Das Weihnachtsfest im Mittelalter

Das Weihnachtsfest, welches heutzutage Land auf und Land abwärts meist recht üppig gefeiert wird, kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits im Jahre 354, in der Zeit der Spätantike, wurde Weihnachten erstmals am 25. Dezember in Rom zelebriert. Im vierten Jahrhundert dann, im frühen Mittelalter, galt Weihnachten als Versuch der Kirche, heidnische Bräuche zu kanalisieren.

Das Weihnachtsfest von heute hat jedoch nicht mehr allzu viel mit dem Weihnachten der damaligen Zeit gemein. So gab es zwar bereits am dem 11. Jahrhundert Weihnachtslieder, allerdings handelte es sich dabei um Sologesänge der Priester, die der Gemeinde vorstanden. Erst in den darauffolgenden Jahrhunderten entwickelte sich das Weihnachtslied von einem solistischen Akt zu einem Lied, welches mit der gesamten Gemeinde gesungen wurde.

Doch auch Weihnachtsmärkte, Festumzüge und Krippenspiele begründeten ihre Tradition bereits im Mittelalter. Diese fanden seinerzeit in öffentlichen Räumen oder an frei zugänglichen Plätzen statt, und waren in der Regel allen Menschen zugänglich. Erkenntnisse über die erste Krippe finden sich in Schriftstücken aus dem 13. Jahrhundert.

Die Tradition des Krippenspiels

Glaubt man den Überlieferungen, so ist auch das Krippenspiel seit vielen Hundert Jahren ein fester Brauch, der stets zur Weihnachtszeit begangen wird. Im Mittelalter fanden Krippenspiele am Weihnachtstage ausschließlich in der Kirche statt. Szenisch wurden hier die biblische Weihnachtsgeschichte und die Geburt des Christkindes dargestellt und nacherzählt.

Doch genauso wichtig, wie Weihnachtslieder, Krippenspiel und Weihnachtsmärkte ist die Dekoration des Hauses zu Weihnachten. Auch dieses Brauchtum kann auf die Zeit des Mittelalters zurückgeführt werden, jedoch wurden damals vorwiegend Klöster und Kirchen mit Tannengrün geschmückt. Hierin ist auch ein Vorläufer des heutigen Weihnachtsbaumes zu sehen.

Im Laufe der darauffolgenden Jahre wurden dann auch die Häuser der Bürger mit Tannen- und Mistelzweigen ausgeschmückt. Hierbei kam den Zweigen jedoch nicht nur eine dekorative Bedeutung zu. Vielmehr sollten sie die Fruchtbarkeit des Sommers symbolisieren. Darüber hinaus wurde den grünen Zweigen eine Zauberkraft zugesprochen, denn diese wurden vor allem auch deshalb eingesetzt, um vor bösen Geistern zu schützen.

Kerzen wurden hingegen im Mittelalter nur selten angezündet. Sie standen seinerzeit zwar für das Licht, welches Jesus Christus auf die Erde gebracht hat, da Wachs allerdings ein teures Gut war, gingen die Menschen sehr sparsam damit um.

Im Spätmittelalter, genauer gesagt im Jahre 1419, kam es in Freiburg zur Aufstellung des ersten Weihnachtsbaumes. Damals hingen jedoch keine Kerzen oder weihnachtliche Figuren an den Zweigen. Geschmückt wurden die Bäume im ausgehenden Mittelalter mit Äpfeln und Nüssen, welche dann am Neujahrstag verzehrt werden durften.

Mehr über das Weihnachtsfest im Mittelalter stellt der Sellmer Verlag in seinen Publikationen zur Verfügung. Festzuhalten bleibt allerdings, dass vieles, was wir am heutigen Weihnachtsfest zu schätzen wissen, seinen Ursprung bereits im Mittelalter hatte. Schon damals wussten die Menschen die Zeit der Besinnung und der Zusammenkunft, egal, ob im privaten oder im öffentlichen Raum, sehr zu schätzen, sodass es nicht verwunderlich ist, dass diese Tradition bis heute weitergepflegt wird.

Bildquelle: pixabay.com

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