Begraben: Kloster Rosenthal
Ältester Sohn des Grafen Walram II. von Nassau-Wiesbaden-Idstein
und
der Adelheid von Katzenelnbogen, Tochter von Graf Diether IV.
Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 157-159
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ADOLF VON NASSAU, deutscher König
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* ca. 1250, + 2. Juli 1298 gefallen
auf dem Hasenbühl bei Göllheim (bei Worms)
Sohn Graf Walrams II. von Nassau
Begraben: Kloster Rosenthal
oo Imagina von Limburg
Nachdem es König RUDOLF VON HABSBURG nicht gelungen war, König Wenzel von Böhmen für die Wahl seines Sohnes Albrecht, Herzog von Österreich, zum deutschen König zu gewinnen, hatten Herzog Albrecht von Sachsen und wohl auch Markgraf Otto von Brandenburg den Böhmen in Zittau ihre Kurstimme gegen Geld überlassen. Diese Verbindung sprengte Erzbischof Siegfried II. von Köln, als er in der Person ADOLFS, dem er seit der Schlacht von Worringen (1288) verpflichtet war, einen eigenen Kandidaten aufstellte und für diesen auch den zunächst zögernden Erzbischof Gerhard II. von Mainz gewann. In der Dominikanerkirche zu Frankfurt wurde ADOLF VON NASSAU am 5. Mai 1292 mit den Stimmen von Mainz (mit für Böhmen), Köln, Sachsen und vielleicht auch der Brandenburgs gewählt. Damit war der Versuch Pfalzgraf Ludwigs II. bei Rhein, seinen Kandidaten ALBRECHT VON ÖSTERREICH durchzubringen, gescheitert; am 24. Juni 1292 wurde ADOLF durch Siegfried von Köln in Aachen gekrönt. Die Wahl war dadurch ermöglicht worden, dass Köln und Mainz dem König unerhörte Wahlkapitulationen abzwangen. In ihnen ging der auf schmalen Besitz fundierte König schwere finanzielle Verpflichtungen (Köln: 25.000 Mark, dafür Verpfändung nassauischer Burgen) ein, auch war ihm die Überstellung von Gütern, vor allem wichtiger Burgen, die sich zum Teil gar nicht in seinem Besitz befanden auferlegt. Relativ geringfügige Forderungen stellte Boemund von Trier. Wenzel von Böhmen dürfte ADOLF dadurch gewonnen haben, dass er seinen Sohn Ruprecht mit Agnes von Böhmen verlobte. ADOLF VON NASSAU wollte dem Böhmen bis zur Vermählung der Kinder die Reichsländer Pleißen (um Altenburg) und Eger als Pfand geben. Die Erhebung des Landgrafen Heinrich von Hessen zum Reichsfürsten am 11. Mai 1192 gehörte zweifellos auch zu den Handlungen, zu denen sich ADOLF auf Drängen Gerhards II. von Mainz verstehen mußte. Die Herrschaft ADOLFS war fortan wesentlich darauf angelegt, sich aus der ihm in den Wahlkapitulationen aufgezwungenen finanziellen und politischen Handlungsunfähigkeit zu befreien und für sein Königtum eine territoriale Basis zu gewinnen. Er kaufte dem in ständiger Geldverlegenheit befindlichen Landgrafen Albrecht dem Entarteten von Thüringen 1293 für 11.000 oder 12.000 Mark Silber die Landgrafschaft Thüringen (nach einigen Quellen auch Meißen) ab - ein rechtlich in verschiedener Weise fragwürdiges Geschäft. Damit nahm die Verschuldung ADOLFS zunächst zu, und er forderte den gegen ihn von Anfang an mißtrauischen Erzbischof von Mainz weiter heraus; einmal, weil die Gefahr bestand, dass die eingeschränkte Liquidität des Königs zur Zahlungsversäumnis gegenüber dem Erzstift führen würde. ADOLF VON NASSAU hatte nämlich in der Wahlkapitulation die Begleichung der Schulden bei der römischen Kurie übernommen, die dort anläßlich der Wahl Gerhards II. zum Erzbischof entstanden waren. Zum anderen mußte sich Gerhard durch einen in Thüringen unmittelbar gebietenden König bedrängt fühlen, weil Mainz hier seit alters große