Begraben: Kloster Selz
Einzige Tochter des Königs
Rudolf II. von Hoch-Burgund und der Bertha von Schwaben,
Tochter von Herzog Burchard I.
Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 145
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Adelheid
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um 931-16./17.12.999
Hochburgund Kloster Selz
Tochter König Rudolfs II. von Burgund, Schwester König Konrads von Burgund.
Sie war in 1. Ehe seit 947 mit König Lothar von Italien verheiratet, Tochter: Emma, die 966 König Lothar von W-Franken heiratete. Seit Oktober/November 951 in 2. Ehe mit OTTO DEM GROSSEN verheiratet.
Kinder (unter anderem):
OTTO II. und Mathilde, die spätere Äbtissin von Quedlinburg.
Februar 962 Kaiserkrönung in Rom zusammen mit OTTO DEM GROSSEN. Am Beginn ihres ereignisvollen und politisch einflußreichen Lebens, durch das Adelheid zu den bedeutendsten Frauen des 10. Jahrhunderts zählt, standen die Ambitionen Hugos von Italien auf das Königreich Burgund; Hugo verlobte die erst etwa 6-jährige Adelheid mit seinem Sohn Lothar. 951 heiratete OTTO DER GROSSE bei der Verfolgung seiner italienischen Pläne die seit 950 verwitwete Adelheid, die zeitweilig in die Gefangenschaft Berengars II. geraten war. Als Gemahlin OTTOS DES GROSSEN wurde Adelheid zur bedeutenden consors regni, die in zahlreichen Urkunden als Intervenientin begegnet und ihren Gemahl auf den Italienzügen 961-965 und 966-972 begleitete. Maßgeblich an der Erziehung OTTOS II. beteiligt, war sie bis 978 dessen einflußreichste Beraterin, ehe sie sich mit ihrem Sohn entzweite und den Hof verließ. 983 gelang es ihr zusammen mit der Kaiserin Theophanu, ihren unmündigen Enkel OTTO III. die Krone zu erhalten, ehe sie nach einem Zerwürfnis mit ihrer Schwiegertochter den Hof erneut verließ. Beim Tod der Theophanu 991 übernahm sie noch einmal die Regentschaft, doch zog sie sich nach der Mündigkeit OTTOS III. 994 bald endgültig zurück. In ihren letzten Lebensjahren hielt sie sich zumeist in ihrer Lieblingsgründung Selz auf. - Schon den Zeitgenossen, die ihre Schönheit, Klugheit und Sittenstrenge rühmten, war das Außergewöhnliche dieser Frau aufgefallen, die Gerbert von Aurillac mater regnorum nannte. Überaus aufgeschlossen zeigte sie sich gegenüber der cluniazensischen Bewegung; sie stand in Kontakt mit den Äbten Maiolus und Odilo.
Literatur:
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Bibl. SS I, 233-235 - DBI I, 246-249 - DHGE I, 515-517
- NDB I, 57f. - LThK I, 141f. - Paulhart, a.a.O., 22-26 [ält. Lit.]
VII. 16 b. LOTHAR,
Mitkönig
von Italien 931
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* ca.928, + 950 22. XI.
Gemahlin:
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937 12. XII.
ADELHEID, Tochter
König
Rudolfs II. von Burgund, später mit
Kaiser
OTTO I. vermählt
+ 999 16. XII.
Anmerkungen: Seite 121
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VII. 16. Lothar
Sohn der Alda,
Schiaparelli n. 9 (948 14. VI. domna et mater nostra Alda), Mitkönig
931 nach 17. IV., vor 17. X., Schiaparelli n. 27, 28.
Mitgiftverschreibung 973 12. XII.,
Schiaparelli n. 47.
Todestag Gingins de la Sarra, Archiv
für Schweizergeschichte 9, 233. [VIIc 27]
VII. Generation
27
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Brandenburg VII,16 datiert die Heirat Lothars
und Adelheids auf 937 XII 12. Es handelt
sich jedoch um die Verlobung, vgl. L. M. Hartmann, Geschichte Italiens
3,2,201.
Die Ehe wurde 947 geschlossen, und zwar vor VI 27, vgl.
D 3 Lothars (ed. Schiaparelli) und
Odilo von Cluny, Epitaphium domne Adalheide auguste, ed. H. Paulhart, MIÖG.
Ergänzungsband 20 (1962) 29f.
Für Adelheids Tochter
Emma
kommt demnach als Geburtsjahr frühestens 948 in Betracht.
Zur Zeit der Eheschließung stand Adelheid
im
16. Lebensjahr, wie uns Odilo mitteilt; sie wurde also c 932 geboren, nicht
c 931, wie Paulhart ebd. Anmerkung 2 errechnet.
K 49
Me: 17.12. Aethelheith imp. + 999 Gemahlin OTTOS I.
(Es.)
Me: 20.4.
Eodem die capta est Aedelheid imp.
a Berengario rege
(Es.)
Me: 20.8.
Eodem die liberavit dominus Athelheidam reginam
de vinculis
(Es)
Zum Einfluß Adelheids auf das
Gedenken der ottonischen Familie und
zur Interpretation der nichtnecrologischen Einträge ihrer Gefangennahme
und Befreiung in Italien vgl. ausführlicher S. 163f.
