Fenske Lutz: Seite 79,143,148,179 A. 415,338,342-344
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Dietrich, der mit Getrud, einer Schwester Ekberts II., verheiratet war, fand 1085 bei inneren Auseinandersetzungen der sächsischen Königsgegner den Tod.
An der Spitze der Laienzeugen wird Graf Heinrich, der Sohn Ottos von Northeim, aufgeführt gemeinsam mit seinem früh verstorbenen Sohn Otto und seiner Gattin Gertrud, der letzten BRUNONIN [251 Gertrud, die Schwester Markgraf Ekberts II., war in erster Ehe mit Graf Dietrich II. von Katlenburg verheiratet gewesen. Nach dem Tod ihres zweiten Gatten, des NORTHEIMERS Heinrich, 1101 verband sie sich in dritter Ehe mit dem WETTINER Markgraf Heinrich I. von Eilenburg. Zu Gertrud vgl. Exkurs 1 Seite 342 f.].
Beträchtliche Teile des brunonischen Besitzes kamen bald nach der Ermordung Ekberts II. in den Besitz von Ekberts Schwester Gertrud und damit in die Verfügung ihres zweiten Gatten Heinrich.
Richenza, die Gattin LOTHARS III., war eine Tochter der BRUNONIN Gertrud und Graf Heinrichs des Fetten, während Richenza, die Gattin Poppos von Blankenburg, unter den hier gemachten Voraussetzungen eine Tochter von Heinrichs Bruder Graf Siegfried III. von Boyneburg gewesen wäre.
Mit dem Tode Ekberts II. starben 1090 die BRUNONEN in männlicher Linie aus. Als dessen Schwester Gertrud 1117 starb, hörte das dem salischen Herrscherhaus eng verwandte Geschlecht auf zu existieren.
Da war vor allem die verwitwete Markgräfin Gertrud, die Letzte aus dem Geschlecht der BRUNONEN, illa prepotens per Saxoniam vidua, wie Ekkehard von Aura ihre Stellung umschreibt [19 Ekkehardi Chron. Rec. III Seite 310. Als marchionissa Saxonica nobilissima et potentissima bezeichnet sie der Annalista Saxo Seite 754.], eine der bemerkenswertesten Frauengestalten dieser Zeit [20 Im 11. Jahrhundert gehörten die BRUNONEN zu den vornehmsten Familien Sachsens. Sie standen in einem Abstammungszusammenhang mit den LIUDOLFINGERN. Vgl. Schölkopf a.a.O. Seite 104 ff.; E. Döll, Die Kollegiatstifte St. Blasius und St. Cyriacus zu Braunschweig. 1967, Seite 18ff. Durch die Ehe Giselas mit KONRAD II., die zuvor in einer ihrer früheren Ehen mit Graf Brun (+ 1010/12) verheiratet gewesen war, wurden die BRUNONEN Blutsverwandte der SALIER. Zu den drei Ehen der KONRADINERIN Gisela vgl. Leidinger, Grafen von Werl Seite 61 ff. Graf Liudolf (+ 1038), der Sohn Giselas aus ihrer Verbindung mit Brun, war also ein Halbbruder Kaiser HEINRICHS III. Liudolfs Söhne, Ekbert I. und Brun, waren Vettern HEINRICHS IV.]. Nicht nur hatte sie drei Ehegatten aus verschiedenen Geschlechtern des sächsischen Hochadels, den KATLENBURGER Dietrich II., den NORTHEIMER Heinrich und den WETTINER Heinrich I. von Eilenburg überlebt, von denen sie die beiden ersten durch gewaltsamen Tod verlor - bei der Ermordung ihres zweiten Gatten 1101 entging sie selbst nur knapp dem Tod [Ann. Hildesh. ad. 1101 Seite 50; Ann. Saxo Seite 734.] -, sondern sie verstand es auch während ihrer langen Witwenschaft, ihrem Sohn aus dritter Ehe, dem jungen Heinrich II. von Eilenburg, die Anwartschaft auf die Marken Nieder-Lausitz und Meißen zu erhalten, die sie zusammen mit ihren übrigen Besitzungen selber verwaltete. Aus ihrer zweiten Ehe mit Heinrich dem Fetten hatte sie zwei Töchter, Richenza und Gertrud, die mit Herzog Lothar und Pfalzgraf Siegfried verheiratet waren, so dass sie sowohl Schwiegermutter des sächsischen Herzogs wie auch des rheinischen Pfalzgrafen war.
Die BRUNONIN Gertrud, die Heinrich I. von Eilenburg in dritter Ehe heiratete, ist durch ihre gleichnamige Tochter aus zweiter Ehe später Siegfrieds Schwiegermutter geworden. Auch zu der anderen Linie der WETTINER, den Nachkomen Thimos, läßt sich ein Verwandtschaftsverhältnis aufzeigen: Eine Tante von Siegfrieds Gattin Gertrud, Ida, eine der vier Töchter Ottos von Northeim, hatte den wettinischen Grafen Thimo geheiratet.