Begraben: Limburg an der Hardt
Einzige Tochter des Königs
Knut I. der Große von Dänemark-England aus seiner
2. Ehe mit der Emma von der Normandie,
Tochter von Herzog Richard I.
Schwennicke Detlev: Tafel 12
*****************
"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"
HEINRICH III.
---------------------
* 28. X 1017, + Bodfeld/Harz 5. X 1056
Begraben: Speyer Dom
I oo (29.) VI 1036
GUNHILD
(KUNIGUNDE) VON DÄNEMARK
+ 18. VII 1038
Begraben: Kloster Limburg
Tochter von Knut dem Großen König von England,
Dänemark und Norwegen
KAISER HEINRICH III.
---------------------------------
* 28.10.1017
+ 5.10.1056 in Bodfeld am Harz
Grabstätte: Dom zu Speyer
1. oo Juni 1036 in Nimwegen
GUNHILD/KUNIGUNDE
* um 1018
+ um den 18.7.1038 in der Nähe der Adriaküste
Grabstätte: Kloster Limburg an der Hardt
Eltern: Knut der Große, König von Dänemark
und England und Emma/Aelgifu, Tochter Herzog Roberts I. von der Normandie
Trillmich Werner: Seite 301,303,362,380
**************
"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
KONRADS II. Wahl fiel
auf Gunhild, die etwa 16-jährige
Tochter des nordischen Großkönigs und seiner Gemahlin Emma,
der normannischen Herzogstochter. Um dem wertvollen Bündnis mit dem
kriegerischen Nachbarn für lange Zeit durch eine verwandtschaftliche
Bindung an sein Haus Dauer zu verleihen, war auch KONRAD
zu Zugeständnissen bereit. Er verzichtete auf die strittige, kaum
besiedelte ottonische Mark nördlicher
der Eider. Zur eidlichen Bekräftigung der Verlobung HEINRICHS
fand sich eine Gesandtschaft Knuts
auf dem Bamberger Reichstage ein. Welche Mitgift er seiner Tochter bestimmte,
ist unbekannt. Den Gepflogenheiten der Zeit, wikingischer Freigiebigkeit
und dem Range der fürstlichen Partner entsprechend wird sie beträchtlich
gewesen sein. Selbstverständlich wurden schon jetzt kostbarste Gaben
ausgetauscht. Die edlen Überbringer empfingen nicht minder reiche
Geschenke.
König HEINRICHS
Eheschließung mit Gunhild verlor
durch Knuts Tod (+ 12.11.1035) und
die sich daran anschließenden nordeuropäischen Wirren viel von
ihrem politischen Wert. Trotzdem hielt KONRAD
daran fest, da er wegen des bevorstehenden Italienzuges die Unruhe im Norden
nicht durch eine leichtfertige Herausforderung Hardeknuts
vermehren durfte. Die Hochzeitsfeierlichkeiten fanden im Juni 1036 in der
Pfalz Nymwegen statt. Der Dänen-König ließ seine Schwester
mit ansehnlichem Gefolge, nach Wikingerart aufs kostbarste ausgestattet,
zu Schiff an den Rhein geleiten. Ihr dänischer Kapellan Tymmo folgte
ihr in die neue Heimat. Von deutschen und italienischen Großen wurde
sie herzlich empfangen. Erzbischof Pilgrim von Köln, der im Jahre
1024 Gisela und 1028 HEINRICH
gekrönt hatte, wird als eine seiner letzten Amtshandlungen am Peter
und Pauls-Tage in der Pfalzkapelle die Brautmesse für das junge Paar
gefeiert haben. Dabei erhielt Gunhild
den
neuen Namen Kunigunde, um das Thronfolgerpaar als Erben des letzten
liudolfingischen
Kaiserpaares und bewußte Fortsetzer seiner politischen und religiösen
Haltung zu kennzeichnen.
HEINRICH war
seiner jungen Gemahlin in inniger Liebe zugetan. Sie war von schmächtiger
Gestalt, noch kindlich naiv, ängstlich und empfindsam.
