Literatur im Mittelalter

Im Mittelalter war vor allem die Dichtung populär denn nur Adelige und Mönche waren des Lesens mächtig. Im Minnesang ließ sich Geschriebenes gut merken und später vortragen und vor allem auf den Hoffesten waren die Minnesänger sehr beliebt. Sie sangen von erotischen Erfahrungen oder berichteten von Rittern und Adeligen, die wegen einer unerfüllten Liebe trauerten. Walter von der Vogelweide ist der wohl bekannteste Spruch- und Minnedichter aus dieser Zeit. Höfische Romane gab es ebenfalls und Tristan und Isolde ist ein berühmtes Beispiel dafür.

Die Heldendichtung und der Artusroman

Mit der Heldendichtung wurden vor allem geschichtliche Ereignisse aus der Zeit der Völkerwanderung überliefert und dann auch frei weiterentwickelt. Zu den wichtigsten Sagenkreisen gehören Siegfried und die Nibelungen und Dietrich von Bern. Im Spätmittelalter wurden die Heldengedichte zu großen Sammlungen vereint und sind dann als Prosa in Volksbüchern erschienen. In gekürzter Form als Ballade erscheinen die gedruckten Liederbücher zwischen dem 15. Und 17. Jahrhundert und sie erfreuten sich großer Beliebtheit. Die Artusromane beschäftigen sich wie der Name bereits vermuten lässt, mit König Artus und seinen legendären Rittern und die neuere Forschung geht davon aus, dass die Verbreitung der Artuswerke vor allem auf Machtinteressen zurückzuführen ist, denn Henry I. wollte damit in Frankreich die Verherrlichung von Karl dem Großen mindern. Um 1200 wurden die Artuswerke ins Deutsche übersetzt und man verwandelte dabei einen großen Teil der wörtlichen Rede in erzählerische Abschnitte.

Die Literatur im Spätmittelalter

Zwischen 1250 und 1500 wurde Europa von vielen Veränderungen geprägt und dieser Umstand lässt sich auch in der Literatur finden. Die Städte wachsen und gedeihen, die Bürger werden wohlhabend und Universitäten werden gegründet. Das handgeschriebene Buch wird durch den Buchdruck abgelöst und die erste Medienrevolution folgte. Das literarische Leben, das sich vorher vorwiegend an den Höfen Europas abspielte, entwickelt sich weiter und lateinkundige Juristen, Ärzte und Seelsorger befassen sich mit der Literatur. Die erste Stadtchronik entstand und auch humanistische Literatur konnte sich schnell verbreiten.

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