chronik kein sicherer Beleg dafür, daß die ASKANIER hier die deutsche Herrschaft begründeten.
1240 übereigneten die Markgrafen Johann I. und Otto III. der Stadt Spandau einen "locum, qui Bens dicitur, qui fuerat Advocati Alberti et filii sui Borchardi".
Zumindest bis 1225 waren Johann I. und Otto III., die 1220 ihrem Vater in der Markgrafschaft gefolgt waren, unmündig. Einige Jahre danach, 1229, standen sie zwar im Kampf mit dem Erzbistum Magdeburg, doch ging er für sie unglücklich aus. Der Sieger, Erzbischof Albrecht II., zeigte sich nach dem Kampf sehr großzügig, udn das dürfte als Indiz dafür gewertet werden, daß er kurz zuvor keine Gebietsverluste durch die jungen Markgrafen erlitten hatte.

Hoensch, Jörg K.: Seite 23,34,75,81,115,118,126,130,149,204
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"Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König."

Doch auch Dichten und Singen, Schachspielen und Tanzen gehörten zur "Berufsausbildung" des jungen Ritters - und hierfür bot die prunkvolle Hofhaltung unter König Wenzel I. die günstigsten Voraussetzungen, der es sich nicht nehmen ließ, bei den Eheschließungen seiner Töchter Bozena/Beatrix im Juni 1243 mit dem Markgrafen Otto III. von Brandenburg und Agnes im Jahr 1244 mit dem Markgrafen Heinrich dem Erlauchten von Meißen sowie der schließlich 1246 vollzogenen Heirat des Thronfolgers Vladislav mit Gertrud von Babenberg den Reichtum und die Macht seiner Länder vorzuführen.
Wider Erwarten aber konnte der König, nicht zuletzt dank des unermüdlichen Eintretens von Papst Innozenz IV., langsam das verlorengegangene Territorium zurückgewinnen. Der Markgraf von Brandenburg und der Herzog von Braunschweig, die sächsischen Verwandten udn auch Gegen-König WILHELM zeigten sich zur Unerstützung Wenzels I. bereit, der zudem seine Anhänger im Lande zu sammeln wußte.
Die Weihnachtstage verbrachte er, von den Herzögen Heinrich III. von Breslau und Boleslaw II. von Liegnitz "mit großen Ehrenbezeugungen empfangen und mehrere Tage mit seinem ganzen Heere auf das Anständigste verpflegt", in Breslau, wo seine Schwäger, die Markgrafen Otto III. von Brandenburg und Heinrich der Erlauchte von Meißen zu ihm stießen. Da in diesem besonders kalten Winter Flüsse, Moore und Sümpfe zugefroren waren, standen zahlreiche, sonst unpassierbare Verbindungswege zur Verfügung, die höhrere Marschgeschwindigkeiten zuließen und  den schnelleren Schlittentransport erlaubten. So ist es nicht ausgeschlossen, daß der König schon am 17. Januar 1255 Elbing erreichte, danach bis Balge vordrang, sich bei einer Massenbekehrung unterworfener Heiden als Taufpate zur Verfügung stellte und schließlich den Ordensbrüdern sogar noch nahelegen konnte, mit den von ihm gestifteten Geldern eine preußische Fliehburg auf der Waldhöhe Twangste am rechten Ufer des Pregel zu einem festen Kastell auszubauen. Doch weil am 6. Februar 1255 Premysl Otakar schon wieder in dem rund 650 Kilometer entfernten Troppau urkundete, haben die zwar gesicherten, aber nur schwer in Einklang miteinander zu bringenden Datumsangaben Spekulationen um diesem ersten Preußen-Kreuzzug des Königs begünstigt.
Immerhin war es HEINRICH RASPE nach der Heirat mit der Tochter Ottos von Braunschweig und durch eine am 25. März 1252 vollzogene Nachwahl, an der letztlich auch der Herzog von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg mitwirkten, gelungen, seine Stellung in N-Deutschland etwas zu konsolidieren.
Immerhin hatten auch König Daniil Romanovic von Halic-Wolhynien, der Krakauer Herzog Boleslaw Wstydliwy und Leszek Czarny (der Schwarze) von Leczyca dem Ungarn-König Truppenhilfe zugesagt. Premysl Otakar konnte mit der Unterstützung durch seine Verwandten Heinrich III. von Breslau, Wladyslaw von Oppeln, Otto III. von Brandeburg sowie den beiden SPANHEIMERN Ulrich III. von Kärnten und dem Elekt Philipp rechnen. Am 12. Juli 1260 eröffneten die Ungarn, noch bevor König Otakar alle Einheiten im Raum Groißenbrunn im südlichen Marchfeld zusammegezogen hatte, den entscheidenden Waffengang und wurden dank der Kampfkraft der etwa 7.000 gepanzerten Reiter im österreichisch-böhmischen Heer vernichtend geschlagen. Das vom Palatin Lorant im namen König Belas IV. vor Preßburg unterbreitete Friedensangebot führte Anfang August zum Abschluß eines von Otto von Brandenburg und Ulrich von Kärnten ausgehandelten Präliminarfriedens.
Gleichzeitig wurde Einvernehmen über eine Eheverbindung zwischen Belas IV. jüngerem Sohn, Bela, mit Kunigunde, einer Tochter des Markgrafen Otto III. von Brandenburg und Nichte des Böhmen-Königs erzielt.
Neben dem Markgrafen Otto III. von Brandenburg, der mit seiner Gemahlin, Premysl Otakars Schwester Bozena/Beatrix und den Kindern erschienen war, nahm auch die piatische Verwandtschaft, angeführt von Herzog Heinrich von Breslau, an den Krönungsfeierlichkeiten für Kunigunde von Cernigov-Halic teil (1261).
Immerhin hielt es Premysl Otakar II. für politisch sinnvoll, sich unter Verzicht auf Bautzen und Görlitz vonseinem Schwager Otto III. die brandenburgische Kurstimme übertragen und das Recht einräumen zu lassen, vor einer Verlobung von dessen Kindern konsultiert zu werden.
Der dringenden Bitte um Entlastung des Deutschen Ordens, der sich auf die Verteidigung seiner festen Burgen beschränken mußte, kamen im Winter 1265/66 immerhin der Herzog von Braunschweig und der Landgraf von Thüringen, im Jahr darauf Premysl Otakars Schwager, der Markgraf Otto III. von Brandenburg, nach.
Auch die Mißachtung der mit den brandenburgischen ASKANIERN und mit den WETTINERN getroffenen Vereinbarungen über gegenseitige Konsultation und gemeinsames Vorgehen in Reichsangelegnehieten muß den König schwer verstimmt haben. Doch nach dem Tode Ottos III. von Brandenburg im Jahre 1267 hatten sich die einst engen Kontakte zu den Nachfolgern Otto IV. mit dem Pfeile und Otto V. dem Langen spürbar gelockert.

