Hygiene und Körperpflege im Mittelalter

Die alten Ägypter machten sich Gedanken um die Zahnpflege, aber das Mittelalter in Europa hielt lange Zeit nicht viel von Hygiene und Körperpflege. Waschen gehörte nicht zum täglichen Ritual und Asche ersetzte lange Zeit die Seife. Trotzdem kannte man auch im Mittelalter Bäder und Mittelchen, die der Schönheit dienten.

Die Bäderkultur aus dem Orient diente dem Vergnügen

Ein eigenes Bad war für die meisten Menschen im Mittelalter ein unerreichbarer Luxus und erst ab dem 12. Jahrhundert ließen die Landesherren und Bischöfe vermehrt Badehäuser nach orientalischem Vorbild errichten. Die meisten Bürger konnten sich die geringe Gebühr dafür leisten, doch die Ärmsten waren dazu nie in der Lage. In den Bädern gab es keine Geschlechtertrennung und Frauen wie Männer ließen sich mit warmem Wasser übergießen oder setzten sich in Bottiche. Auch den Vorläufer der Sauna, das Schwitzbad kannte man damals bereits und man setzte sich in kleine Räume und übergoss heiße Steine mit Wasser. Der Bader war für die Dienstleistungen im Badehaus zuständig, aber er kümmerte sich auch um Geschwüre oder zog Zähne. Bademägde hingegen waren den Besuchern im Badehaus nicht nur beim Waschen behilflich, sondern bereiteten ihnen auch anderweitig Vergnügen, wodurch die Badehäuser schnell einen zweifelhaften Ruf genossen. Erst ab dem 15. Jahrhundert trennte man die Männer von den Frauen und bald danach kam das Ende der Bäderkultur.

Kosmetik und Friseur waren beliebt

Obwohl man die Bäder im Mittelalter eher zur Unterhaltung aufsuchte, legte man durchaus Wert auf sein Erscheinungsbild. Beim Barbier ließ man sich die Haare schneiden und auch Bleichmittel kannte man bereits. Damit und auch mit Puder konnte man die Haarfarbe der momentanen Mode anpassen. Rote Lippen waren damals ebenfalls in Mode und neben den Damen ließen sich auch die Herren rote Wangen und Lippen schminken. Moderne Nagelfräser kannte man damals allerdings noch nicht und die Farbe für die roten Lippen nahm man von Schildläusen.

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