Jutta von Thüringen                      Markgräfin von Meißen
------------------------                      Gräfin von Henneberg
1184-6.8.1235
        Schleusingen
 

Älteste Tochter des Landgrafen Hermann I. von Thüringen aus seiner 1. Ehe mit der Sophie von Sommerschenburg, Tochter von Pfalzgraf Friedrich
 

Thiele Andreas: Tafel 179
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

JUTTA, Eventualerbin
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    + 1235

war sehr häßlich, aber klug

  1. oo 1194
           DIETRICH III., Markgraf von Meißen
                  + 1221

  2. oo 1223
          POPPO VII., Graf von Henneberg
                   + 1245



Schwarz, Hilmar: Seite 91
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"Die Ludowinger. Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts"

VI. Generation

(40) JUTTA
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* frühestens 1182, + 6. August 1235
                              Schleusingen

Begraben: Kloster Veßra

  1. oo 1194
          DIETRICH DER BEDRÄNGTE, Markgraf von Meißen
          * um 1164, + 17.2.1221

Begraben: Altzella

  2. oo 3.1.1223 zu Leipzig
          POPPO VII., Graf von Henneberg
                   + 21.3.1245

Begraben: Veßra



Jutta, Eventualerbin der Landgrafschaft Thüringen, war häßlich, aber sehr klug. Bei ihrer Vermählung erhielt sie als Morgengabe die Burg Beichlingen.

CHRONIK VOM PETERSBERG: Seite 76
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Er hatte aber eine Tochter <Jutta>, die bereits im heiratsfähigen Alter stand. Als der Graf nun seine Bitte bereits mehrfach wiederholt hatte, gab ihm der Landgraf gemäß dem Ratschlag seiner Leute zur Antwort: Wenn er sein Schwiegersohn werden wolle, werde er ihm unter allen Umständen zu Hilfe eilen. Weil das Mädchen wegen seiner Häßlichkeit den Augen <des Grafen> mißfiel, lehnte er das zunächst ab, aber unter dem Druck seiner Notlage stimmte er schließklich zu; und nachdem die Ehe geschlossen war, begann er mit Hilfe des Landgrafen seinem Bruder überlegen zu scheinen.

GENEALOGIE DER WETTINER: Seite 237
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Als nach dem Tode des Kaisers <1196> Graf Dietrich <der Bedrängte>, ein Sohn Markgraf Ottos <des Reichen>, der sich damals in Übersee <d.h. im Heiligen Lande> aufhielt, im Jahre 1197 von dessen Tod erfuhr, kehrte er eilends heim und nahm dank der Unterstützung derjenigen, die die Burgen befehligten, die Mark in Besitz und erhielt sie später <1199> von König PHILIPP <VON SCHWABEN>, dessen Wahl er unterstützt hatte, zum Lehen. Er heiratete die Tochter des Landgrafen Hermann <I., + 1217> von Thüringen namens Jutta [Iudita] und zeugte mit ihr eine Tochter Hedwig und einen Sohn Otto, der noch als Knabe starb, weiterhin Sophie und einen Sohn Konrad, der ebenfalls als Knabe starb, und als dritten Dietrich <Bischof von Naumburg 1242-1272>. <Die Genealogie kennt nicht die Tochter Jutta sowie die Söhne Heinrich, Dompropst zu Meißen, und Heinrich den Erlauchten, den Stammhalter der WETTINER, geboren nach dem 30. August 1215 und vor dem 20. Juli 1216>.

Schwarz, Hilmar: Seite 50
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"Die Ludowinger. Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts"

Aus der ersten Ehe gingen zwei Töchter hervor: Jutta und Hedwig. Jutta wurde Dietrich von Weißenfels angetraut, der gerade mit seinem Bruder Albrecht um die Nachfolge in der Mark Meißen herumschlug. Dietrich geriet in Bedrängnis; er wurde später Dietrich der Bedrängte genannt. Hermann griff wiederholt zugunsten seines Schwiegersohens in die Kämpfe ein.

