Ältester Sohn des Markgrafen Otto I. von Brandenburg
und der Judith von Polen, Tochter von
Herzog Boleslaws III.
Enkel des Markgrafen Albrecht der Bär
Thiele Andreas: Tafel 222
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs-
und Grafenhäuser I
OTTO II. "DER FREIGEBIGE"
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+ 1205
War ein Gegner Dänemarks wegen Pommern, sicherte
die Hoheit durch Feldzüge bis Rügen, verhinderte 1199 die Eroberung
Hamburgs und half Holstein 1210 in der Schlacht bei Stellau. Er erkannte
aus uns unbekannten Gründen die Lehnshoheit des Erzbischofs von Magdeburg
über seine Besitzungen in der Altmark an, was Anlaß für
ständigen Streit in der Folgezeit war. Er stand gegen den Bruder,
unterstützte die STAUFER
im Thronkrieg
und bekriegte die Slawen.
Die Nachfolger Ottos I. ergänzten den Landesausbnau bald durch eine expansive Erwerbspolitik. Ottos I. nacheinender regierende Söhne, Otto II. (1184-1205) und Albrecht II. (1205-1220), begannen damit noch recht verhalten.
Assing Helmut: Seite 26,28,30,50,55-57,61
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"Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter.
Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften."
Aus den Jahren 1198/99 liegen Nachrichten vor, die als
erneuter Herrschaftswechsel im Barnim - und damit auch im Teltow, da sonst
die Pommern dort abgeschnitten worden wären - gedeutet werden können:
Die Slawen, die der ASKANIER Otto II. damals unterwarf, waren
mit hoher Wahrscheinlichkeit - aus der Sicht der bisherigen Analysen -
die in den Berliner Raum eingedrungenen Pommern. Die ASKANIER annektierten
zumindest deren Barnim-Besitz sofort, so daß die nachfolgenden Kämpfe
mit dem Dänen-König, wie es bei Arnold von Lübeck überliefert
ist, in der Nähe der Oder im Lande des Markgrafen stattfanden.
Vielleicht ist der askanische Vorstoß auf
dem Teltow allein auf Otto II. zurückzuführen; dann wäre
er vorläufig schon 1205 abgeschlossen gewesen.
Wir wissen jedoch nicht, wann die ASKANIER von
den 1210 oder schon 1205 (Tod Ottos II.) erreichten Positionen
aus die Herrschaft der WETTINER im Ostteltow vernichteten. Sicher ist nur,
daß die ASKANIER 1239 die Burg Mittenwalde besetzt
hatten.
In dieses Bild fügen sich einige Urkunden anscheinend
nicht ganz ein. Sie betreffen das Dorf Priscere, auch Tesekendorf genannt,
das am Schwielowsee lag und das zwischen 1193 und 1205 Markgraf Otto
II. dem Kloster Lehnin geschenkt haben will. Doch in der gleichen Urkunde
behauptet Otto II., daß er auch das Dorf Welsenewode dem Kloster
geschenkt habe, und hier ist bekannt, daß der Belziger Graf Siegfried
der eigentliche Schenker war und Otto II. dieser Schenkung nur seinen
lehnsrechtlichen Konsens gab. Das legt nahe, für Priscere ebenfalls
eine vorausgehende Resignation anzunehmen, die dei Belziger Grafen ausgesprochen
ahben dürften. Die Lehnshoheit Ottos II. würde sich dann
genauso erklären wie bei Plötzin.
Otto I. und sein Sohn Otto II. schufen
hart am Rande des Belziger Zauchebesitzes einen geschlossenen klösterlichen
Herrschaftsbereich, der ein weiteres Vordringen der Grafen von Belzig verhinderte.
Das Kloster nahm somit die ihm an einem wichtigen Abschnitt zugedachte
Funktion des Grenzschutzes der Mark Brandenburg voll wahr.
Partenheimer Lutz: Seite 97,194,235,313,335
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg
und des Fürstentums Anhalt."
Vielleicht war die Übernahme des betreffenden Amtes
nicht der einzige Gewinn, den die ASKANIER im Zusdammenhang mit
der Verteilung des STADER Erbes im Elbe-Havel-Winkel verbuchen konnten.
