Otto II. der Freigebige                  Markgraf von Brandenburg (1184-1205)
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nach 1147-4.7.1205
(zwischen September 1155 und Weihnachten 1157 Lutz Partenheimer)
 

Ältester Sohn des Markgrafen Otto I. von Brandenburg und der Judith von Polen, Tochter von Herzog Boleslaws III.
Enkel des Markgrafen Albrecht der Bär
 

Thiele Andreas: Tafel 222
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

OTTO II. "DER FREIGEBIGE"
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    + 1205

War ein Gegner Dänemarks wegen Pommern, sicherte die Hoheit durch Feldzüge bis Rügen, verhinderte 1199 die Eroberung Hamburgs und half Holstein 1210 in der Schlacht bei Stellau. Er erkannte aus uns unbekannten Gründen die Lehnshoheit des Erzbischofs von Magdeburg über seine Besitzungen in der Altmark an, was Anlaß für ständigen Streit in der Folgezeit war. Er stand gegen den Bruder, unterstützte die STAUFER im Thronkrieg und bekriegte die Slawen.



Assing Helmut: Seite 20
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"Die frühen Askanier und ihre Frauen"

Die Nachfolger Ottos I. ergänzten den Landesausbnau bald durch eine expansive Erwerbspolitik. Ottos I. nacheinender regierende Söhne, Otto II. (1184-1205) und Albrecht II. (1205-1220), begannen damit noch recht verhalten.

Assing Helmut: Seite 26,28,30,50,55-57,61
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"Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften."

Aus den Jahren 1198/99 liegen Nachrichten vor, die als erneuter Herrschaftswechsel im Barnim - und damit auch im Teltow, da sonst die Pommern dort abgeschnitten worden wären - gedeutet werden können: Die Slawen, die der ASKANIER Otto II. damals unterwarf, waren mit hoher Wahrscheinlichkeit - aus der Sicht der bisherigen Analysen - die in den Berliner Raum eingedrungenen Pommern. Die ASKANIER annektierten zumindest deren Barnim-Besitz sofort, so daß die nachfolgenden Kämpfe mit dem Dänen-König, wie es bei Arnold von Lübeck überliefert ist, in der Nähe der Oder im Lande des Markgrafen stattfanden.
Vielleicht ist der askanische Vorstoß auf dem Teltow allein auf Otto II. zurückzuführen; dann wäre er vorläufig schon 1205 abgeschlossen gewesen.
Wir wissen jedoch nicht, wann die ASKANIER von den 1210 oder schon 1205 (Tod Ottos II.) erreichten Positionen aus die Herrschaft der WETTINER im Ostteltow vernichteten. Sicher ist nur, daß die ASKANIER 1239 die Burg Mittenwalde besetzt hatten.
In dieses Bild fügen sich einige Urkunden anscheinend nicht ganz ein. Sie betreffen das Dorf Priscere, auch Tesekendorf genannt, das am Schwielowsee lag und das zwischen 1193 und 1205 Markgraf Otto II. dem Kloster Lehnin geschenkt haben will. Doch in der gleichen Urkunde behauptet Otto II., daß er auch das Dorf Welsenewode dem Kloster geschenkt habe, und hier ist bekannt, daß der Belziger Graf Siegfried der eigentliche Schenker war und Otto II. dieser Schenkung nur seinen lehnsrechtlichen Konsens gab. Das legt nahe, für Priscere ebenfalls eine vorausgehende Resignation anzunehmen, die dei Belziger Grafen ausgesprochen ahben dürften. Die Lehnshoheit Ottos II. würde sich dann genauso erklären wie bei Plötzin.
Otto I. und sein Sohn Otto II. schufen hart am Rande des Belziger Zauchebesitzes einen geschlossenen klösterlichen Herrschaftsbereich, der ein weiteres Vordringen der Grafen von Belzig verhinderte. Das Kloster nahm somit die ihm an einem wichtigen Abschnitt zugedachte Funktion des Grenzschutzes der Mark Brandenburg voll wahr.

