So entäußerte er sich damals fortschreitend
auf dem Wege, den er vor drei Jahren zuerst mit der Wiederherstellung des
bayerischen Herzogtums betreten hatte, auch des Herzogtums Schwaben,
welches er nun schon im siebenten Jahre selbst verwaltete, und übertrug
es einem anderen Fürsten, nur freilich einem fremden, der seinem neuen
Wirkungskreis von Geburt ebenso wenig angehörte, wie Herzog Heinrich
von Bayern, der jüngere LUXEMBURGER,
dem seinigen. Es war dies der lothringische Pfalzgraf
Otto, wie Erzbischof Hermann von Köln, ein Sohn
der ottonischen Mathilde und des Pfalzgrafen
Ezzo, dem er überdies in der Pfalzgrafschaft nachgefolgt
war. Dem König empfahl sich Otto wohl
nicht nur durch seine vornehme Herkunft, seine bisherige Stellung und andere
äußere Vorzüge wie seine schöne Gestalt, seltene Ritterlichkeit
und dergleichen, sondern vor allem auch dadurch, dass er in dem jüngst
zwischen HEINRICH III. und Gottfried
von Lothringen entbrannten Kampfe mitsamt seinem Bruder Hermann
treu zum König gehalten, ihn wohl auch tatkräftig mit den Waffen
in der Hand unterstützt hatte. Mochte demgemäß die Erhebung
Ottos zum Herzog von Schwaben
Fernerstehenden immerhin als eine Belohnung persönlichen Verdienstes
erscheinen, so hatte sie doch unverkennnbar zugleich eine große sachliche
Bedeutung als Zeichen, dass der König nach einer neuen Bürgschaft
suchte, um sein Ansehen wie bisher über Schwaben behaupten zu können.
Denn nahe genug lag die Gefahr, dass bei fortdauerndem Widerstande Gottfrieds
und wenn etwa die kaum wiederhergestellte Ruhe von Burgund aufs Neue gestört
werden sollte, auch Schwaben in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Indessen, solche Erwägungen waren doch, wenn der
König sie überhaupt anstellte, vorwiegend auf die Zukunft gerichtet
und sollten sich erst durch den Erfolg als richtig erweisen; unmittelbar
dagegen erwuchs dem König durch die Wiederherstellung des schwäbischen
Herzogtums ein anderer, gleichfalls sehr erheblicher Vorteil, da Herzog
Otto ihm zwei große Erbgüter, welche einst HEINRICH
II. seinem Vater Ezzo zum Geschenk gemacht hatte, nämlich
die S. Suitbertinsel (Kaiserswerth) und Duisburg, gleichsam als Preis für
das Herzogtum überließ. In der Pfalzgrafschaft trat an Ottos
Stelle sein Vetter Heinrich.
Aber noch hatte der Erzbischof seine Rede nicht beendet,
so erhielt er eine Nachricht, die ihn tief erschütterte, die beiden
Versammelten überhaupt große Trauer und Bestürzung hervorrief.
Es wurde gemeldet, dass Hermanns Bruder, Herzog
Otto von Schwaben, am Tage vorher, den 7. September zu
Tomburg,
einer pfalzgräflichen Burg in der Eifel, verschieden wäre. Wie
es scheint, war der Herzog entschlossen gewesen, an dem friesischen Feldzug
teilzunehmen, er war unterwegs zum Heere, als ihn das Geschick erteilte.
Was seine Stellung in Schwaben betrifft, so war er noch nicht lang Herzog,
aber die Art, wie er gewaltet hatte, trug ihm nur Lob und Anerkennung ein.
Die Leiche wurde nach Brauweiler gebracht und in der dortigen Klosterkirche,
der Stiftung und Grabstätte des Vaters, des
Pfalzgrafen Ezzo,
bestattet, indessen nicht vom Erzbischof Hermann - auch nicht auf
einen Tag wollte der Kaiser diesen Kirchenfürsten von seiner Seite
lassen - sondern durch Bischof Bruno von Toul und im Beisein der ältesten
Schwester Richeza, der verwitweten
Königin von Polen, welche aus Trauer um den Verstorbenen am Tage
des Begräbnisses der Welt feierlich entsagte, ihre gesamten Kostbarkeiten
auf den Hochaltar niederlegte und aus Brunos Hand den Schleier empfing.