Territorialkomplexe besaß und Albrecht selbst mainzische Lehen innehatte. Ein ihm im Juni 1294 von König Eduard I. von England angebotenes Bündnis mußte ADOLF als Rettung erscheinen. Er schloß das Bündnis am 21. August 1294 in Nürnberg ab und brach vermutlich von dort nach Thüringen auf, von dem er in aller Form Besitz ergriff. Während er im Herbst 1294 bis in den Raum südlich Leipzig vorstieß, gingen aus der Zahlstelle des englischen Königs in Dordrecht 25.000 Pfund Hilfsgelder an ADOLF ab, die dieser zweifellos mit zur Bezahlung Thüringens verwendet hat. Die Einsetzung eines Reichslandpflegers und der systematische Kauf von Parteigängern in Thüringen ließen erkennen, dass ADOLF VON NASSAU die Basis für sein Königtum auszubauen suchte. Ein Vorstoß des Königs nach Burgund und ins Elsaß war nicht mehr als eine Demonstration gegen König Philipp IV. den Schönen von Frankreich. Dadurch sollte die mit dem englischen Vertrag übernommene Verpflichtung erfüllt werden, den KAPETINGER zur Entlastung der englischen Festlandsbesitzungen vom Osten her zu bedrängen. Durch einen zweiten Zug nach Mitteldeutschland (September 1295/Mai 1296) tangierte der König die über das Erzgebirge greifenden Interessen Wenzels so nachhaltig, dass er diesen an die Seite seines bisherigen Gegners ALBRECHT VON ÖSTERREICH trieb. Kritik an ADOLF VON NASSAU wurde 1297 anläßlich der von Erzbischof Gerhard II. von Mainz verspätet an Wenzel vollzogenen Krönung in Prag geübt und im Februar 1298 in Wien sein Sturz durch Brandenburg, Sachsen, Böhmen und Österreich vorbereitet. Herzog Albrecht wurde aufgefordert, an den Rhein zu ziehen und ADOLF zu bekämpfen. Die Kurfürsten waren bereit, ADOLF VON NASSAU abzusetzen und ALBRECHT zum König zu wählen, der versprach, das Pleißen- und das Egerland an Böhmen zu verpfänden und letzteres von allen vasallitischen Pflichten gegenüber dem Reich zu befreien. Papst Bonifaz VIII. suchte im Rahmen seiner Friedenspolitik gegenüber England und Frankreich auch ADOLF VON NASSAU und Philipp den Schönen von kriegerischen Maßnahmen abzuhalten. Der in Flandern erwartete Zusammenstoß zwischen Philipp und Eduard, der in Sluys gelandet war, unterblieb. Während Herzog Albrecht den König am Oberrhein militärisch beschäftigte, führte der von Papst Bonifaz VIII. exkommunizierte Erzbischof Gerhard in seiner Metropole den Absetzungsprozeß gegen ADOLF (Absetzung am 23. Juni 1298 mit 5 von 7 Kurstimmen). Der NASSAUER wurde in der Ritterschlacht von Göllheim - diese wurde ein zwei längeren zeitgenössischen Gedichten besungen - von Herzog Albrecht geschlagen und fiel.
Literatur:
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ADOLF
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* (1250), + gefallen bei Göllheim 2. VII 1298
Begraben: Kloster Rosenthal, 1309 Speyer Dom
Frankfurt/Main 5. V 1292 gewählt
Aachen 24. VI 1292 KÖNIG gekrönt
1292 in WIESBADEN
stiftet 1298 Kloster Klarenthal bei Wiesbaden
oo um 1271
IMAGINA VON LIMBURG
+ 29. VII ...
Begraben: Klarenthal
Tochter von Gerlach
um 1270
oo Imagina von Limburg, Tochter des Grafen Gerlach
I.
-29.9. nach 1313
Erbin von Kleeberg
8 Kinder:
Heinrich
- jung
Imagina
- jung
Gerlach I.
vor 1288-7.1.1361
Adolf
1292- 1294
Walram III. Graf zu Wiesbaden
1294-15.5.1324
Ruprecht VI. Graf von Nassau (1299-1304)
vor 1280-2.11.1304
Adelheid Äbtissin von Klarenthal (1311-1338)
-12.5.1338
Mechthild
um 1280-19.6.1323
Heidelberg
1.9.1294
oo Rudolf I. Herzog von Ober-Bayern
4.10.1274-12.8.1319
Literatur:
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