Allg. s. NDB 1. S. 57f.: Biogr. Wörterbuch 1, Sp.
16f; FW K 28. Zum Todesdatum: BU Nr. 1337a.
11. ADELHEID
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Tochter Rudolfs II.
und Bertas (Contin. Reginon. SS I 621;
Liutpr. antap. SS III 319; Hrotsuithae gesta Oddonis SS IV 328; Odilonis
epitaph. Adalh. SS IV 641; Ekkeh. chron. univers. SS VI 188; Chron. Ebersheim.
SS 23, 440: ex nobilissima stirpe Germanorum et Burgundionum, dann einige
ganz confuse Angaben; Gallia christ. XV Instr. col. 130 ff.),
geb. 931/32 (nach Odilo S IV 638 war sie 947 16-jährig),
937 XII. 12. (Orig. Guelf. II Probat. p. 141 f.) verlobt
und 947 (Köpke u. Dümmler, Otto I. p. 173 f.) vermählt mitKönig
Lothar von Italien, Witwe 950 XI. 22. (Köpke u. Dümmler,
1. c.), in 2. Ehe 951, Oktober oder November (Wimmer, Kaiserin Adelheid
etc. 931-973, Diss. Erlangen, Regensburg 1897, p. 22 Anm. 1) mit OTTO
DEM GROSSEN (Contin. Reginonis SS I 621; Annal. Hildesheim.
SS III 58; Annales Quedlinburg. 1. c.: rex invictissimus OTTO
Adelheidam reginam, vulto decoram, consilio providam et universa
morum honestate valde praeclaram, et regali avorum atavorumque prosapia
ortam, coniuge illustrissimo, Lothario
videlicet rege, iam tunc viduatam, connubiali sibi vinculo sociandam adquisivit;
Annal. Weissenburg. und Lamberti annal. SS III 59; Annal. Ottenburani SS
V 4), zum zweitenmal Witwe 973 V. 7. (Dümmler, I. c. p. 509 f.),
+ 999 XII. 16. (Richter, Annalen d. deutschen
Gesch. im MA. III. Abt. I. Bd. p. 163 Anm. c).
Etwas nach Mitte des 11. Jahrh. erscheint Adelheid
zuerst als Heilige in den Miracula Adelheidae SS IV 645 ff.
III. b. 3) OTTO I.
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* 912 XI 23, + 973 V 7
Im Herbst 951 heiratete König
OTTO I. Adelheid, die Tochter König
Rudolfs II. von Hoch-Burgund und dessen Gemahlin Bertha;
die Königin Bertha war ihrerseits
eine Tochter Herzog Burchards von Schwaben, der 926 im Kampf für seinen
Schwiegersohn vor Novara gefallen war. Der Continuator Reginonis a. 951,
Seite 164, bezeugt die Filiation Adelheids
von König Rudolf II., wohingegen
wir in der Antapodosis Bischof Liutprands von Cremona IV c. 13, Seite 111,
auch ihre Abstammung von der Königin Bertha
belegt finden. Die weiteren Quellenzeugnisse für Adelheid
hat Diener, Könige von Burgund, Seite 78, Nr. 14, zusammengestellt.
Adelheids
Geburtsjahr läßt sich aus der Angabe Odilos von Cluny, Epitaphium
Adelheide c. 2, Seite 29, sie sei zur Zeit ihrer Vermählung mit König
Lothar im 16. Lebensjahr gestanden, errechnen. Zur Verlobung
und Eheschließung der burgundischen Königs-Tochter Adelheid
mit
Lothar, dem Sohn
König Hugos von Italien,vgl. Werner VII, 27. Die ottonische
Hoflegende, wie wir sie vor allem bei Hrotsvith, Gesta Oddonis v. 467-665,
fassen können, malt in geradezu rührenden Farben die Geschichte
der Werbung und schließlichen Eheschließung OTTOS
I. mit der armen, im Kerker schmachtenden Adelheid
aus.
Der Todestag Adelheids ist zum XII
17 im Merseburger Nekrolog eingetragen; vgl. dazu bei Althoff, Adelsfamilien
Kommentar K 49. Auch Thietmar IV c. 43, Seite 100, hat in Abhängigkeit
vom Merseburger Nekrolog) den XII 17, während Odilo c. 21 Seite 44,
den XII 16 nennt; er berichtet ergänzend, die
Kaiserin
Adelheid sei um Mitternacht gestorben, womit die zwei Angeben
für den Todestag erklärlich werden. Vgl. auch BU. 1337a.
Die "Mutter der Königreiche" - wie Gertrud
Bäumer die Kaiserin Adelheid,
eine der herrlichsten Frauengestalten der deutschen Geschichte, genannt
hat - erblickt als Tochter des burgundischen Königs
Rudolf II. und seiner Gemahlin Berta
das Licht der Welt. Kaum 16-jährig reichte sie dem italienischen
König Lothar die Hand zu einem glücklichen, jedoch
nur drei Jahre währenden Ehebund.
