Welchen Stellenwert hatte die Medizin im Mittelalter?

Das Vorurteil des ‚finsteren‘ Mittelalters hat sich auf die damalige Medizin
und ihre praktizierenden Ärzte übertragen. Erlässe und kirchliche Dogmen
behinderten oft die Wissenserweiterung und die notwendige Forschung.

Richtig ist, dass
die Mittelalter-Medizin vielerorts in Laienhand lag und es keine geregelte
Schulung in ärztlichem Wissen gab. Bewahrt und ausgebildet wurde die Heilkunst
vor allem in den Klöstern. Einige Klöster wie z.B. in Fulda, wurden als Stätten
medizinischer Gelehrsamkeit über die Landesgrenzen bekannt.

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Die Ausstattung der privaten Haushalte im Wandel vom Mittelalter bis heute

Die Anfänge der heutigen Konsumgesellschaft liegen im 19. Jahrhundert. Während des Mittelalters, als die meisten Menschen noch auf dem Land lebten, waren die Haushalte in erster Linie Selbstversorger. Die vorhandenen Bedürfnisse wurden nahezu komplett aus Eigenproduktion gedeckt. Auch die soziale Absicherung erfolgte zur damaligen Zeit ausschließlich über die eigene Familie. Erst mit der Modernisierung der Landwirtschaft und einer zunehmenden Industrialisierung wurde die Produktion in Unternehmen und Betriebe ausgelagert. Ab diesem Zeitpunkt zog es auch immer mehr Menschen in die Städte, sodass diese schnell wuchsen. Da viele Menschen nun einer Arbeit nachgingen, stieg auch die Kaufkraft der Haushalte. So stand vielen Menschen nun mehr Geld zur Verfügung, als zur Deckung der Grundbedürfnisse erforderlich war, und so konnten Haushalte die nun vermehrt in Massenproduktion hergestellten Konsumgüter auch Nutzen. Dennoch besaßen noch bis in die 1950er Jahre hinein die wenigsten Haushalte langlebige Konsumgüter wie Waschmaschine, Fernseher, Kühlschrank oder ein Auto. Die meisten Haushalte waren damit beschäftigt, die notwendigen Dinge zur Existenzsicherung anzuschaffen.

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Spannende Filme über das Leben im Mittelalter

Das Mittelalter ist für viele Kinofans ein spannendes Thema und das nicht erst seit ein paar Jahren. Inzwischen gibt es viele spannende Filme, die aufzeigen, wie früher das Leben in Europa aussah und ein paar Highlights wollen wir hier vorstellen.

Name der Rose

1986 erschien die Verfilmung von Name der Rose, dem ersten Roman von Umberto Eco. Hauptschauplatz des Films ist eine Abtei im Apennin, wo der franziskanische Mönch William an einem Disput teilnehmen soll. Da sich vor kurzem ein mysteriöser Todesfall im Kloster ereignet hat, wird er neugierig und beginnt zusammen mit seinem Adlatus der Sache nachzugehen. Am Rande des Films sieht man immer wieder, wie das einfache Volk damals gelebt hat und welch schwierigen hygienischen Bedingungen damals geherrscht haben.

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Esskultur vom Mittelalter bis in die Neuzeit

Hektik und Betriebsamkeit dominieren unsere Zeit und oft wird kritisiert, dass Fastfood und Fertiggerichte die Esskultur verloren gehen lassen. Natürlich unterscheiden sich die heutigen Gewohnheiten stark von denen im Mittelalter, denn schon allein das Angebot an Lebensmitteln lässt sich nicht vergleichen, trotzdem gibt es auch heute noch Nahrungsmittel, die man schon im Mittelalter zu schätzen wusste.

Brot, Wein & Grütze

Getreidebrei oder -grütze gehörten im Mittelalter zu den Grundnahrungsmitteln. Bis zum 10. Jahrhundert galt Brot eher als Ausnahme und erst dreihundert Jahre später kam Brot auch bei der ärmeren Bevölkerung täglich auf den Tisch. Wein galt ebenfalls etwa ab dem 13. Jahrhundert als Genussmittel in der Gesellschaft, während man Wild nur selten zubereitete. Gesalzener Hering und getrockneter Kabeljau waren Nahrungsmittel, die man bereits im 10. Jahrhundert überall in Europa handelte und gewürzt wurde mit Essig, Wein und Verjus, einem Saft aus unreifen Trauben. Dazu nahm man Honig, denn Pfeffer oder Safran konnten sich nur die reichen Bürger leisten. Erst im Spätmittelalter entwickelte man die Kochkunst weiter und etwa im 14. Jahrhundert kannte man dann auch Mürbteig und in den Rezepten wurden nicht mehr nur die Zutaten gelistet, sondern auch die Zubereitung genau beschrieben. Heute können wir aus einer Fülle von Gewürzen und Lebensmitteln wählen und weder Salz noch Wein gehören zu den Luxusgütern.

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Hygiene und Körperpflege im Mittelalter

Die alten Ägypter machten sich Gedanken um die Zahnpflege, aber das Mittelalter in Europa hielt lange Zeit nicht viel von Hygiene und Körperpflege. Waschen gehörte nicht zum täglichen Ritual und Asche ersetzte lange Zeit die Seife. Trotzdem kannte man auch im Mittelalter Bäder und Mittelchen, die der Schönheit dienten.

