Hexenverfolgung im Mittelalter

Im Mittelalter begann man einige Aspekte des Glaubens an die Magie in das Strafrecht zu übertragen. Damit begann auch die Hexenverfolgung, die das Mittelalter zu einer sehr düsteren Zeitepoche werden ließ. Die Schuld für persönliches Unglück schrieb man nun den Hexen zu und man dichtete ihnen grausamste Handlungen an um ihre Bestrafung zu rechtfertigen.

Die Inquisition sollte eigentlich Heiden bekehren

Im 13. Jahrhundert kam in Europa die Inquisition auf. Man verfolgte in Prozessen, die von einem Geistlichen geleitet wurden, Personen, die einer Lehre folgten, die nicht der christlichen entsprach. Die Häretiker, wie die Ketzer damals auch genannt wurden, sollten bekehrt werden und wer sich nicht zu Gott bekennen wollte, wurde nicht selten mit harten Strafen belegt. In Deutschland gab es vor allem im Rheinland, in Thüringen und Westfalen viele Hexenprozesse, die oft tödlich für die Angeklagten endeten. Vor allem wenn die Hexe nicht gestehen wollte, dass sie dem Teufel verfallen war und so auch keine Reue zeigen wollte, wurden extreme Strafen verhängt. Wurden Mitverschwörer verraten, konnte der Angeklagte mit einem milderen Urteil rechnen und die Menge stürzte sich im nächsten Prozess auf die Mitverschwörer. Bis ins 18. Jahrhundert hinein folterte man die Angeklagten um ihnen die Wahrheit zu entlocken und auch die Halsgerichtsordnung konnte daran nicht viel ändern. Man verzichtete zwar auf Gottesurteile, doch die Protestanten griffen zu den sogenannten Hexenproben. Die Wasserprobe, die Wiegeprobe und das Stechen von Hexenmalen (Muttermale) galten als probate Mittel zur Erkennung von Hexen. Die Denunziationen führten zu einer weiteren Welle von Hexenprozessen, denn die öffentliche Beschuldigung konnte das Vermögen des Denunzianten vergrößern.

Drei Millionen Beschuldigte

Man geht davon aus, dass insgesamt 3 Millionen Menschen der Prozess gemacht wurde und davon waren knapp 80 Prozent Frauen. Der reale Glaube an die Macht einer Hexe war sicherlich einer der Gründe für die vielen Beschuldigungen und Prozesse, doch Habgier und Neid verursachten sicherlich fast ebenso viel Leid. Am 4.4.1775 fand der letzte Hexenprozess in Deutschland statt. Die verurteilte Anna Schweglin starb sechs Jahre später im Gefängnis weil ihr Fall nach einer erneuten Aufnahme der Ermittlungen nicht mehr weiter verfolgt wurde.

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