Ältester Sohn des Grafen
Theotbald von Arles und der Berta
von Lothringen, illegitime Tochter von König
Lothar II.
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 158
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Hugo von Arles und Vienne, König von Italien 926-947
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* um 880, + 948
Arles
Durch seine Mutter Bertha von
Tuszien Enkel König Lothars II.,
schwang sich sich Hugo unter Kaiser
LUDWIG DEM BLINDEN vom
Grafen von Arles und Vienne (seit 903) zum dux und marchio der
Provence und faktischem Regenten des niederburgundischen Königreiches
auf. Durch Herkunft und Machtstellung nach Italien gewiesen, folgte er
926 dem Ruf der dortigen Großen und übernahm nach der Vertreibung
Rudolfs
II. von Burgund die italienische Königswürde.
Die noch lebendige karolingische Tradition
des Mittelreiches bestimmte Hugos ehrgeizige
Ziele, doch gelang ihm weder die Schaffung eines alpenübergreifenden
Großreiches noch erreichte er die Kaiserkrönung. Hugo
sicherte sich nach außen durch Bündnisse mit
HEINRICH
I. VON OSTFRANKEN und Romanos I.
von Byzanz; im Innern, wo seine Königsherrschaft bemerkenswert
stabil war, schuf er schon 931 durch die Erhebung seines Sohnes Lothar
zum Mit-König die Voraussetzung für dynastische Kontinuität.
Markgraf
Berengar von Ivrea, Anführer des oppositionellen oberitalienischen
Adels, verdrängte
Hugo 945 mit
Unterstützung OTTOS
DES GROSSEN weitgehend aus Oberitalien, mußte jedoch
Hugo und Lothar
einstweilen die Königswürde belassen.
Hugo rüstete 948 in seinen Stammlanden zum Entscheidungskampf,
als er plötzlich starb.
Lothars
Tod (950) führte 951 zum Eingreifen OTTOS
DES GROSSEN.
K 10
Me: 10.4. Hugo rex + 947 König von Italien
(Es.) Hugo
war der Schwiegervater der Kaiserin
Adelheid (K 49) während ihrer 1. Ehe mit Lothar
von Italien (K 44). Durch diese Verwandtschaft ist die Eintragung
Hugos
ins Merseburger Nekrolog zu erklären, da Adelheid
nach
ihrer Heirat mit OTTO DEM GROSSEN für
die Aufnahme ihrer Verwandten ins ottonische
Gedenken sorgte; siehe dazu oben Seite 163.
Zu Hugos Wirken in
Italien vgl. Liudprand von Cremona, Antapodosis und Köpke-Dümmler,
Otto der Große, passim, besonders S. 134-141.
Allgemein Biographisches Wörterbuch 1, Spalte 1255
mit weiteren Hinweisen.
VI. Generation
15
---
Die (zweite) Ehe Hugos von Vienne
mit Hilda (roman. Alda)
wurde nicht nur vor 927 VII 22 (so Brandenburg) geschlossen, sondern schon
vor 926, das heißt aber, bevor Hugo
König wurde, denn er urkundet bei der Wiederherstellung von
S.-Pierre de Vienne, undatiert, noch als comes et marchio bei Nennung
seiner Frau
Hilda: uxoris quondam
meae Willae, necnon et praesentis coniugis meae Hildae.
(HF 9, 689f.) ebd.: Signum Hildae comitissae.
Vgl. im übrigen zur Zeitstellung der Frauen und
Konkubinen Hugos die Ausführungen
Anmerkung VII, 30-32 über die Geburtsdaten der Kinder Hugos.
Entsprechend den dort gemachten Feststellungen war die Reihenfolge gegenüber
Brandenburg umzustellen.
Eickhoff Ekkehard: Seite 408,411
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"Theophanu und der König"
Lange vor Adelheids Geburt war König Rudolf von einer lombardischen Adelsgruppe ins Land gerufen und zum König gewählt worden. Aber schon wenig später wurde er von dem Markgrafen Hugo von der Provence aus Italien verdrängt. Dieser KAROLINGER aus der Nachkommenschaft Lothars, der ein Mann von ungewöhnlicher Durchsetzungskraft gewesen sein muß, wurde 926 in Pavia zum König erhoben, und König Rudolf unternahm keinen Versuch mehr, in den Süden zurückzukehren. Das Bild König Hugos ist nur von seinen Gegnern überliefert; ihrer Ansicht nach führte er seitdem in Italien ein tyrannisches Regiment. Die knappe chronistische Spur seiner Taten zeigt eine Kette blendender Erfolge und überraschender Niederlagen. Als Rudolf II. 937 starb, zählte Konrad, sein Sohn und Nachfolger in Burgund, erst 14 Jahre. Jetzt zeigte Hugo in einer unerwarteten Wendung seine Fähigkeiten. Er kam selbst nach Burgund an den Hof seines alten Rivalen und gewann dort die Königin-Witwe Berta zur Frau. Hugo hatte nun die tatsächliche Macht in Oberitalien, in der Provence und Burgund, und er hätte dem ganzen Raum die ersehnte Friedensordnung bescheren können, wäre er weniger aggressiv vorgegangen. Seinen Sohn Lothar verlobte er mit der damals 6-jährigen Adelheid. Offenbar hoffte Hugo, ihren Bruder, König Konrad, aus seinem Erbe verdrängen zu können. Jetzt griff OTTO DER GROSSE ein. Er holte Konrad an seinen Hof, ließ sich von ihm den Treueid schwören und stellte ihn und sein Reich Burgund unter seinen Schutz. Auch ein mächtiger und unbotmäßiger Vasall König Hugos, der Markgraf Berengar von Ivrea, fand bei OTTO DEM GROSSEN Zuflucht. Lange vor OTTOS erstem Zug nach Italien zog die sächsische Hegemonie die südwestlichen Nachbarreiche in ihren Bann. Nach N-Italien zurückgekehrt, gewann Berengar zusehends Land und Anhang. Er zwang Hugo, die Krone aufzugeben und seinem Sohn Lothar zu überlassen. Der von vielen Seiten angefeindete Hugo hatte sich schon mit der Königin Berta, Adelheids Mutter, nach der Provence zurückgezogen. Er hoffte, sein junger Sohn werde sich mit der Partei seiner Gegner aussöhnen können. Allerdings hatte Hugo seine Sache nicht aufgegeben; in der Provence schmiedete er mit den Sarazenen von Fraxinetum (La Garde Frenet bei Frejus) ein Bündnis gegen Berengar. Aber kurz darauf verschied er.
