Gertrud von Österreich                     Herzogin von Böhmen
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1120
5.8.1151
            (5.8.1150 Th. Weller)
 

Jüngere (3.) Tochter des Markgrafen Leopolds III. des Frommen von Österreich aus dem Hause BABENBERG aus seiner 2. Ehe mit der Agnes von Waiblingen, Tochter von Kaiser HEINRICH IV.

Schwennicke Detlev: Tafel 84
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

GERTRUD
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4.VIII. 1151

  oo WLADISLAW II., 1140 Herzog, 1158 König von Böhmen
              
18.I.1174

Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 23
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIII. 124. GERTRUD
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* ca. 1120,
1151 5. VIII.

Gemahl:
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1140 (?)
Wladislaw II. Herzog von Böhmen (siehe XII. 299.)
     
1175 18. I.

Thiele, Andreas: Tafel 115
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

GERTRUD
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1151

  oo 1140
        WLADISLAW II., König von Böhmen
                
1174

Jahrbücher des Vincenz von Prag
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Das Jahr 1151.

 
Im Jahre der göttlichen Menschwerdung 1151 starb am 25. Juni Herr Heinrich, Bischof von Mähren, ein frommer Greis, reich an guten Werken und Almosen, umstanden von vielen seiner Brüder, welche für ihn zu Gott beteten, und wurde seinem Wunsche gemäß in dem Kloster auf dem Berge Syon, für dessen Errichtung und Bevölkerung mit Ordensgeistlichen er, wie man noch sieht, so viel gethan hatte, unter verschiedenen
Gebeten beerdigt. Für ihn wurde Johannes, ein Mann von sehr heiligem Wandel, der Chorherr im selben Kloster war, ehe der Bischof begraben wurde, erwählt und im gleichen Jahre zu Mainz geweiht. Auch ging am 4. August dieses Jahres Frau Gertrudis, die Herzogin, welche ihre ganze königliche Verwandtschaft an Adel der Sitten übertraf, den Weg alles Fleisches und wurde in demselben Kloster auf dem Berge Syon, wie sie es gewünscht hatte, zur Erde bestattet. Sie hatte nämlich diesem Kloster viele Wohlthaten erwiesen. Herzog Wladizlaus aber, nach göttlicher Anordnung seiner Gemahlin beraubt, gab seinen Sohn Adalbert auf den Berg Syon und seine Tochter Agnes nach Doksan, damit sie in der Lehre des Heils unterrichtet und zu einem frommen Wandel erzogen würden. Seine älteren beiden Söhne aber, Friedrich und Suatopluk, bestimmte er für den Kriegsdienst und zur Regierung des väterlichen Herzogthums; und mit der Gnade Gottes machten sie, jeder in seinem  Berufe, von Tag zu Tag größere Fortschritte.

