Sohn des Grafen
Dietrich von Haldensleben
Thiele Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs-
und Grafenhäuser I
BERNHARD I.
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+ 1018 (? um 1045)
Markgraf in der Nordmark ab 1009
Wurde an Stelle des abgesetzten Werner von Walbeck zum
Markgrafen
ernannt. 1011 amtierte er im Gau Morozani. Bemerkenswert ist, dass
dieser Gau noch 975 Gero
von Alsleben unterstanden hatte. Bernhard
wurde 1014 beauftragt, Werner von Walbeck vor das königliche Gericht
zu laden. Er wurde von Bischof Thietmar von Merseburg, der einzigen erzählenden
Quelle zu
Bernhard,
als unfähig und streitsüchtig überliefert. Als er
kriegerisch gegen den Erzbischof von Magdeburg vorging, mußte er
seine Kampfeslust teuer mit seiner Ehre bezahlen. Der König zwang
ihn nämlich, sich 1017 barfuß vom Bann lösen zu lassen,
den der Erzbischof über ihn verhängt hatte, und Besserung
zu versprechen. Außerdem hatte er den Schaden von 500 Pfund Silber
zu tragen. Er stritt auch mit den Bischöfen von Halberstadt und dem
Haus WALBECK und stand gegen Polen.
Annalista Saxo: Seite 44
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"Reichschronik"
Das Jahr 1010.
[Der König feierte Weihnachten in Pöhlde und
dort verlieh er Theoderich, dem Sohne des erschlagenen Dedo,
die Grafschaft des Vaters und das ganze übrige Lehen, wie es Rechtens
war, auf Anhalten der Königin und seiner Fürsten. Außerdem
wurde auch die Mark und was sonst Werinhar von Seiten des Königs besessen
hatte, an Bernhard, den Oheim desselben Theoderich übertragen.]
Dieser war der Sohn des Herzogs und Markgrafen Theoderich,
welcher diese Würde verloren hatte, indem ihm Lothar darin folgte,
desselben Werinhar Vater, als die Slaven die Kirchen in Branneburch und
Havelbergan zerstört hatten und aufs Neue ins Heidenthum zurückgefallen
waren. Graf Heinrich, der Sohn Heinrichs von Stathe, zerstörte das
Schloß Herseveld, welches sein Vater erbaut hatte, und machte daraus
ein Kloster und eine Congregation von Canonikern. Dieser ehrwürdige
Graf war unterrichtet und im Dienste Gottes sehr eifrig, so daß
er sich dreimal als Leibeigenen der heiligen Gottesmutter Maria übergab
und eben so oft sich mit Büchern und anderen Kirchengeräthen
freikaufte.
Annalen von Quedlinburg
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Das Jahr 1018.
Kaiser Heinrich beging
das Weihnachtsfest in Franconofurt und das heilige Osterfest in Niumagun,
und in diesem Jahre erlangte Bolizlav,
nachdem durch Boten der Friede hergestellt war, des Kaisers Gnade wieder.
In demselben Jahre erschien lange ein Komet, welcher den Gebieten Galliens
den Jammer großer Verwüstung durch Thiadrich, außerdem
der elenden Welt Pestilenz und Sterben verkündigte. In diesem Unglücke
starb Baldrich, der Bischof von Lüttich, welchem Fulmodo folgte. Heinrich,
Bischof von Wirzburg, Thiatmar, Bischof von Meresburg, Arnold, Erzbischof
von Ravenna, der ehrwürdige Magadaburger Presbyter Odda, der Halberstädter
Propst Athilger und sehr viele andere Vornehme beiderlei Geschlechts wurden
dem irdischen Licht entzogen. Des Markgrafen Bernhard Tochter Thiatburg,
welche die Last des weltlichen von sich geworfen und fromm sich zum Klosterleben
bekehrt hatte, wurde in die Luft des Himmels erhoben.
Reuter Timothy: Band III Seite 309
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"Unruhestiftung, Fehde, Rebellion, Widerstand"
In der langen Reihe von Konflikten zwischen Mitgliedern des sächsischen Hochadels und sächsischen Bischöfen am Ende des zweiten Jahrzehnts des 11. Jahrhundert stand HEINRICH II. fast durchgehend auf seiten der Bischöfe: für Arnulf von Halberstadt gegen Markgraf Gero nach dem Angriff auf den Bischof durch Geros Gefolgschaft; für Thietmar selbst, wenn auch nicht mit vollem Einsatz, im Streit gegen Ekkehard II. und Hermann von Meißen; für Meinwerk von Paderborn gegen Thietmar Billung; für Gero von Magdeburg gegen Markgraf Bernhard [Thietmar, Chronicon VII 44, Seite 450, VII 50, Seite 458, VIII 17, Seite 514; siehe D. Claude, Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis in das 12. Jahrhundert 1 (Mitteldeutsche Forschungen 67/1), Köln 1972, Seite 295f.; hier mußte Bernhard sogar nudis pedibus um Versöhnung bitten, wie ein unterlegener Rebell gegen den Herrscher (siehe unten, Seite 320,322.]; für Dietrich von Münster gegen Hermann von Werl.