Die neue, fremde Welt, die sich ihr auftat, schüchterte sie ein, obwohl
ihr der Hof freundliche Zuneigung entgegenbrachte. Bischof Azecho von Worms
gelang es, ihren Kummer durch väterlichen Zuspruch, Mandeln und kleine
Geschenke zu lindern. Zusammen mit Gisela
blieb das junge Paar noch für mehrere Wochen in der bequemen niederrheinischen
Pfalz. Der Wormser Domherr Immo berichtete seinem Herrn, die junge Königin
sei über seine Abreise sehr betrübt gewesen, bald danach erkrankt,
aber schnell wieder genesen.
Die Kaiserin Gisela
begab sich nach Regensburg, um dort mit Sohn und Schwiegertochter den Winter
1036 zu verbringen. Gunhild mag schwanger
gewesen sein. Wohl noch in Deutschland gebar sie im folgenden Jahre Beatrix,
die einzige Tochter des Paares.
Der Rückmarsch des deutschen Heeres auf der Via
Emilia ging bei drückender Hitze wegen der vielen Malariakranken nur
langsam vor sich. Am 18. Juli verstarb die junge Königin
Gunhild. Ihr Leib wurde von den erfahrenen jüdischen Ärzten
des Kaisers, wohl in Parma, sorgsam einbalsamiert, um ihn in Rheinfranken
bestatten zu können. Der Kaiser, der in Italien einen schweren Anfall
von Podagra erlitten hatte, fühlte sich krank und ließ Gisela
und
HEINRICH
Gunhild das letzte Geleit nach Limburg
an der Haardt geben.
Black-Veldtrup, Mechthild: Seite 111
**********************
"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien."
KONRAD II. hatte den
salischen Sitz auf der Limburg in ein Kloster umgewandelt,
in dem die ein halbes Jahr vor ihm verstorbene
Königin
Gunhild
bestattet wurde. Das neue Hauskloster Limburg sollte
offensichtlich denjenigen Familienangehörigen als Begräbnisstätte
vorbehalten bleiben, die nicht Träger der Dynastie waren: Gunhild
hatte
in ihrer kurzen Ehe "nur" eine Tochter, aber keinen Thronfolger geboren
und wurde wohl aus diesem Grund, vielleicht aber auch deshalb nicht im
Speyerer Dom bestattet, weil sie nicht zur Kaiserin gekrönt war.
Über die Ausstattung Gunhilds
durch
HEINRICH
III. wissen wir so gut wie nichts. Wenn Schwarzmaier recht hat
und ihre spätere Grabkirche Limburg an der Haardt zu ihrer dos gehörte,
dann hat sie, anders als Agnes, Güter
im salischen Kernland um Speyer und
Worms erhalten.
1036
oo 1. HEINRICH III. König des Deutschen Reiches
Nymwegen 28.10.1017-5.10.1056
Kinder:
Beatrix Äbtissin von Quedlinburg
1045-13.7.1062
Literatur:
----------
Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077)
Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 15-347
- Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin
Köln 1987, Seite 49,74,82,93,161 - Die Salier und das Reich,
hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 67,105,113,162/Band
II Seite 110,200,499,518 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft
und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998,
Seite 86,135,175,189,195,197 - Jäschke, Kurt-Ulrich: Notwendige
Gefährtinnen: Königinnen der Salierzeit als Herrscherinnen und
Ehefrauen im römisch-deutschen Reich des 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts,
Verlag Rita Dadder Saarbrücken 1991, Seite 87-94 - Meyer
von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich
IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig
1890 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag
Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 115,118,124 - Schnith Karl
Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern
zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 189, 193,195,204
- Schwarzmaier Hansmartin: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und
Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 17,54,68,72-77,80,95,100,107,121
- Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band
I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 12 - Steindorff,
Ernst: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III. 1. und
2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 - Trillmich
Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991
Seite 301,303,362,380 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa
und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 34 -
Wipos Leben Konrads II. - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II.
Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 -