Die Bäderkultur aus dem Orient diente dem Vergnügen

Ein eigenes Bad war für die meisten Menschen im Mittelalter ein unerreichbarer Luxus und erst ab dem 12. Jahrhundert ließen die Landesherren und Bischöfe vermehrt Badehäuser nach orientalischem Vorbild errichten. Die meisten Bürger konnten sich die geringe Gebühr dafür leisten, doch die Ärmsten waren dazu nie in der Lage. In den Bädern gab es keine Geschlechtertrennung und Frauen wie Männer ließen sich mit warmem Wasser übergießen oder setzten sich in Bottiche. Auch den Vorläufer der Sauna, das Schwitzbad kannte man damals bereits und man setzte sich in kleine Räume und übergoss heiße Steine mit Wasser. Der Bader war für die Dienstleistungen im Badehaus zuständig, aber er kümmerte sich auch um Geschwüre oder zog Zähne. Bademägde hingegen waren den Besuchern im Badehaus nicht nur beim Waschen behilflich, sondern bereiteten ihnen auch anderweitig Vergnügen, wodurch die Badehäuser schnell einen zweifelhaften Ruf genossen. Erst ab dem 15. Jahrhundert trennte man die Männer von den Frauen und bald danach kam das Ende der Bäderkultur.

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Was konnte der Medicus im Mittelalter gegen Krankheiten ausrichten?

Wer heute öfter Kopfschmerzen hat oder sich den Arm bricht, sucht einfach einen Arzt auf und kann dank der verfügbaren Methoden der modernen Medizin auf schnelle Hilfe hoffen. Viele Verletzungen und Krankheiten sind heute komplett heilbar und die Vorstellung, dass das nicht immer so war, fällt uns schwer. Doch noch vor 300 Jahren war ein einfacher Knochenbruch ein großes Problem und viele Krankheiten, die wir heute mit einem Medikament heilen können, führten damals unweigerlich zum Tod. Trotzdem konnte der Medicus im Mittelalter seinen Patienten helfen und vor allem Herrscher und reiche Bürger verließen sich auf seine Fähigkeiten.

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Wie muss man sich das Wohnen im Mittelalter vorstellen?

Fließendes Trinkwasser aus der Leitung und viele andere Annehmlichkeiten, die heute selbstverständlich sind, kannte man im Mittelalter noch nicht. Heute ist kaum vorstellbar, dass nur ein Raum des Hauses beheizt werden kann oder frisches Wasser vom Brunnen geholt werden muss. Auf den Burgen im Mittelalter herrschten aber zum Teil so extreme Hygienebedingungen, dass man Räume oder ganze Gebäude verließ, weil der Gestank nicht mehr zu ertragen war und im Winter konnten die dicken, kalten Mauern dazu beitragen, dass einem die Gliedmaßen über Nacht erfroren.

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Die Geschichte der Steuern

Schon im frühen Altertum kannte man Abgaben und Steuern, die damals noch unter den Namen Tribut, Zehnt oder Zoll bekannt waren. Die jeweiligen Machthaber hatten zum Teil kreative Begründungen für die Abgaben und die ersten heute noch erhaltenen Belege über staatlich verordnete Abgaben stammen aus Ägypten und dem 3. Jahrhundert vor Christus. Der Nilzoll und die Erntesteuer brachten der Regierung das notwendige Geld und auch die Viehhaltung und der Fischfang wurden steuerlich belastet.

Kriege füllten die Staatskassen

In Persien, Assyrien und auch in Rom mussten die Bürger in der Regel keine Abgaben leisten. Nur im Falle eines Krieges wurde eine Abgabe von Vermögen fällig, damit die Armeen unterhalten werden konnten. Die eroberten Städte und Landstriche wurden dann mit Zöllen und Tributen belegt, die die Staatskassen wieder füllen konnten und so brachten vor allem die Provinzen das notwendige Geld für die Herrschenden. In Rom stellte man hohe Beamte ab, die die Steuererklärungen der Bürger prüfen sollten und die Censores trieben auch gleichzeitig die fälligen Steuern ein. Da das Römische Reich immer weiter wuchs, konnte man den Bürgern Roms im Jahr 167 vor Christus die direkten Steuern erlassen, da genug Provinzen dafür sorgten, dass die Staatskassen gut gefüllt waren.

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Schuhe im frühen Mittelalter

Im frühen Mittelalter trugen die Menschen im nördlichen und mittleren Europa in erster Linie Lederschuhe, welche in einer sogenannten wendegenähten Machart gefertigt wurde. Das heißt, dass die Schuhe zunächst auf Links genäht und im Anschluss daran dann gewendet wurden. Aus diesem Grunde wurden diese Schuhe landläufig auch als Wendeschuhe bezeichnet. Ab dem 12. Jahrhundert kam es zu immer mehr modischen Einflüssen und so wurden diese Schuhe unter anderem auch noch in verschiedenen Schafthöhen und Schnitten angeboten. Zudem gab es auch unterschiedliche Arten, um die Schuhe zu verschließen, denn neben den klassischen Schnürschuhen wurden nun auch noch vermehrt Knöpf-, Schlupf- und Riemenschuhe gefertigt. Besonders in Mode kamen zu diesem Zeitpunkt Schuhe mit einer spitzen Ferse und erst im 13. Jahrhundert wurden dann mehr und mehr auch die runden Formen populär.

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Burgenbau wie im Mittelalter – Frankreich macht es vor

Wer bewundert nicht die alten Burgen und Schlösser, die aus dem Mittelalter stammen, und heute zum Teil noch besichtigt werden können. Doch wie ist es möglich in unserer heutigen modernen Zeit solch einen Bau zu bewerkstelligen? Unser Nachbarland Frankreich zeigt es uns. Michel Guyot, Eigentümer eines Schlosses, hatte die Idee zum Burgenbau. Ausgeführt wird die Idee im Herzen der Puisaye auf der Baustelle von Guédelon. Moderne Handwerkstechniken kommen hier nicht zum Einsatz, hier wird gearbeitet wie im 13. Jahrhundert.

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