Die Hauptmasse des Familienbesitzes scheint um die namengebende
Burg
Schweinfurt gelegen zu haben. Dazu kamen Güter im Aischtal zu
Höchstadt, Lonnerstadt, Gutenstetten, Wachenroth, Sambach, Steppach
und Etzelkirchen, Streubesitz zu Retzstadt, Ochsenfurt, Frickhausen und
Heidingsfeld sowie ein Güterkomplex um den Hof "Rounveldt", der Ursprungssiedlung,
wie es scheint, von Grafenrheinfeld an Main. In den östlichen Maingegenden
bildeten die Burgen Kronach und Creußen die Mittelpunkte
größerer Gutsbezirke, denen auch der ansehnliche Streubesitz
in den dazwischenliegenden Gebieten, den späteren Herrschaften Kulmbach
und Bayreuth, zugeordnet gewesen sein dürfte. Zur Burg auf dem Banzer
Berg gehörte dagegen der Güterkomplex zwischen Main und Itz mit
dem großen Lichtenfelser Forst. Ein weiteres Zentrum Schweinfurter
Besitzes lag auf der gegenüberliegenden Seite des Mains, aus dem später
die Herrschaft Lichtenfels-Giech hervorging. Weiter südlich, im Jura,
besaß die Familie Güter um Pottenstein und Tüchersfeld.
Möglicherweise gehörte Thurnau gleichfalls zum Hausgut. Auch
in den altbayerischen Gegenden links der Donau, auf dem Nordgau, faßten
die SCHWEINFURTER Fuß. Hier gehörten ihnen die Burgen
Ammerthal bei Amberg und Hersbruck an der Pegnitz sowie Besitz
um Nahburg und Cham. Außerdem besaßen sie in Regensburg, am
Sitz des bayerischen Herzogs, eine Hofstätte.
Nach Bertholds Tod im Jahr 980 übernahm sein
Sohn, Markgraf Heinrich von Schweinfurt, den Besitz und die öffentlichen
Ämter des Hauses. Er diente Kaiser OTTO II.
und
dessen Sohn, OTTO III., ebenso treu
wie sein Vater, ließ aber, nachdem König
HEINRICH II. 1002 den Thron bestiegen hatte, im Jahr darauf
zum Aufruhr verleiten. Die Empörung war rasch niedergeschlagen. Der
Markgraf erhielt auch bald wieder die Gnade des Herrschers zurück.
Er mußte aber zur Strafe auf seinen Lehensbesitz sowie auf sämtliche
Grafschaftsrechte verzichten.
Die Verluste, die das Geschlecht erlitten hatte wurden
unter Markgraf Otto von Schweinfurt zum Teil wieder rückgängig
geacht. Der Sohn Markgraf Heinrichs, der 1017 seinem Vater in der
Herrschaft nachfolgte, erhielt wieder Grafschaftsrechte auf dem bayerischen
Nordgau. Er wurde Markgraf der 1040 gegründeten böhmischen
Mark. 1048 übertrug ihm Kaiser HEINRICH
III. sogar das Herzogtum Schwaben.
Otto von Schweinfurt war mit Irmgard, der
Tochter des Markgrafen Maginfred von Susa, verheiratet. Aus ihrer
Ehe gingen fünf Töchter, jedoch kein Sohn hervor. Von den Töchtern
des markgräflichen Paares trat Heilica in den geistlichen Stand.
Sie wurde später Äbtissin zu Niedermünster in Regenburg.
Ihre Schwester Beatrix heiratete dagegen den schwäbischen Grafen
Heinrich von Hildrizhausen, der sich nach dem Tod Ottos von Schweinfurt
den Markgrafentitel beilegte. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor,
die alle dem geistlichen Stand angehörten, sowie eine Tochter, die
den Namen der Mutter trug und mit einem Grafen von Kappenberg in Westfalen
verheiratet war. Eine weitere Tochter, Judith, war zunächst
mit dem 1053 abgesetzten Herzog Konrad von Bayern verheiratet. Nach dessen
Tod 1055 vermählte sie sich mit dem Pfalzgrafen Boto aus dem Hause
der ARIBONEN. Aus ihrer zweiten Ehe stammte eine Tochter Adelheid, die
Graf Heinrich von Limburg, den späteren Herzog von Lothringen, heiratete.
Judiths
Schwester Berta, auch Alberada genannt, ging dagegen die
Ehe mit Graf Hermann von Habsberg aus dem Hause der Grafen von Sulzbach
ein. Dieser nahm ebenso wie sein Schwager Heinrich von Hildrizhausen den
Markgrafentitel seines Schwiegervaters an.
Eine weitere SCHWEINFURTERIN trug den Namen Gisela.
Sie soll dem Bericht des "Sächsischen Annalisten" aus dem 12. Jahrhundert
zufolge mit dem Grafen Wichmann von Seeburg verheiratet gewesen sein. Im
Kloster Kastl behauptete man dagegen zu Beginn des 14. Jahrhunderts, Gisela
habe
sich mit einem Grafen von Andechs vermählt. Die Aussagen des spätmittelalterlichen
Autors aus dem Kloster Kastl werden durch die Angaben des Dießener
Stiftsnecrologs bestätigt. Im Totenverzeichnis des Andechser Hausklosters
findet sich, vom Stiftsherrn Liutold Anfang des 13. Jahrhunderts eingetragen,
zum 22. Februar der Vermerk: "Gräfin Gisela starb". Um die
Mitte des 13. Jahrhunderts fügte ein anderer Schreiber hinzu: "Gemahlin
des Grafen Arnold".
Als Markgraf Otto von Schweinfurt am 27. September
1057 starb, wurde der Besitz des Hauses unter seiner Witwe und seinen
Töchtern aufgeteilt. Die oberfränkischen Güter fielen dabei
an die Töchter Berta und Gisela. Die Gemahlin des ANDECHSERS
erhielt bei der Erbteilung neben Streugütern im Werngau vor allem
Besitzungen des Hauses im Zweistromgebiet um Kulmbach und Bayereuth. Sie
wurden die Zentren der meranischen Herrschaft am Obermain.
An Irmgard, die Witwe des Markgrafen, fiel dagegen
die Besitzgruppe um Lichtenfels - Giech - Scheßlitz. Die Güter
dürften ihr bereits zu Beginn der Ehe als Heiratsgut überschrieben
worden sein. Nachdem Irmgard sich bald nach dem Tod des Markgrafen
mit dem sächsischen Grafen Ekbert von Braunschweig vermählte,
kamen die Besitzungen zunächst an das Haus der BRUNONEN, das allerdings
schon 1090 mit Markgraf Ekbert II. von Meißen ausstarb. In den 30-er
Jahren des 12. Jahrhunderts war der größte Teil der Güter
in der Hand eines Grafen Reginbodo vereinigt, der allem Anschein nach aus
dem Hause der Grafen von Wertheim stammte. Daneben lassen sich um diese
Zeit vereinzelt auch noch sächsische Besitzrechte in der Gegend feststellen,
die offenbar aus der Hinterlassenschaft
Irmgards von Susa stammten.
Die Güter Irmgards mit Giech und Lichtenfels als ihren Mittelpunkten
gelangten später ebenfalls in den Besitz der ANDECHSER.