Begraben: Braunschweig, Dom
Älteste Tochter des Königs
Heinrich II. von England aus dem Hause ANJOU-PLANTAGENET
und der Eleonore von Aquitanien, Tochter
von Herzog Wilhelm X.
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 393
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Mathilde, Herzogin von Bayern und Sachsen
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* ca. 1157, + 28. Juni 1189
Braunschweig
Begraben: Braunschweig, Dom
Tochter König Heinrichs II. von England und seiner Gattin Eleonore.
Erzbischof Rainald von Dassel vermittelte 1165 ihre Verlobung mit Herzog Heinrich dem Löwen, am 1. Februar 1168 wurde die Ehe im Mindener Dom geschlossen (Tochter: Richenza-Mathilde; Söhne: Heinrich V., rheinischer Pfalzgraf, Kaiser OTTO IV. und Wilhelm, Herzog von Braunschweig-Lüneburg).Das erste Exil ihres Gatten verbrachte sie an dessen Seite, während des zweiten Exils wahrte sie in Braunschweig seine Interessen.
Literatur:
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E. Ennen, Frauen im MA, 1984, 128f. - J. Ahlers, Die
Welfen und die engl. Kg.e 1165 bis 1235, 1987 - H. M. Schaller, Das geistige
Leben am Hofe Ks. Ottos IV. v. Braunschweig, DA 45, 1989, 54-82 - J. Fried,
"Das goldglänzende Buch". Heinrich der Löwe, sein Evangeliar,
sein Selbstverständnis, GGA 242, 1990, 34-79.
Der als Ostkolonisator und Städtegründer berühmte
WELFEN-Herzog
Heinrich der Löwe, Herr von Sachsen und Bayern, stand trotz vieler
Gegner aus dem weltlichen und geistlichen Lager um das Jahr 1165 auf der
Höhe seiner Macht. Kaiser
FRIEDRICH BARBAROSSA entsandte seinen Kanzler Rainald von
Dassel nach Frankreich, um dort für seinen Waffengefährten und
Lehnsmann
Heinrich die junge Prinzessin
Mathilde zur Gemahlin zu erbitten, die Tochter
Heinrichs II., des ersten Königs von England
aus dem Hause PLANTAGENET. Die Heirat
hatte politische Gründe; es kam - für kurze Zeit - zu einem Bündnis
zwischen BARBAROSSA und dem englischen
König. Mathilde versuchte den
verfeinerten und allen ritterlichen Künsten geneigten Lebensstil ihrer
Mutter Eleonore von Aquitanien in das
schwerblütige Niedersachsen zu verpflanzen: Minnesänger und Spielleute
hielten Einzug auf der bisher von Waffenlärm durchklirrten Burg
Dankwarderode. Die Hofhaltung des Herzogspaares nahm beinahe königliche
Formen an. Ob - wie man vermutet - Herzogin
Mathilde und ihr Gemahl die Übertragung
des berühmten altfranzösischen "Rolandsliedes" in deutsche Reime
durch den "Pfaffen Konrad" veranlaßt haben, ist nicht erwiesen; aber
das Unternehmen hätte der Urenkelin des ersten Troubadours wohl angestanden,
die mit ihrem Bruder Richard
Löwenherz die hochherzige und lautere Gesinnung teilte.
Sie blieb auch in Notzeiten ihrem Manne die treue Gefährtin; als Herzog
Heinrich auf dem Würzburger Reichstag seine Schuld und sein Versäumnis
mit der Absetzung büßen mußte, begleitete sie den Geächteten
an den gastfreien Hof ihres Vaters nach England, von wo aus das Herzogspaar
erst nach Jahren wieder in die deutsche Heimat zurückkehren durfte.
Im Braunschweiger Dom, einer Stiftung Heinrichs des Löwen,
fanden sie ihre letzte, gemeinsame Ruhestätte.
XIV. 116 b. MATHILDE
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* 1156, + 1189 28. VI.
Gemahl:
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1168 1. II.
