Was konnte der Medicus im Mittelalter gegen Krankheiten ausrichten?

Wer heute öfter Kopfschmerzen hat oder sich den Arm bricht, sucht einfach einen Arzt auf und kann dank der verfügbaren Methoden der modernen Medizin auf schnelle Hilfe hoffen. Viele Verletzungen und Krankheiten sind heute komplett heilbar und die Vorstellung, dass das nicht immer so war, fällt uns schwer. Doch noch vor 300 Jahren war ein einfacher Knochenbruch ein großes Problem und viele Krankheiten, die wir heute mit einem Medikament heilen können, führten damals unweigerlich zum Tod. Trotzdem konnte der Medicus im Mittelalter seinen Patienten helfen und vor allem Herrscher und reiche Bürger verließen sich auf seine Fähigkeiten.

Der Medicus und sein theoretisches Wissen

Da man im Mittelalter auf das umfassende Wissen der Antike verzichten wollte, wurden viele wichtige Erkenntnisse aus dieser Zeit ignoriert. Ein Medicus erhielt seine Ausbildung zwar in der Regel an einer Universität, doch praktisches Wissen konnte er dort nicht sammeln. Sogar die Anatomie des menschlichen Körpers wurde ihm nur mit schematischen Darstellungen verdeutlicht, denn das Sezieren von Körpern war verboten worden. Mit Tränken und Salben versuchte Der Medicus Beschwerden zu lindern und der Aderlass war ein Allroundmittel gegen viele Krankheiten. Nicht selten musste der Medicus sich einen Bader an seine Seite holen, der die praktischen Behandlungen übernahm.

Der Bader als blutiger Gehilfe

Ein Bader im Mittelalter konnte zwar keine Ausbildung an einer Universität vorweisen, doch dafür besaß er jede Menge praktisches Wissen. Bevor ein Bader selbstständig arbeiten durfte, musste er bei einem Badermeister eine dreijährige Ausbildung absolvieren und danach auf Wanderschaft gehen. Dieser folgte noch eine Prüfung und erst dann holten ihn auch die reichen Familien ins Haus um blutige Operationen durchzuführen, denn der Bader verfügte über mehr praktische Übung als ein Medicus. Das Ziehen von Zähnen fiel beispielsweise ins Aufgabengebiet der Bader. Die freie Arztwahl galt also auch im Mittelalter bereits, doch nur wer es sich leisten konnte, durfte auf Hilfe hoffen. Heute ist allen Menschen in Deutschland eine Grundversorgung garantiert und online kann sich jeder nach der passenden Krankenversicherung umsehen, die dann die Kosten für die modernen Behandlungen übernimmt. Auf dieser Seite gibt es umfassende Informationen für bedarfsgerechte Tarife, die im Mittelalter noch ferne Zukunftsmusik waren. Damals wurden Operationen zum Teil ohne Betäubung vorgenommen und auch das medizinische Gerät dieser Zeit ist mit den heutigen Werkzeugen nicht zu vergleichen. Trotzdem konnte der Bader sogar einen Gehirntumor entfernen oder den Schädel aufbohren, um einen „Dämon“ zu entfernen und es gibt Knochenfunde, die beweisen, dass die Patienten solche tatsächlich Schädelbohrungen überlebten.

Der Scherer als Militärarzt und die Frauen in der Medizin

Blutige Kriege waren im Mittelalter keine Seltenheit und die Soldaten auf dem Felde mussten schnell medizinisch versorgt werden. Das übernahmen die Scherer. Sie hatten die Prüfung zum Bader nicht abgelegt oder geschafft und verfügten trotzdem über viel praktisches Wissen. Im Notfall musste der Scherer allerdings mit in den Kampf und so gehörten zu seiner Ausrüstung neben medizinischem Werkzeug auch Waffen. Frauen waren im Mittelalter zwar ebenfalls in Sachen Medizin unterwegs, doch sie agierten eher als Hebamme oder verordneten Kräutermedizin. Dabei verließen sich meist nur Frauen auf ihr Wissen und die Männer vertrauten sich lieber dem Medicus oder dem Bader an. Mit den Quacksalbern wollten aber alle nichts zu tun haben, denn sie setzten auf die Angst der Menschen und verkauften ihnen Zaubertränke aus gemahlenen Knochen und Kröten. Da sie nicht kontrolliert wurden, konnten sie den Menschen sogar giftige Tränke aufschwatzen und verdienten ihr Gold mit nutzlosen Wässerchen. Der Aberglaube verhalf ihnen zum Teil zu großem Reichtum, denn sie versprachen ihren Kunden die Befreiung von allen Krankheiten, wenn sie nur an ihn glauben wollten.

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