Thorau, Peter: Teil I Seite 205,312,323,325
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"Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.)"

Obwohl sich "Herzog Heinrich von Sachsen" in den letzten Jahren durchaus um die Aufrechterhaltung und Durchsetzung des Friedens verdient gemacht hatte, war es zwischen ihm und seinen askanischen Rivalen Herzog Albrecht I. von Sachsen zu einer ernsthaften Auseinandersetzung um die brandenburgischen Angelegenheiten gekommen: Markgraf Albrecht II. von Brandenburg hatte bei seinem Tod 1220 zwei minderjährige Söhne zurückgelassen. FRIEDRICH II., dem als König nach Lehnsrecht die Reichstitel über die beiden Brüder Johann I. und Otto III. zustand, hatte von seinem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern die Lehnsvormundschaft und den Nießbrauch der Lehnseinkünfte, das sogenannte Angefälle, Erzbischof Albrecht von Magdeburg übertragen. Die private Vormundschaft war an den Grafen Heinrich I. von Anhalt als nächsten Schwertmagen gefallen; er war ein Vetter ihres Vaters und der ältere Bruder Herzog Albrechts I. von Sachsen. Mit dessen Einwilligung als Privatvormund kaufte Mechthild von Landsberg, die Mutter der beiden minderjährigen Markgrafen, dem Erzbischof 1221 die Lehnsvormundschaft mitsamt dem Angefälle ab. Gemäß einem 1196/97 geschlossenen Vertrag war Albrecht von Magdeburg aber nach wie vor Lehnsherr der Allodialgüter der märkischen ASKANIER. Als der Erzbischof aufgrund einer zwiespältigen Wahl im Bistum Brandenburg 1221 nach Italien reiste und sich nicht mehr um die Belange der beiden Halbwaisen kümmern konnte, nutzte der ASKANIER Herzog Albrecht von Sachsen zum Schaden Johanns I. und Ottos III. die Lage für sich aus. Diese Übergriffe führten nicht nur zu einem Zerwürfnis zwischen Heinrich von Anhalt und Albrecht von Sachsen, sondern riefen auch den WELFEN Heinrich von Braunschweig auf den Plan; er war in zweiter Ehe mit Agnes, der Schwester der verwitweten Markgräfin Mechthild, verheiratet und hatte seine Tochter aus dieser Ehe seinem Neffen und Erben Otto von Lüneburg averlobt. Aus dieser Mächtekonstellation und den damit einhergehenden Zwistigkeiten wird sich der kaiserliche Auftrag und die Aufforderung des königlichen Hofes erklären.
Wohl aber fällt auf, daß Pfalzgraf Heinrich von Braunschweig und sein Neffe Otto von Lüneburg sowie Herzog Albrecht von Sachsen und die beiden jungen Markgrafen von Brandenburg dem Hoftag in Nordhausen fernblieben. Bei den Brandenburger Markgrafen könnte ihre Minderjährigkeit die Erklärung sein. Es darf über nicht übersehen wwerden, daß sie mit den WELFEN verschwägert waren, die in engen verwandtschaftlichen Beziehungen zum dänischen Königshaus standen.
Nach den Erfolgen Waldemars sahen sich die nordelbischen Verbündeten nach weiterer Unterstützung für ihren Kampf gegen den dänischen König um. Weder von Kaiser FRIEDRICH II. noch von König HEINRICH beziehungsweise dem Reich stand irgendwelche Hilfe in Aussicht. An die benachbarten Markgrafen von Brandenburg konnte man sich schwerlich wenden: vielleicht weniger, weil die beiden vereint regierenden Brüder Johann I. und Otto III. erst zwölf und dreizehn Jahre alt waren, als vielmehr, da sie mit Otto von Lüneburg verschwägert waren und man deshalb eher fürchten mußte, sie könnten an seiner Seite in den Krieg eintreten [Zu ihrem Alter vgl. Schultze, Die Mark Brandenburg, Seite 138. Ihre Schwester Mechthild war die Verlobte Ottos von Lüneburg, und ihre Tante Agnes war 1211 mit Pfalzgraf Heinrich von Braunschweig vermählt worden; vgl. hierzu Bauch, Die Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg, Seite 11. Bauchs Meinung (ebd., Seite 