Brühl Carlrichard: Seite 168
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"Die Geburt zweier Völker. Deutsche und Franzosen."
Die übrigen sogenannten "Nationalkönige" haben
die Kaiserwürde nicht erlangt, weder Rudolf
II., als er Italien (922-926) mit seinem Königreich Burgund
vereinen konnte, noch sein Rivale Hugo von der
Provence, auch er ein KAROLINGER
in weiblicher Linie, der jedoch 926 bis 946 unbestritten bis zur Zeit
OTTOS
I. der bedeutendste italienische König war. Ihm
gelang es auch, sein "regnum Italiae" mit Nieder-Burgund mit Ausnahme des
Gebietes von Vienne und Lyon zu verbinden. Nur der Wachsamkeit
OTTOS
I. war es zu verdanken, daß er nach dem Tode Rudolfs
II. nicht auch Hoch-Burgund mit seiner Herrschaft verbinden
konnte. Hugo war fest entschlossen,
Italien seinem Haus zu erhalten, wie die Tatsache beweist, daß er
schon 931 seinen damals höchstens einjährigen Sohn Lothar
zum Mitregenten erhob. Kein Herrscher hat sich so intensiv - und vergeblich
- um die römische Kaiserwürde bemüht wie Hugo.
Die beste und scheinbar absolut sichere Gelegenheit bot sich, als er, gerade
Witwer geworden, die Hand der römischen Senatorin Marozia
gewann,
die Witwe von Hugos Halbbruder Wido
von Tuszien und Mutter Papst
Johanns XI. Gerade als er kurz vor der Erlangung der Kaiserwürde
stand, zweifelsohne war sie für Weihnachten 932 vorgesehen, zettelte
der älteste Sohn Marozias,
Alberich
II., einen Aufstand an. Seine Mutter wurde gefangengesetzt und
verschwindet aus der Geschichte. Alle Bemühungen Hugos
in der Folgezeit, sich Roms zu bemächtigen, schlugen fehl, obwohl
er Alberich im Jahr 936 sogar seine
Tochter Alda
zur Gemahlin gab. Aber wenn es Hugo
auch nicht vergönnt war, das Kaisertum zu erwerben, so traten seine
imperialen Ambitionen um so deutlicher hervor. So gelang es ihm nach längeren
Vorverhandlungen, seine (illegitime!) Tochter Berta,
die in Byzanz Eudokia hieß, im
Jahre 944 mit dem byzantinischen Thronfolger
Romanos II. (959-963) zu vermählen. Nach byzantinischem
Vorbild scheint Hugo das kaiserliche
Vorrecht, Purpururkunden ausfertigen zu lassen, in besonderen Fällen
in Anspruch genommen zu haben. Daß er gelegentlich auch Goldbullen
gebrauchte, versteht sich fast von selbst. Schließlich spricht eine
gute Wahrscheinlichkleit dafür, daß Hugo
eine Plattenkrone trug.
912
1. oo 2. Willa von Nieder-Burgund, Tochter des
Königs Bosos
- seine Cousine
920
2. oo Wandelmoda
-
924
3. oo Alda (Hilda)
-
926/30
4. oo Pezola
-
928/29
5. oo 2. Rotruda (Roza), Witwe des Pfalzgrafen
Giselbert
-29.3.945
932
6. oo 3. Marozia, seine Schwägerin
- 932
12.12.937
7. oo 2. Bertha von Schwaben, Tochter des Herzogs
Burchard II.
um 907-5.4.961/2.1.1966
Kinder:
2.Ehe
Hubert Markgraf von Tuszien
920/25- 967/70
3.Ehe
Alda
925- 954
936
oo Alberich II. Markgraf von Spoleto
911-31.8.954
Lothar König von Italien
926/28-22.11.950
4.Ehe
Boso Bischof von Piacenza (941-951)
927/30- 949/51
Bertha (Eudokia) Kaiserin von Byzanz
927/30- 949
944
oo Romanos II. Kaiser von Byzanz
939-15.3.963
5. Ehe
Rotlinda
930-14.10.1001
29.3.945
1. oo Elisiardus Graf
-948
950
2.oo Bernhard Graf von Pavia
-30.6.976
Illegitim
Theobald Archidiakon von Mailand von Stephania
-
961
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-
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