Claude, Dietrich: Band 1 Seite 295
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"Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert"
In den Beziehungen Geros zu seinen weltlichen Nachbarn
zeigen sich Spannungen, die es unter seinen Vorgängern nicht gab.
Markgraf
Bernhard von der Nordmark unternahm 1016 einen Überfall auf Magdeburg.
Dabei wurde ein Ritter des Erzbischofs gefangengenommen, ein weiterer verwundet
[Thietmar VII, c 44, p. 450]. Thietmar sagt nichts über die Vorgeschichte
des Streites. Die Nachricht gehört zu den Nachträgen, die der
Merseburger Bischof seiner Chronik hinzufügte. Deshalb mag er es übersehen
haben, daß er nichts über die Ursachen der Üerfalls berichtet
hatte [Cf. Lüpke, Markgrafen, p. 17].
Gero verhängte den Bann über den Markgrafen
- ob als Folge des Überfalls auf Magdeburg oder schon vorher - ist
unbekannt. Auf Befehl HEINRICHS II. nahm
er später den Markgrafen wieder in den Schoß der Kirche auf,
nachdem Bernhard barfüßig Buße getan hatte. Diese
Anordnung HEINRICHS II. besagt nicht,
daß er Bernhard Recht gegeben hätte. Der Kaiser mußte
hier jedoch seine volle Autorität einsetzen, um den für die Verteidigung
der Ostgrenze abträglichen Streit ein Ende zu bereiten. Die Schlichtung
erfolgte wenig später auf einem Fürstentag zu Allstedt, wo Bernhard
dem Erzbischof die Zahlung von 500 Pfund Silber als Schadensersatz zusagte
[Ibid., p. 460. Auch diese Nachricht Thietmars ist ein späterer Zusatz
des Chronisten, der den gesamten Bericht über diesen Streit an verschiedenen
Stellen seines Werkes nachträglich einfügte, vermutlich, nachdem
er die Nachricht von der endgültigen Versöhnung beider gebracht
hatte (VIII, c. 17, p. 14).]. Die ungewöhnliche Höhe der Summe,
von den wir nicht wissen, ob sie tatsächlich gezahlt wurde, macht
deutlich, daß eine längere Fehde stattgefunden haben muß,
bei der die erzbischöflichen Besitzungen größeren Schaden
erlitten.
Die Reibereien waren mit diesem Übereinkommen noch
nicht beendet. Als HEINRICH II. in
Magdeburg weilte, kam es am 19. Februar 1017 zu einem Streit zwischen den
Leuten des Erzbischofs und des Markgrafen, der aber schnell gedämpft
wurde.
Die endgültige Versöhnung zwischen Gero und
Bernhard
fand
erst am 14. April 1018 in Wanzleben statt.
1. oo N.N. Gräfin von Orlamünde
-
2. oo N.N. von Kiew, illegitime Tochter des
Großfürsten Wladimir I.
-
Kinder:
1. Ehe
Wilhelm
-10.9.1056
Konrad Graf von Haldensleben
- vor
10.9.1056
Oda
-
Mathilde
- nach 995
Thietburga
-
2. Ehe
Otto
-26.6.1057
gefallen
Literatur:
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Annalen von Quedlinburg ad a. 1018 - Annalista
Saxo: Reichschronik Seite 44 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt
und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau
fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln
Weimar Wien 1997 Seite 92 - Boshof Egon: Die Salier, Verlag W. Kohlhammer
Suttgart Berlin Köln 1987 Seite 89 - CHRONIK VOM PETERSBERG
nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite
231 - Claude, Dietrich: Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis
ins 12. Jahrhundert, Mitteldeutsche Forschungen 67, Böhlau Verlag
Köln 1972 Band 1 Seite 295 - Die Salier und das Reich. Gesellschaftlicher
und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter.
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band III Seite 309 - Fenske,
Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen.
Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 23,88 A. 344 -
Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher
Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 391, 431,441 - Ludat,
Herbert: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches
und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Böhlau Verlag
Weimar Köln Wien 1995, Seite 42,48,54-56; Anm.165,283,321,335,353,368,382,512
- Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der
Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites
(940-1075), Dissertation Halle 1937 - Schneidmüller,
Bernd/Weinfurter Stefan/Hg): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?,
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 104,113A,124,126,129 - Schölkopf,
Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024, Göttingen 1957 Studien
und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993
Tafel 218 - Thietmar
von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe,
Seite 298,358,360,400,408,410,414,458 - Weinfurter Stefan: Heinrich
II. Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1999,
Seite 218 -