Dietrich, der mit Getrud, einer Schwester
Ekberts
II., verheiratet war, fand 1085 bei inneren Auseinandersetzungen
der sächsischen Königsgegner den Tod.
An der Spitze der Laienzeugen wird Graf Heinrich,
der Sohn Ottos
von Northeim, aufgeführt gemeinsam mit seinem früh verstorbenen
Sohn Otto und seiner Gattin Gertrud, der
letzten BRUNONIN
[251 Gertrud, die Schwester Markgraf Ekberts II., war in
erster Ehe mit Graf Dietrich II. von Katlenburg verheiratet gewesen.
Nach dem Tod ihres zweiten Gatten, des NORTHEIMERS Heinrich, 1101
verband sie sich in dritter Ehe mit dem WETTINER Markgraf Heinrich I.
von Eilenburg. Zu Gertrud vgl. Exkurs 1 Seite 342 f.].
Beträchtliche Teile des brunonischen
Besitzes kamen bald nach der Ermordung Ekberts II. in den Besitz
von Ekberts Schwester Gertrud und
damit in die Verfügung ihres zweiten Gatten Heinrich.
Richenza,
die Gattin LOTHARS
III., war eine Tochter der BRUNONIN Gertrud und
Graf
Heinrichs des Fetten, während Richenza, die Gattin Poppos
von Blankenburg, unter den hier gemachten Voraussetzungen eine Tochter
von
Heinrichs Bruder Graf Siegfried III. von Boyneburg gewesen
wäre.
Mit dem Tode Ekberts II. starben 1090 die BRUNONEN
in männlicher Linie aus. Als dessen Schwester Gertrud 1117 starb,
hörte das dem salischen Herrscherhaus
eng verwandte Geschlecht auf zu existieren.
Da war vor allem die verwitwete Markgräfin
Gertrud, die Letzte aus dem Geschlecht der BRUNONEN,
illa
prepotens per Saxoniam vidua, wie Ekkehard von Aura ihre
Stellung umschreibt [19 Ekkehardi Chron. Rec. III Seite 310. Als
marchionissa Saxonica nobilissima et potentissima bezeichnet
sie der Annalista Saxo Seite 754.], eine der bemerkenswertesten Frauengestalten
dieser Zeit [20 Im 11. Jahrhundert gehörten die BRUNONEN
zu den vornehmsten Familien Sachsens. Sie standen in einem Abstammungszusammenhang
mit den LIUDOLFINGERN.
Vgl. Schölkopf a.a.O. Seite 104 ff.; E. Döll, Die Kollegiatstifte
St. Blasius und St. Cyriacus zu Braunschweig. 1967, Seite 18ff. Durch die
Ehe Giselas
mit KONRAD
II., die zuvor in einer ihrer früheren Ehen mit Graf
Brun (+ 1010/12) verheiratet gewesen war, wurden die BRUNONEN
Blutsverwandte der SALIER.
Zu den drei Ehen der KONRADINERIN Gisela
vgl. Leidinger, Grafen von Werl Seite 61 ff. Graf
Liudolf (+ 1038), der Sohn Giselas
aus ihrer Verbindung mit Brun, war also ein Halbbruder Kaiser
HEINRICHS III. Liudolfs Söhne, Ekbert
I. und Brun,
waren Vettern HEINRICHS
IV.]. Nicht nur hatte sie drei Ehegatten aus verschiedenen
Geschlechtern des sächsischen Hochadels, den KATLENBURGER Dietrich
II., den NORTHEIMER Heinrich
und den WETTINER Heinrich I.
von Eilenburg überlebt, von denen sie die beiden ersten durch
gewaltsamen Tod verlor - bei der Ermordung ihres zweiten Gatten 1101 entging
sie selbst nur knapp dem Tod [Ann. Hildesh. ad. 1101 Seite 50; Ann. Saxo
Seite 734.] -, sondern sie verstand es auch während ihrer langen Witwenschaft,
ihrem Sohn aus dritter Ehe, dem jungen Heinrich II. von Eilenburg,
die Anwartschaft auf die Marken Nieder-Lausitz und Meißen zu erhalten,
die sie zusammen mit ihren übrigen Besitzungen selber verwaltete.
Aus ihrer zweiten Ehe mit Heinrich dem Fetten hatte sie zwei Töchter,
Richenza
und Gertrud,
die mit Herzog Lothar und Pfalzgraf
Siegfried verheiratet waren, so dass sie sowohl Schwiegermutter
des sächsischen Herzogs wie auch des rheinischen Pfalzgrafen war.
Die BRUNONIN Gertrud, die Heinrich I. von Eilenburg
in dritter Ehe heiratete, ist durch ihre gleichnamige Tochter aus zweiter
Ehe später Siegfrieds Schwiegermutter geworden. Auch zu der
anderen Linie der WETTINER, den Nachkomen Thimos, läßt
sich ein Verwandtschaftsverhältnis aufzeigen: Eine Tante von Siegfrieds
Gattin Gertrud, Ida, eine der vier Töchter Ottos von
Northeim, hatte den wettinischen Grafen Thimo geheiratet.