Pätzold Stefan: Seite 82-83
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221"

Noch zu Lebzeiten hatte Markgraf Dietrich jedoch bereits Regelungen hinsichtlich der Vormundschaft für seinen Sohn, der Verwaltung des Allodialbesitzes und der Nachfolge in den von ihm bekleideten Ämtern und Lehen getroffen. So übertrug er fast den gesamten Allodialbesitz, der einen ungefähren Wert von 12.000 Mark hatte, seiner Frau Jutta. Der eigentliche Erbe war jedoch der junge Heinrich, als dessen gekorenen Vormund Dietrich anstelle des ältesten Schwertmagen den thüringischen Landgrafen Ludwig IV., den Stiefbruder Juttas, bestellte. Dieser sollte auch die vom Reich und von Kirchen zu Lehen gehenden Ämter und Güter für sein Mündel verwalten. Die Grafen von Brehna als Verwandte männlicher Linie spielten hingegen in Dietrichs Nachfolgeregelungen allem Anschein nach keine Rolle, zumindest werden sie nicht erwähnt.
Nach Dietrichs Tod mußte sich nun erweisen, ob seine Verfügungen durchsetzbar waren, und es lag an Ludwig IV., seinen Ansprüchen Geltung zu verschaffen. Dieser begab sich sofort nach der Nachricht vom Ableben des Markgrafen nach Meißen, wo er von der Witwe und seinem Mündel empfangen wurde. Mit Jutta, die als Heinrichs Mutter und Erbin umfangreicher Allodialgüter über eine wichtige Machtstellung im Markengebiet verfügte, konnte er offensichtlich rasch Einvernehmen herstellen. Die LUDOWINGERIN unterstützte ihren Stiefbruder in dem Bemühen, seine Herrschaft in den beiden Marken zu sichern, indem sie den "terrae maiores" auftrug, sowohl Heinrich als rechtmäßigen Erben als auch Ludwig in seiner Eigenschaft als Vormund einen Treueid zu leisten. Überdies mußten die Edlen und Ministerialen schwören, dass sie den Landgrafen zum Herren und Markgrafen wählen und ihm Treue halten würden, falls Heinrich sterben sollte, bevor er die Volljährigkeit erreicht haben sollte.

Toeche, Theodor: Seite 237,414,461
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"Kaiser Heinrich VI."

Dietrich bat, aufs äußerste bedrängt, den Landgrafen Hermann um Hilfe. Zuerst war dieser wenig dazu geneigt; endlich machte er die Verlobung Dietrichs mit seiner damals zehnjährigen Tochter Jutta zur Bedingung [Vgl. Cohn, Pegauer Annalen 57, Anm. 17, und Häutle, Landgraf Hermann I. und seine Familie (Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte V), dessen Untersuchungen über Juttas angebliche Häßlichkeit (Seite 90) freilich ziemlich unnütz sind.]. So sehr sich Dietrich dagegen sträubte, mußte er doch endlich einwilligen.
1196
Es war eben meisterhaft von HEINRICH VI. berechnet, daß gerade die mächtigsten Fürsten der Opposition am ersten Nutzen vom neuen Reichsgesetz zogen. Heinrich von Braunschweig hatte die Rheinpfalz als emahl der Tochter des staufischen Pfalzgrafen erworben, und auch Hermann von Thüringen hatte nur eine Tochter, Jutta; sofort gab er dem neuen Gesetze seine erste Anwendung und ließ unter dem Zeugnis der versammelten Fürsten seine Fürstenrechte der unmündigen Jutta vom Kaiser übertragen.
1197
Die sächsischen Fürsten, vornehmlich der welfische Pfalzgraf und der Erzbischof von Bremen, wahrscheinlich auch die lothringischen Großen, hatten, wie im Jahre 1190, den für sie bequemen Seeweg gewählt [Ann. Stad. 353. Roger Hoveden 772. Arnold. Lubec. V, 2.  Vgl. Wilken V, 18. Mit ihnen geht auch wahrscheinlich Dietrich von Weißenfels, der, wie Adolf von Köln am 22. Januar 1197 urkundet, "in curia epali" nebst seiner Gemahlin Jutta mit allen Gütern, die sein Schwiegervater, der Landgraf Ludwig von Thüringen, für 3.5000 Mark an das Erzstift verkauft hatte, belehnt worden war: gewiß ziemlich gleichzeitig mit der Ausstellung der Urkunde darüber.]

Winkelmann Eduard: Band I Seite 380,381
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"Kaiser Friedrich II."

