Kochstellen im Mittelalter

Wer sehen möchte, wie im Mittelalter gekocht wurde, sollte am besten ein Bauernmuseum besuchen. Denn die Herdstellen der alten Bauernhöfe waren oft bis ins 20. Jahrhundert in einer mittelalterlichen Weise gestaltet und fanden auch oft bis in die Gegenwart eine entsprechende Verwendung. Die ersten europäischen Häuser des frühen Mittelalters besaßen aber noch gar keine Küche, sondern eine offene Feuerstelle, die auch dazu diente, das Gebäude zu heizen. Hier befand sich auch eine Reibemühle und ein Loch im Dach, wo sich der Rauch sammelte, um dort abzuziehen. Das Feuer diente auch als Lichtquelle und war der zentrale Versammlungsort des Haushalts. Lediglich die Heimstätten der Adligen verfügten über einen eigenen Küchenbereich, auch um das Hauptgebäude frei von Rauch zu halten.
Die Küche blieb über fast den gesamten Zeitraum des Mittelalters fast unverändert. Offenes Feuer diente als einzige Wärmequelle zum Kochen oder Braten. Daher kommt auch der Name Schwarzküche. Der Rauch wurde übrigens auch verwendet, um Fleisch haltbar zu machen, das zu diesem Zweck unter die Decke gehängt wurde. Lediglich in größeren Einheiten war die Küche vom Wohnbereich getrennt, was dann auch zur Entwicklung von Heizungen führte. Das offene Feuer war auch immer wieder Ursache von schweren Bränden, besonders in den Städten, in denen Haus an Haus dicht stand. Der besondere Vorteil dieser Schwarzküchen bestand lediglich darin, dass der Rauch auch vor Schädlingen schützte. Wer eine solche Küche einmal gesehen hat, wird den Komfort moderner Küchen schätzen. Für komplizierte Gerichte oder eine gehobene Küche kam eine Schwarzküche nicht infrage. Suppen, Brei und Eintöpfe dürften noch das Beste gewesen sein, was sich auf einem offenen Feuer zubereiten ließ.




