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Konrad von Wettin
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(um 1098-1157)

Konrad von Wettin
Als Sohn des Grafen Thimo von Wettin kam Konrad um 1098 zur Welt. Nach dem frühen Tod des Vaters um 1091 gehörte Konrad und seinem ältern Bruder Dedo nur das Gebiet um die Burg Wettin nördlich von Halle.

Von seinem Vetter Dietrich erbte der junge Konrad 1116 die Grafschaft Brehna und acht Jahre darauf den Allodialbesitz um Camburg von seinem verstorbenen Vetter Wilhelm. Als sein Neffe zweiten Grades, Graf Heinrich von Meißen und der Ostmark, 1123 ohne Erben starb, übertrug Kaiser Heinrich V. die Lehen der Markgrafschaft Meißen an seinen treuen Gefolgsmann Graf Wiprecht von Groitzsch und überging damit Konrad. Dieser eroberte daraufhin die Mark und erzwang seine förmliche Belehnung. Im folgenden Jahr starben sowohl der Kaiser als auch Wiprecht von Groitzsch und Konrad behauptete sich fortan in der Markgrafschaft. Allerdings umfasste das Gebiet noch nicht viel mehr als die slawisch besiedelte Landschaft um Meißen westlich der Elbe.

In den folgenden Jahren gelang ein allmählicher Ausbau des Territoriums, wobei die Wettiner davon profitierten, dass in der damaligen Zeit Herrschaft und politische Macht unbedingt an Personen gebunden waren und bei fehlenden männlichen Nachkommen die Herrschaftsbereiche neu verteilt wurden. Mit dem Aussterben des Hauses Groitzsch gingen die Grafschaft Groitzsch und die Niederlausitz 1135 an Konrad von Wettin über. Rochlitz erhielt er 1143 durch eine Schenkung des Königs.

Zum weltlichen Besitz kamen die Kirchenvogteien - das Bistum Naumburg, das Lauterberger Stift und schließlich die Klöster Bosau, Chemnitz, Gerbstedt - hinzu. So umfasste der wettinische Besitz zur Mitte des 12. Jahrhunderts bereits das Gebiet von der Saale bis zur Lausitz. Allerdings war dies noch kein zusammenhängendes Gebiet. Wie sich zeigen sollte, wurden damals jedoch die Grundlagen für eine spätere Ausdehnung des Herrschaftsgebietes gelegt. Markgraf Konrad verband seine reichsfürstliche Machtstellung mit Expansion, Ostkolonisation und Festigung der christlichen Lehre über die Elbe hinaus bis zur Oder. In einem Schreiben an den Papst aus dem Jahre 1142 bezeichnete sich Konrad als „durch Gottes Gnaden unter den Fürsten Sachsens alleiniger Besitzer und Schützer der meißnischen Mark" - Ausdruck für das Selbstbewusstsein Konrads.

Auch in der Politik des Reiches wirkte der Markgraf rege mit. Er erschien wiederholt am Hof des Kaisers und arbeitete eng mit dem staufischen Kaiserhaus zusammen. König Lothar von Supplinburg, der im Jahre 1133 zum Kaiser gekrönt wurde, war er zu Dank verpflichtet, da dieser seinen Aufstieg ermöglicht hatte. Deshalb begleitete er 1136/37 Lothar auf dessen zweitem Italienfeldzug, auf dem der ihm nahe stehende Kaiser starb.

Zum neu gewählten Staufer-König Konrad III. hatte er zunächst kein so gutes Verhältnis, da die Interessen des Wettiners sehr stark im Osten des Reiches lagen. Als ihn der Staufer jedoch 1143 in Sachsen besuchte und dem Wettiner Rochlitz schenkte, kam es zu einer Annäherung zwischen den beiden. Vier Jahre später begleitete der Wettiner den König bereits auf einem Kreuzzug gegen die Ostseewenden.

Konrad, der etwa in den Jahren 1116 bis 1119 Luitgart, die Tochter eines schwäbischen Grafen, geheiratet hatte, betätigte sich auch als erfolgreicher Heiratsvermittler. So verheiratete er seinen Sohn Otto mit der Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg, seine Tochter Adele wiederum mit dessen Sohn Adalbert. Durch diesen klugen Schachzug verband er die beiden im Nordosten des Reiches emporstrebenden Dynastien der Askanier und Wettiner miteinander.

Ende des Jahres 1156 legte Markgraf Konrad im Dom zu Meißen im Beisein der dortigen Geistlichkeit und seiner adligen Gefolgsleute in einem symbolischen Akt seine Waffen und Herrschaftsinsignien ab und begab sich zum Petersberg bei Halle, um als Laienbruder in sein dortiges Hauskloster einzutreten. Seine noch lebenden fünf Söhne, sein Kampfgefährte Albrecht der Bär, sein Bündnisgenosse, der Erzbischof von Magdeburg und andere Verbündete und Verwandte waren zugegen, als er dort am 30. November der Macht und der Welt entsagte.

Im für damalige Zeit gesegneten Alter von knapp 60 Jahren starb der Markgraf Meißens am 5. Februar 1157 im Kloster. Begraben wurde Konrad in der ältesten Begräbnisstätte der Wettiner, dem Augustiner-Chorherrenstift auf dem Petersberg bei Halle, das er mit seinem Bruder Dedo 1124 gestiftet hatte.

Vor seinem Eintritt als Laienbruder in sein Hauskloster teilte er 1156 seinen Besitz und seine Reichslehen unter seine fünf Söhne auf. Sein ältester Sohn Ottoder Reiche" erhielt die Markgrafschaft Meißen. Sein dritter Sohn Heinrich durfte sich fortan Graf von Wettin nennen. Die Niederlausitz und Eilenburg fielen an Dietrich, Groitzsch und Rochlitz an den Sohn Dedo und Brehna schließlich an Friedrich. Da einige Linien der Söhne ausstarben und die Territorien sich nicht vollständig verselbständigten, blieb die Teilung des Gebiets unter die Söhne des Markgrafen ohne dauernde Folgen für die Macht des Hauses. Das Grabmal Konrads des Großen kann noch heute in der Stiftskirche auf dem Petersberg besichtigt werden.

zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2002 | 15:03
 
 
 
 
 
 
 

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