9 f. und Seite 16), der Kaiser habe 1226 die Belehnung der beiden jungen Markgrafen in der Absicht, sie zu verärgern, nicht wahrgenommen, scheint wenig überzeugend. Selbst wenn man FRIEDRICH II. die "berechnende Schlauheit eines Italieners" unterstellt, so ist es doch etwas weit hergeholt zu glauben, FRIEDRICH habe erreichen wollen, daß die BRANDENBURGER sich dem dänischen Lager anschließen, um so einen Grund zu haben, "sie ihrer Lehen verlustig zu erklären" und diese seinem Haus zu sichern, weil man solche Pläne bei FRIEDRICH, "der nach einer absoluten Kaisermacht strebte, sehr wohl vermuten darf."].
Soweit esrichtlich, spricht keine Quelle davon, daß die königlichen Truppen bei der Besetzung Braunschweigs (1227) auf Widerstand stießen. Sie wurden vielmehr kurze Zeit später von den Braunschweigern im Kampf gegen den welfischen Anhang unterstützt. Es liegt deshalb die Vermutung nahe, daß man die Soldaten bewußt eingelassen hatte, vielleicht weil den Bürgern versprochen worden war, ihre Stadt ans Reich zu nehmen. Dem eilends heranziehenden Otto von Lüneburg, dem noch seine jugendlichen Schwäger Johann I. und Otto III. von Brandenburg Unterstützung zuführten, blieb zunächst nichts anderes übrig, als mit seinen Mannschaften bei dem unweit der Stadt gelegenen Kloster Riddagshausen in Stellung zu gehen. Wahrscheinlich zu schwach, die Stadt zu belagern oder gar anzugreifen, verlegte er sich aufs Verhandeln. Schließlich wurde er entweder von Verrätern oder von welfisch gesinnten Bürgern in den Stadtteil Hagen eingelassen. Er vermochte das dort gelegene Tor im Sturm zu nehmen und in die Altstadt einzudringen. Nach heftigen Straßenkämpfen gelang es Otto, sich der Burg und der Stadt zu bemächtigen und die feindlichen Truppen hianuszudrängen.
Nach der Gefangennahme Ottos in der Schlacht bei Bornhöved harrten die Braunschweiger an seiner Seite aus und leisteten den Aufständischen Widerstand. Wie schon einmal erprobt, eilten zudem die beiden brandenburgischen Markgrafen mit bewaffneter Macht herbei. Mit ihrer Hilfe bewahrte die Bürgerschaft Otto von Lüneburg seine Stadt Braunschweig.
 
 
 
 

 1243
  oo Beatrix von Böhmen, Tochter des Königs Wenzel I.
      um 1225-27.5.1290
                   Breslau

     Erbin von Bautzen-Oberlausitz
 
 
 
 

Kinder:

  Johann III. der Prager
  6.4.1244-   1268

  Otto V. der Lange
  um 1246-24.7.1298

  Otto VI. der Kleine
  um 1255-6.7.1303

  Kunigunde
         - um 1292

    1264
  1. oo Bela von Ungarn Herzog von Slawonien
                 -   1269

    1278
  2. oo Walram V. Herzog von Limburg
                  -   1280

  Albrecht III.
  um 1250-4.12.1300

  Mathilde
         -20.12.1316

 1266
  oo 3. Barnim I. Herzog von Pommern
           um 1218-13./14.2.1278
 
 
 
 

Literatur:
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Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002 Seite 20 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 17,33,104,121 - Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag Darmstadt 1998, Seite 466-479 - Hoensch, Jörg K.: Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König. Verlag Styria Graz Wien Köln 1989 Seite 23,34,75,81,115,118,126,130,149,204 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 151,194,325 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 275 - Stürner Wolfgang: Friedrich II. Teil 2 Der Kaiser 1220-1250 Primus Verlag Darmstadt, 2000 Seite 283 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 205,312,323,325 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 355,373,375,427,428,506,508,524 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 64, 65,69,331 -