L
echner, Karl: 
Seite 130,139,145,166
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"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Im Norden der Donau schreitet die Erschließung des Landes immer weiter fort. 
Um 1130 wird der Oberlauf der Flüsse Krems und Kamp erreicht, vom Süden und vom Osten her das obere Waldviertel besiedelt. Es war Reichsland, in das die Markgrenze allmählich gegen Böhmen vorgeschoben und das mit Hilfe hochadliger Herren und bedeutender Ministerialen erschlossen wurde. Auch von einer anderen Seite versuchte Markgraf Liutpold in diesem Sinn zu wirken. Wie schon sein Vater bereitete auch er eine eheliche Verbindung seiner Kinder mit slawischen Fürsten vor. Eine Tochter, nach der Mutter Agnes genannt, heiratete den PIASTEN-Herzog Wladislaw von Polen/Schlesien, den Stammvater der späteren Herzoge von Schlesien; sie starb aber schon im Jahre 1135. Eine jüngere Tochter Gertrud wurde mit dem PRZEMYSLIDEN-Herzog Wladislaw II. von Böhmen vermählt. Der Vater, Markgraf Liutpold, erlebte die Hochzeit allerdings nicht mehr. Auch Gertrud starb bald, nämlich schon 1150. Der zweitälteste Sohn aus Markgraf Liutpolds zweiter Ehe, nach dem Vater benannt und sein Nachfolger, hatte 1139, also nach dem Tode seines Vaters, Maria, die Tochter Herzog Sobieslaws I. von Böhmen ( 1140) geheiratet. Das bedeutete also eine doppelt enge Verwandtschaft zwischen BABENBERGERN und PRZEMYSLIDEN.
Wenn wir uns kurz den Kindern Markgraf Liutpolds zuwenden, so hörten wir bereits vom ältesten Sohn Adalbert. Er war, wie wir aus zwei Traditionen von ihm an Klosterneuburg wissen, zweimal verheiratet, das erste Mal mit einer Adelheid, die vor 1132 gestorben sein muß, und deren Familienzugehörigkeit umstritten ist, das zweite Mal mit Sophie, der Schwester König Belas II. von Ungarn. Von den Söhnen Heinrich und Liutpold werden wir ausführlich zu sprechen haben. Der Sohn Ernst ist bereits nach 1137 gestorben. Von Otto, Propst von Klosterneuburg, Abt von Morimund, Bischof von Freising, gestorben 1158, war bereits die Rede. Der Sohn Konrad war von 1148-64 Bischof von Passau, von 1164-68 Erzbischof von Salzburg. Die älteste, nach der Großmutter genannte Tochter Bertha war mit dem Burggrafen Heinrich III. von Regensburg verheiratet, dem sie nach dem „österreichischen Landbuch" als väterliche Aussteuer die Burg Persenbeug und den Markt Ybbs zugebracht haben soll. Das widerspricht aber dem geschichtlichen Tatbestand, wonach die BABENBERGER erst an der Wende des 12. und 13. Jahrhunderts in den Besitz von Burg und Herrschaft Persenbeug gekommen sind 90. Von den Töchtern Liutpolds war, wie schon gesagt, Agnes mit Herzog Wladislaw von Polen-Schlesien vermählt, starb aber schon ein Jahr vor ihrem Vater; Gertrud, mit Herzog Wladislaw II. von Böhmen. Sie hat vermutlich erst nach dem Tode ihres Vaters geheiratet, so wie Elisabeth, die 1142 den Grafen Hermann II. von Winzenburg geheiratet hat, aber schon im Jahr darauf starb, wie Judith, die mit Markgraf Wilhelm von Montferrat vermählt war. Sieben Kinder sind jung gestorben. Die Markgräfin Agnes starb im Jahr 1143.
Sobeslaw, 1125-40 Herzog von Böhmen, war der jüngste Bruder des unglücklichen Herzogs Boriwoy (gest. 1124), der bekanntlich mit einer Schwester Markgraf Liutpolds III. Gerbirg verheiratet war. Der Neffe dieser beiden, Wladislaw II., der Sohn des Herzogs Wladislaw I. (1109-1125), hatte wieder eine BABENBERGERIN zur Frau, die jüngste Schwester Markgraf Liutpolds IV., Gertrud. Wir sehen also die immer wieder unternommenen Bestrebungen, mit dem nördlich der bayerischen Ostmark liegenden Böhmen in enge Beziehung zu kommen, einerseits dorthin deutsche Kultur und deutsches Volkstum zu bringen, was auch vom deutschen König unterstützt wurde, der ja in Böhmen eine starke Stütze für seine Ostpolitik hatte, andererseits verwandtschaftliche Verbindungen zwischen den beiden Fürstenhäusern zu knüpfen, die etwa auch Erbschaft und Ländergewinn bringen mochten.
Inzwischen hatte sich für Herzog Heinrich von Österreich die auswärtige Lage gefährlich verändert. Die steigende Bedeutung Österreichs und seines Herzogs löste bei seinen Nachbarn Sorgen und Rivalität aus, umsomehr, als auch Heinrich Jasomirgott seinerseits zu Angriffen auf die Nachbarländer bereit war. Zwei Jahre nach seiner Erhebung zum Herzog erhielt Wladislaw persönlich Titel und Würde eines Königs von Böhmen. In erster Ehe war er mit der Schwester Gertrud (
1158) des österreichischen Herzogs vermählt gewesen. Ihr Sohn Adalbert erlangte mit Hilfe seines Onkels, Herzog Heinrichs, im Jahre 1168 die Würde des Erzbischofs von Salzburg, wurde aber von Kaiser FRIEDRICH nicht anerkannt, der ihn absetzen ließ (1174) und einen Gegen-Bischof aufstellte. Im Jahre vorher hatte sein Vater Wladislaw als König abgedankt. Aber ihm folgte nicht sein vorbestimmter Sohn Friedrich aus der ersten Ehe mit der BABENBERGERIN Gertrud, sondern dessen Vetter Sobeslav II., der Führer der nationalen Partei.




  1140
   oo 1. Vladislav II. König von Böhmen
            um 1110/15
18.1.1174
 
 
 
 

Kinder:

  Agnes Äbtissin von St. Georg zu Prag
         
1228
 
  Adalbert III. Erzbischof von Salzburg
  1145
8.4.1200
 
  Swatopluk
        
15.10.
 
  oo Helwig von Ungarn, Tochter des Königs Geisa II.
             

  Tochter
        

 
  oo Jaroslaw II. Herzog von Kiew
           

 
  Friedrich Herzog von Böhmen
  um 1142
25.3.1189





Literatur:
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Annalen von Pöhlde ad a. 1150 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 Band 1, Seite 143 Anm. 32/Band 2 Seite 852 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 23/Tafel 37 Seite 74 - Jahrbücher des Gerlach von Mühlhausen - Jahrbücher des Vincenz von Prag - Lechner, Karl: Beiträge zur Genealogie der älteren österreichischen Markgrafen, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 71, 1963, Seite 246-280 - Lechner, Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 130,139,145, 166 - Otto von Freising und Rahewin: Die Taten Friedrichs oder richtiger Cronica, Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1965 - Palacky Franz: Geschichte von Böhmen 1842 - Pohl, Walter/Vacha, Brigitte: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, Verlag STYRIA Seite 165 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 84 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 115 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 51,206,368-371,388,392,598-599,669,820,829 -