Schollene, nordwestlich von Rathenow gelegen, findet sich 1195 als Erbgut
in der Hand von Albrechts Enkel Markgraf Otto II. von Brandenburg.
Wie dieser hielten sie sich dabei auffälligerweise
vom Königtum fern, wenn man von den durch gemeinsame Interessen diktierten
militärischen Unterstützungen Ottos I. für BARBAROSSA
im Kampf gegen Heinrich den Löwen 1181, Ottos II. für
König
PHILIPP 1200 und 1203 oder
Albrechts II. für Kaiser
OTTO IV. 1212,1215 und 1217 absieht. 1227 leisteten Johann
I. und sein Bruder
Otto III. König
HEINRICH (VII.) sogar bewaffneten Widerstand.
[Das wird 1196 ersichtlich, als Albrechts Enkel,
Markgraf
Otto II. von Brandenburg und dessen Halbbruder, Graf Albrecht von
Arneburg, unter anderen locum castri Hildagesburg
dem
Magdeburger Erzbistum zu Lehen auftragen (KW, Nr. 491).].
[Vermutlich erfolgte auch Ottos Schenkung - wie
die seiner Mutter - zur Kirchweihe. Es ist natürlich nicht sicher,
ob sich similiter nur auf den Zweck oder auch auf den Anlaß
der Gabe bezieht. Stimmt unsere Annahme, dann müßte Markgraf
Otto II. von Brandenburg (1184-1205), der älteste Sohn Ottos
I., zwischen September 1155 und Weihnachten 1157 geboren sein, während
J. Schultze: Mark (wie EN 1), Seite 103, "um 1150" annimmt.]
[Vielleicht deutet darauf ebenfalls der Umstand,
daß Otto I. nicht den damals häufigen Brauch befolgte,
dem ältesten Sohn den Namen des Großvaters väterlicherseits
zu geben. Seine beiden Jungen aus erster Ehe hießen Otto (II.)
und
Heinrich
(Graf von Gardelegen). Erst der aus einer zweiten Verbindung stammende
dritte Sohn erhielt den Namen Albrecht (II.).]
Thorau, Peter: Seite 20-22
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"Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König
Heinrich (VII.)"
Weder sie noch der Markgraf von Brandenburg oder
derjenige ASKANIER, der die Herzogswürde im östlichen
Sachsen erhielt, waren indes künftig stark genug, um allein oder in
kleinen Koalitionen an die Stelle des WELFEN zu
treten.
Adolf III. von Holstein-Schauenburg unterstützte
deshalb mit Markgraf Otto II. von Brandenburg und Graf Bernhard
II. von Ratzeburg das dänische Gegen-Königtum Bischof
Waldemars von Schleswig und Bremen, eines Vetters Knuds
VI. Im Winter 1198/99 verwüstete der SCHAUENBURGER im Verein
mit dem Markgrafen von Brandenburg das dänische Pommern und
lieferte so Knud VI. einen letzten
Vorwand, gegen ihn vorzugehen.
Um der Bedrohung zu entgehen, die von den welfischen
Herrschaftsansprüchen
ausging, unterstützte Adolf III. mit dem sächsischen Herzog,
dem Grafen von Orlamünde und dem Markgrafen Otto II. von Brandenburg,
Dietrich von Meißen und Konrad von Landsberg sowie einer Reihe von
geistlichen Fürsten das staufische Königtum
PHILIPPS
VON SCHWABEN im deutschen Thronstreit.
Literatur:
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Assing Helmut: Die frühen Askanier und ihre
Frauen. Kulturstiftung Bernburg 2002 Seite 20 - Assing Helmut: Brandenburg,
Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim
Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln
Weimar Wien 1997 Seite 9,26,28,30,50,55-57, 61,76,103,108,148 - Jordan,
Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München,
Seite 227 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer
der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag
Köln Weimar Wien 2001 Seite 97,168,194,235,313,323,335,349 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993
Tafel 222 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs
unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998,
Seite 20-22,24 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 211,213,245,303,306, 389,390,406,410,414,443,460
- Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte,
Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker
& Humblot Leipzig 1873, Seite 48,49,59,60,142,151,153,184,186,248,255,275,291,514
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