Heinrich der Löwe Herzog von Bayern und Sachsen
(siehe XII 188)
+ 1195 6. VIII.
H 19
Lü: 28.6. Methildis ducissa + 1089 Gemahlin Heinrichs des Löwen
Mathilde, die Tochter
König
Heinrichs II. von England, heiratete 1168 Heinrich den Löwen
(H 25).
Zur politischen Bedeutung dieser Heirat vgl. Jordan,
Heinrich der Löwe, S. 167,184ff. u.ö.; Fried, Königsgedanken
Heinrichs des Löwen, bes. S. 330f.
HEINRICH DER LÖWE
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* (1132-1133), + Braunschweig 6.VIII.1195
Begraben: Braunschweig Dom
1142 Herzog von SACHSEN
1156 Herzog von BAYERN
gründet 1159 Stadt Lübeck neu
1179 Reichsacht, I 1180 Aberkennung der Reichslehen
1194 Aussöhnung
1. oo um 1148-1149, geschieden Konstanz 23.XI.1162
CLEMENTIA
VON ZÄHRINGEN, in BADENWEILER
Tochter von Herzog Konrad (oo II 1164 Humbert III., 1150 Graf von Savoyen, + 4.III.1189)
2. oo Minden 1.II.1168
MATHILDE VON ENGLAND (ANJOU-PLANTAGENET)
* 1156, + Braunschweig 28.VII.1189
Begraben: Braunschweig Dom
Tochter von Heinrich (Henry) II. Courtmantle, 1151 Cte
d'Anjou, 1154 König von England
MATHILDE
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* 1156, + 1189
oo 1168
HEINRICH DER LÖWE
VON SACHSEN
+ 1195
In 20 Säcken brachte man die Aussteuer
Mathildes auf die Schiffe: vergoldetes Tafelgeschirr, sieben
ebenfalls vergoldete Sessel mit scharlachfarbenen Bezügen, Kleider
und Stoffe, Seidentücher, Wandteppiche, eine Samtdecke und 12 Zobelfelle
gehörten zu der vielfach gerühmten, überaus reichen Ausstattung,
die gewiß noch um liturgische Bücher und Geräte ergänzt
wurde. Aus den Abrechnungen des anglonormannischen Exchequer geht hervor,
daß Heinrich II. die Mitgift
seiner Tochter mit 5.102 Pfund Silber refinanzierte und damit mehr erhob
als für die Bekämpfung seiner rebellischen Barone (1173), für
die Mitgift seiner zweiten Tochter Johanna
(1177) und für den Krieg gegen die Schotten (1187).
1.2.1168
oo 2. Heinrich der Löwe Herzog von Sachsen
1129-6.8.1296
Kinder:
Heinrich I. Pfalzgraf bei Rhein
um 1173-28.4.1227
Lothar
1174-15.10.1190
Augsburg
OTTO IV.
1182-19.5.1218
Wilhelm Graf von Lüneburg
11.4.1184-12.12.1213
Er wurde in England geboren.
Mathilde
1172- 1209
1189
1. oo Gottfried II. Graf von Perche
- um 1203
1204
2. oo Enguerrand III. Graf von Coucy
- 1243
Richza
1172- 1204
1202
oo Waldemar II. König von Dänemark
-28.3.1241
Literatur:
-----------
Ahlers Jens: Die Welfen und die englischen Könige
1165-1235. Verlag August Lax Hildesheim 1987 Seite 1,3,15,22-24,37,42-44,46,52,54,62,65-73,83,84,103,104,110,115,120,134,138,140,143,253,254,
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Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und
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Dr. Riederer-Verlag Stutgart 1962 Seite 53,121,139,140,285,286,301,302,306,315
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Hechberger Werner: Staufer und Welfen 1125-1190.
Zur Verwendung von Theorien in der Geschichtswissenschaft Böhlau Verlag-Köln-Weimar
Wien 1996 Seite 119,306,348 - Heinrich der Löwe Herrschaft
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Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 18 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband
1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I
Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 200 - Toeche, Theodor:
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Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker
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