Partenheimer Lutz: Seite 97,194,235,313,335
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Vielleicht war die Übernahme des betreffenden Amtes nicht der einzige Gewinn, den die ASKANIER im Zusdammenhang mit der Verteilung des STADER Erbes im Elbe-Havel-Winkel verbuchen konnten. Schollene, nordwestlich von Rathenow gelegen, findet sich 1195 als Erbgut in der Hand von Albrechts Enkel Markgraf Otto II. von Brandenburg.
Wie dieser hielten sie sich dabei auffälligerweise vom Königtum fern, wenn man von den durch gemeinsame Interessen diktierten militärischen Unterstützungen Ottos I. für BARBAROSSA im Kampf gegen Heinrich den Löwen 1181, Ottos II. für König PHILIPP 1200 und 1203 oder Albrechts II. für Kaiser OTTO IV. 1212,1215 und 1217 absieht. 1227 leisteten Johann I. und sein Bruder Otto III. König HEINRICH (VII.) sogar bewaffneten Widerstand.
[Das wird 1196 ersichtlich, als Albrechts Enkel, Markgraf Otto II. von Brandenburg und dessen Halbbruder, Graf Albrecht von Arneburg, unter anderen locum castri Hildagesburg dem Magdeburger Erzbistum zu Lehen auftragen (KW, Nr. 491).].
[Vermutlich erfolgte auch Ottos Schenkung - wie die seiner Mutter - zur Kirchweihe. Es ist natürlich nicht sicher, ob sich similiter nur auf den Zweck oder auch auf den Anlaß der Gabe bezieht. Stimmt unsere Annahme, dann müßte Markgraf Otto II. von Brandenburg (1184-1205), der älteste Sohn Ottos I., zwischen September 1155 und Weihnachten 1157 geboren sein, während J. Schultze: Mark (wie EN 1), Seite 103, "um 1150" annimmt.]
[Vielleicht deutet darauf ebenfalls der Umstand, daß Otto I. nicht den damals häufigen Brauch befolgte, dem ältesten Sohn den Namen des Großvaters väterlicherseits zu geben. Seine beiden Jungen aus erster Ehe hießen Otto (II.) und Heinrich (Graf von Gardelegen). Erst der aus einer zweiten Verbindung stammende dritte Sohn erhielt den Namen Albrecht (II.).]

Thorau, Peter: Seite 20-22
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"Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.)"

Weder sie noch der Markgraf von Brandenburg oder derjenige ASKANIER, der die Herzogswürde im östlichen Sachsen erhielt, waren indes künftig stark genug, um allein oder in kleinen Koalitionen an die Stelle des WELFEN zu treten.
Adolf III. von Holstein-Schauenburg unterstützte deshalb mit Markgraf Otto II. von Brandenburg und Graf Bernhard II. von Ratzeburg das dänische Gegen-Königtum Bischof Waldemars von Schleswig und Bremen, eines Vetters Knuds VI. Im Winter 1198/99 verwüstete der SCHAUENBURGER im Verein mit dem Markgrafen von Brandenburg das dänische Pommern und lieferte so Knud VI. einen letzten Vorwand, gegen ihn vorzugehen.
Um der Bedrohung zu entgehen, die von den welfischen Herrschaftsansprüchen ausging, unterstützte Adolf III. mit dem sächsischen Herzog, dem Grafen von Orlamünde und dem Markgrafen Otto II. von Brandenburg, Dietrich von Meißen und Konrad von Landsberg sowie einer Reihe von geistlichen Fürsten das staufische Königtum PHILIPPS VON SCHWABEN im deutschen Thronstreit.
 
 
 
 

Literatur:
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Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002 Seite 20 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 9,26,28,30,50,55-57, 61,76,103,108,148 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 227 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 97,168,194,235,313,323,335,349 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 222 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 20-22,24 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 211,213,245,303,306, 389,390,406,410,414,443,460 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 48,49,59,60,142,151,153,184,186,248,255,275,291,514 -