Lothars Nachfolger
nahm sie gefangen, aber es gelang ihr, zu entfliehen und den deutschen
König OTTO zu Hilfe zu rufen - für diesen ein hochwillkommener
Anlaß, in Italien einzufallen. Adelheid
besaß eine bedeutende und einflußreiche Anhängerschaft,
die ihre Vermählung mit dem jungverwitweten OTTO
befürwortete, und am Weihnachtstag des Jahres 951 fand unter großem
Gepränge die Hochzeit in Pavia statt. Erst nach zehn ereignisvollen
Jahren betrat
Adelheid
an der Seite
ihres königlichen Gemahls, des Siegers vom Lechfeld, wieder italienischen
Boden. Am 2. Februar 962 empfingen OTTO I.
und Adelheid
aus der Hand des Papstes
die Kaiserkrone. Der gelehrte Gerbert, der spätere Papst Silvester,
mit dem sie in Briefwechsel stand, preist ihre Klugheit, Gerechtigkeit
und hohe Tugend; sie beherrschte vier Sprachen, und ihr Harfenspiel war
berühmt. "Allzeit", so schreibt ihr Zeitgenosse und Biograph Odilo
von Cluny, "war sie beherrscht von der Mutter aller Tugenden - von der
Mäßigung", und in diesem Sinne versuchte sie auch ihren Gatten,
ihren und ihren Enkel zu beeinflussen. Gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter
Theophano
rettete sie den beiden OTTONEN
noch
für eine kurze Zeitspanne Krone und Reich. Als sie in ihrem Kloster
Selz im Elsaß starb, zerbröckelte unter den unsicheren Händen
ihres Enkels das ottonische Kaisertum.
Uhlirz Mathilde: Seite 315
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto III."
Schönheit und geistige Gaben waren Adelheid zuteil geworden, klug und entschlossen hatte sie es in ihrer Jugend verstanden, auch die schwierigsten Lagen zu meistern. Dann hatte sie ein gütiges Schicksal an die Seite des bedeutendsten Herrschers ihrer Zeit geführt, und diese Jahre, die sie als eine gleichgestimmte, wahrhaft ebenbürtige Gefährtin mit OTTO DEM GROSSEN verbracht hatte, bedeuteten den Höhepunkt ihres Lebens. Mit seinem Tode begann der schmerzliche Abstieg und man hat das Empfinden, dass die stolze, das Herrschen und Befehlen gewohnte Fürstin nur schwer den nachfolgenden Generationen Platz gemacht hat. Der Zwiespalt mit ihrem Sohn, der Gegensatz zu ihrer Schwiegertochter Theophanu haben sie verbittert und vergrämt, und sie scheint mehr unter dem Gefühl des Zurückgesetztwerdens gelitten zu haben, als es berechtigt war. Die Gnade des fröhlichen Alterns war ihr offenbar nicht beschieden, und so hatte sie im letzten Jahrzehnt ihres Lebens, als auch ihr Enkelsohn ihrer Führung entwachsen war, ihren Trost allein in kirchlichen Werken und in der frommen Hingabe an die Lehre Christi gefunden.
Black-Veldtrup Mechthild: Seite 160
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"Kaiserin Agnes"
Die in Italien gelegenen Besitzungen Marengo und Gamondo,
die der späteren
Kaiserin Adelheid und
ihrer Mutter
Bertha von ihren Männern,
König
Hugo und seinem Sohn Lothar von Italien
als Dotalgüter zugewiesen worden waren, brachte
Kaiserin
Adelheid
später als Heiratsgut, also als Frauengabe, in
die Ehe mit OTTO I. ein. Diese beiden
Güter finden sich Mitte des 11. Jahrhunderts ebenso im Besitz der
Kaiserin
Agnes wieder, wie die villa Hochfelden im Elsaß, die zur
Ausstattung der Kaiserin Adelheid gehört hatte. Nach dem Tode der
Königin
Mathilde (+ 14.3.968) erhielt Adelheid
im
November des Jahres mehrere Höfe im Elsaß verbrieft, die zu
den Gütern der verstorbenen Königin gehört haben könnten.
947
1. oo Lothar König von Italien
929-22.11.950
951
2. oo 2. OTTO I. DER GROSSE König des Deutschen
Reiches
23.10.912-7.5.973
Kinder:
1. Ehe
Emma
948/50-2.11. nach 988
966
oo Lothar König von Frankreich
Ende 941-2.3.986
2. Ehe
Heinrich
Ende 952/Anfang 953-7.4. ca 954
Brun
Ende 953/Anfang 954-8.9.957
OTTO II.
Ende 955-7.12.983
Mathilde Äbtissin von Quedlinburg
Anfang 955-7.2.999
Literatur:
-----------
Adelheid
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Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag
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Mönchtum - Kirche - Herrschaft 750-1000 Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
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W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite57,67,69,72,76, 83,88,91,117,123,127,129,131,135,150
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Michael: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit.Vorträge
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vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 34,38,48, 68,80,84,112,114,122,130,132,134,
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Eberhard, Hans Lemberg, Heinz-Dieter Heimann und Robert Luft, R. Oldenbourg
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