Nach der Heimkehr jedoch erwuchsen ihm Schwieirgkeiten ungeahnter Art. Seine Schwester Jutta hatte schon im Frühling, während Ludwigs letztem Aufenthalts in Meißen, deutlich erkennen lassen, daß ihr sein Regiment unbequem wurde, und um es abzuschütteln, schien ihr und ihren Freunden eine zweite Heirat das geeignetste Mittel. Als Gatten erwählte sie sich Ludwigs bisherigen Freund, den im Jahr 1220 verwitweten Grafen Poppo von Henneberg, welcher heimlich herbeigerufen wurde und in den ersten Tagen des Jahres 1223 in der Thomaskirche zu Leipzig ihr Ehegelöbnis empfing. Bald kam es zu offenen Feindseligkeiten. Ohne Wissen Ludwigs legte Jutta eine Besatzung in die Leipziger Frohnfeste; Ludwig aber erzwang auf den Hilferuf der Bürger ihre Übergabe und zerstörte die Feste. Wie hier, so hielten auch sonst die Bürgerschaften des meißnischen Landes an dem Landgrafen als ihrem rechtmäßigen Regenten fest, während Jutta und ihr Gemahl mehr unter dem Adel und den Dienstleuten Anhänger fanden, mit deren Hilfe sie eine Anzahl fester Plätze besetzen konnten. Doch einer nach dem anderen wurde vom Landgrafen, der wiederholt mit Heeresmacht von Thüringen heranrückte, eingenommen und als im Juli auch Groitzsch und Rochlitz fielen, war er wieder Herr im Lande, aus welchem Poppo und Jutta als Flüchtlinge entwichen waren. Ihren Sohn brachte sie in Sicherheit nach Österreich, an dessen Herzog sie gleichzeitig ihr Witwengut in Meißen um 12.000 Mark Silbers verkaufte. Es sollte zur Ausstattung seiner eigenen Tochter Konstanze dienen, mit welcher Heinrich trotz seiner jungen Jahre verlobt wurde oder schon verlobt war [Obwohl Juttas Flucht und ihr Abkommen mit Leopold von Österreich nur in Ann. Pegav. p. 270 berichtet werden, sehe ich keinen Grund, sie zu bezweifeln.].
Wollte Jutta durch dieses Geschäft Mittel gewinnen zur Wiederaufnahme des Kampfes, so ist solche doch unterblieben. Am 20. Juli erschien nämlich Herzog Otto von Meran beim Landgrafen in Neuenburg (oder Freiburg): er war zugleich Oheim der Landgräfin und Vetter des HENNEBERGERS, also ein vorzüglich geeigneter Vermittler. Seinem Zureden gelang es, die Zwietracht zu stillen; aber davon konnte keine Rede sein, daß Ludwig die siegreich behauptete vormundschaftliche Regierung und mit dieser die Möglichkeit seiner eigenen Nachfolge in Meißen wieder aus der Hand gab.
 
 
 
 

    1194
  1. oo Dietrich III. der Bedrängte Markgraf von Meißen
          1162-17.2.1221

   3.1.1223
  2. oo Poppo VII. Graf von Henneberg
                   -21.5.1245
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Hedwig
          -   1249

  oo 2. Dietrich V. Graf von Kleve
                 -13.5./26.6.1260

  Otto Erbe
  um 1200-9.8.1214

  Sophia
          -17.3.1280

  oo Heinrich III. Graf von Henneberg-Schleusingen
              -9.4.1262

  Konrad Mönch im Kloster Petersberg zu Erfurt
         -

  Heinrich der Erlauchte
  1215/16-15.2.1288

  Jutta
       -11.1.

2. Ehe

  Hermann I. Graf von Henneberg-Coburg
  um 1225-   1290

  Berthold (IV.) Bischof von Würzburg (1266-1274)
         -   1312
 
 
 
 

Literatur:
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CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite 76,237 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976 - 1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 411 A. 3 - Lutz, Wolf Rudolf: Heinrich der Erlauchte (1218-1288) Markgraf von Meißen und der Ostmark (1221-1288) Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen (1247-1263), Verlag Palm & Enke Erlangen - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 57,70,82,103,145,202,213,288,290,292,344 - Schwarz, Hilmar: Die Ludowinger Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts, Wartburg-Stiftung 1993 Seite 50,91 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 179 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 237,414,461 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 378,380,381 -