Mittelalterliche Bauweise

Der Bau von Häusern und anderen Bauwerken besitzt eine lange Tradition. Bereits im Mittelalter gab es zahlreiche Städte mit teilweise relativ vielen Einwohnern, die es erforderlich machten, zahlreiche Häuser als Wohnort für Familien zu bauen. Doch wie sah eigentlich die damals eingesetzte Bauweise aus?

Die Ständerbauweise als charakteristische Technik

Im 13. Jahrhundert entstand die Ständerbauweise, die vor allem für das Entstehen von Fachwerkhäusern verantwortlich war. Sie löste die Pfostenbauweise ab, die weniger Stabilität bot und somit schlechter umsetzbar war beziehungsweise nur den Bau kleinerer Gebäude ermöglichte. Die Ständer, die die Stabilität des Hauses gewährleisteten, waren dabei lange Pfosten, die vom Boden bis zum Dach reichten und somit das ganze Haus stabilisierten. Charakteristisch war auch, dass die verschiedenen Ständer mit Querbalken verbunden wurden. Diese verstärkten die Stabilität weiter und dienten zusätzlich als Auflage für Boden- und Dachkonstruktionen, die zwischen den Stockwerken angebracht werden mussten. Komplettiert wurde diese Bauweise von diagonalen Balken, die die Konstruktion abrundeten.

Vor der Entstehung dieser Bauweise war es nicht möglich, mehrstöckige Gebäude zu bauen, die stabil waren. Entsprechend stellt die Ständerbauweise in diesem Kontext eine wesentliche Verbesserung dar. Sie ist dafür verantwortlich, dass vor allem das Mittelalter geprägt von Fachwerkhäusern war, die teilweise heute noch existieren und häufig als historisch wertvolle Bauten eingestuft werden. Abgelöst wurde diese Bauweise wiederum ab dem 16. Jahrhundert, als sich die Rähmbauweise entwickelte. Bei dieser war es nicht mehr üblich, dass sich die Ständer über mehrere Stockwerke zogen. Stattdessen war ein Ständer hier nur so lang wie eine Etage.

Die Bauweisen des Mittelalters werden heutzutage nahezu nirgendwo mehr verwendet. Stattdessen ist es jetzt üblich, dass Häuser und Gebäude mit der Massivbauweise erstellt werden. Diese garantiert noch mehr Stabilität und bietet die Möglichkeit, sehr hohe Gebäude zu errichten. Allerdings findet die artverwandte Holzbauweise auch heute noch Verwendung in der Fertighausindustrie. Außerdem ist diese Bauweise sehr wichtig für Nordamerika. Allerdings ist sie eher mit der Rähmbauweise als der Ständerbauweise zu vergleichen.

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